Donnerstag, 22. Januar 2015

Vernunft heute - ist das noch vernünftig - Teil 2


Hallo zusammen!

Hier also zur Fortsetzung der Vernunft... Teil 2

Gut...ich versuch dann mal meinen Gedanken zur Vernunft "aufzurollen".

Dass wir - als Gesellschaft - uns durchaus gewisse Regeln, Parameter u. dgl. freiwillig auferlegen, um ein bisschen Struktur zu schaffen und erhalten....das ist ja alles gut und schön.
Vor allem Regeln, dass niemand in irgend einer Weise zu Schaden kommt.

Lassen wir jetzt einmal die "Verlockung des Bösen", des Verbotenen beiseite, die ja bekanntlich die beinah größte Anziehungskraft im Leben ist. Beinah!

Ich würde Vernunft nicht als so derart kalten, ebenfalls nur kalkulierenden Begriff einsetzen wollen.
Was Vernunft für´s eigene Leben (kurz gänzlich isoliert betrachtet) betrifft....ja bitte.... Jeder sollte soweit über sein Leben Verantwortung haben, dass er weis, was für ihn gut...."vernünftig"...ist, oder auch nicht. Es ist jedermans eigene Angelegenheit, was er aus seinem Leben macht oder nicht.

Heikler wird die Sache, wenn es dann an das Zusammenwirken, Zusammenleben mit Menschen geht.
Denn ich würde meinen, dass die Vernunft (und dies muss fast zwangsläufig immer auf den jeweiligen Einzelfall neu beurteilt werden) dann endet, wenn andere Gefahr laufen, beeinträchtigt oder geschädigt zu werden.

Ich Versuche mal ein Beispiel zu bringen...:
Wenn nun jemand Snowboarden gehen will... alleine Entscheidung desjenigen! Soweit klar und viel Spaß dabei!
Wenn Derjenige aber nun beschließt, abseits gesicherter Pisten zu curven...womöglich gar noch bei unsicherer Schneebeschaffenheit (Lawinengefahr, keine Schutzausrüstung etc.)... ja dann....dann entsteht durchaus die Möglichkeit, dass Andere dann dafür einstehen müssen und Denjenigen im schlimmsten Fall aus einer Lawine ausbuddeln und selbst ihr Leben gefährden müssen. Man kennt das auch unter Begriffen wie z.B. "Leichtsinn".
Man könnte hier also sagen, dass dies unvernünftig wäre. Aus effizienter, sachlicher/ökonomischer Sicht definitiv!

Dann ein Gegenbeispiel:
Grade erst kürzlich in den Medien: Ein Cafe in Wien. Zwei Leute küssen sich. Bekommen sofort Lokalverbot.   Gehört davon?
So.
Jetzt mal ganz ehrlich.
Zum Einen.... Ob die beiden sich küssen, ist einmal rein deren Sache.
Zum Anderen.... Nimmt bzw. nahm jemand Schaden dadurch? Nein.
Es hat sich offenbar jemand bemüßigt gefühlt, sich dadurch dermaßen auf den Schlips getreten zu fühlen, dass die beiden Lokalverbot bekamen. Und wahrscheinlich noch ein paar, die aus purem Neid ein paar blöde Meldungen geschoben haben. Doch all diese Menschen waren schon viel früher innerlich verletzt. Und verletzten sich durch ihre unbedachten, unbewussten Handlungs- bzw. Reaktionsweisen jetzt nur wieder selbst.
Wenn sich also zwei küssen wollen....und jetzt nicht grade eine halbe Pornoshow abziehen... ja was spricht denn dagegen??? Ich kann also hier einen vermeintlichen "Rahmen einer Vernunft" durchaus "großzügig andenken".

Wie aber ....oder weshalb"trennen" wir?
Wie wir schon aus der Formulierung in Teil 1 erkannt haben, geht es bei der Vernunft heuzutage doch eigentlich fast nur mehr um Effizienz, Ratio, Strategie, Ego, Verstand. Ja manche scheinen es beinahe sogar schon regelrecht drauf anzulegen...und nehmen etwaige Folgen in Kauf! In juristischen Kreisen nennt man sowas dann grobe Fahrlässigkeit...die Vorstufe zum Vorsatz, eine Absichtlichkeit!
Ersteres Beispiel ist definitiv also hauptsächlich Effizienz...

Anderes Paradebeispiel noch ... Beziehungen!
Entscheiden wir selbst hier noch "vernünftig"....weil der vermeintliche Partner ja z.B. gut situiert ist, guten Job hat, angesehen ist, ..... unterm Strich ja der "Vorzeigepartner" ist...auch wenn er charakterlich einige Macken hat...oder vielleicht schlichtweg sogar ein "Arschloch" ist....?
...Oder geben wir auch dem - entgegen jeglicher "Vernunft" - eine Chance, der materiell ein "Schlucker" ist... der jedoch herzenswärme ausstrahlt, der Mensch ist...?

Könnte es genau deshalb sein, dass die ganzheitliche Fähigkeit (Herz mit Verstand) einer Beurteilung, ob etwas vernünftig ist oder nicht - sprich also anderen schadet oder nicht - "verloren gegangen" ist?
Ist in vielen dieser Entscheidungen schon die Ego-Schleife in Dauerspur?
Oder hat vielleicht am Ende das Herz, der Intellekt, auch noch ein bisschen mitzureden?
Trennen wir rein nur mehr in rationelle Vernunft....oder darf durch aus die emotionelle Ebene auch hier verstärkt einfließen...?
Viele vermeintlich "vernünftigen" Dinge sind doch letztlich nichts anderes als zwangsadaptierte, zwangsangepasste Dinge, weil irgend jemand einmal gemeint hat, dies müsse so sein! Und wir mussten diese zwangsweise annehmen, erlernen...weil dies ebenfalls jemand einmal gemeint hat, dass es so sein müsse...
Doch wohin haben uns - betrachtet man so das gesellschaftliche und weltliche Leben - uns viele dieser "Vernunftseinscheide" gebracht...?

Worum geht es also?

Gleich dazu im Teil 3

Euer Prinzerl