Sonntag, 1. Februar 2015

Bewusstheit / Bewusstsein im Heute... Wie kann das funktionieren - Teil 2


Hallo liebe Leser!

Mit einem "Willkommen"… (Bewusstheit – Teil 2)
…möchte ich heute also nochmal tiefer auf den Bereich „Bewusstheit“ eingehen.


Im letzten Beitrag habe ich bereits kurz angerissen, dass jener Teil des Gehirns, der für bewusstes Denken, Handeln u. dgl. zuständig ist, nach wissenschaftlichen Untersuchungen nur relativ begrenzte Ressourcen bieten KANN. Vergleichbar ist unser Gehirn wie das Verhältnis am PC: Arbeitsspeicher und Festplatte. Am Arbeitsspeicher z.B. 8 GB, auf der Festplatte 1 TB. Wir sind also - selbst wenn wir wollten - nicht in der Lage, nach derzeitigen Maßstäben mehr zu "leisten".

Im Laufe der Evolution des Menschen hatte das Gehirn zunehmend mehr und mehr Aufgaben zu tätigen. Das Gehirn „musste“ in diesem Sinne auch wachsen, sich über das „alte Reptiliengehirn drüberpflanzen“ und sich mit diesem „zusammenraufen“, um letztlich Dinge wie Denken, Planen, ein Gedächtnis oder z.B. Sprachfähigkeit zu entwickeln.

Dazu kommt dann noch ein wichtiges Fakt:
Das Unterbewusstsein ist wesentlich schneller, als das uns bekannte vermeintliche „bewusste
Denken“. Und im Unterbewusstsein / Unbewussten spielen sich die wichtigen Dinge wie Prozesse von Verarbeitungs- und Steuermechanismen ab. Diese laufen völlig abseits unserer bewussten Entscheidungskompetenz ab. Bekanntestes Beispiel: Herzschlag oder Atmen! Müssen wir hier noch jeden einzelnen bewusst denken, befehlen? Nein. Vollautomatisierung.

Da zum Überleben – damals wie heute – ebenso gewisse vollautomatisierte Entscheidungsprozesse vonnöten sind, könnte der Mensch niemals nur bewusst in voller Aufmerksamkeit in einer derart unvorhersehbaren Welt überleben.
Man kann – wissenschaftlich belegt – auch davon ausgehen, dass genau diese Vollautomatisierung jegliche Entscheidung innerhalb eines Zeitraumes von ca. 320 Millisekunden erledigt, indem es auf frühere Erfahrungen (Musterprozesse) zurückgreift. Unser unbewusstes Gehirn ist sozusagen der „Chef im Ring“. Das uns bekannte vermeintliche Bewusstsein ist somit eigentlich nur mehr Nachklatsch, wo aber alles längst entschieden ist. Sozusagen eine coole PR-Aktion des Gehirns, damit wir denken / glauben können, wir hätten bewusst noch großartig was zu melden…

Diese auch als „Musterprozesse“ gespeicherten Mechanismen, die wir lapidar pauschal „unbewusst“ nennen, sind stets schneller, ökonomischer als das was mir mit „bewusst“ meinen…

Die Sache hat dann nur „leider“ auch einen markanten Haken: Denn greift der „Chef“ also auf bisherige Musterprozesse zurück und entscheidet, kopiert er also nur Vergangenheit. Wir bewegen uns also auf Ebene eines „gedanklichen Wiederkäuers“. Und damit verbunden ist in letzter Konsequenz, dass wir Realität, Präsens, das Geschehen im Jetzt zumindest vermengen mit „der Erfahrung aus Vergangenheit“.
Und somit verfälschen wir zumindest die existierende Realität und bieten damit neuerlich Gelegenheit für jede Menge unwahrer Gedanken und Emotionen.

Nun…worauf basieren dann also die Entscheidungen des unbewussten Gehirns…? Entscheidungen, die unser Leben bestimmen…? Wie entstehen solche „Musterprozesse“…?

Ich möchte dieses Thema andernorts nochmal im Zusammenhang mit dem Bereich „Angst“ aufgegreifen…:
Von Geburt an (oftmals sogar bereits davor) nimmt das Kind wahr. Mit 1000 Antennen. Jede noch so winzige Kleinigkeit wird wahrgenommen und gespeichert. Selbstverständlich nicht in Worten oder Sprache….jedoch umso mehr bildlich, emotionell. Und wie schon bekannt, bezieht das Kind in erster Linie zuerst alles einmal auf sich.

Begonnen mit einem sehr bekannten Beispiel….das Kind möchte Aufmerksamkeit, Liebe,
Verpflegung… Das Kind kann nun nicht sofort telefonisch Bestellung beim Pizzaboten  aufgeben….sondern beginnt sich durch Laute auszudrücken.
Was nun, wenn in dem Fall womöglich nicht reagiert wird?
Die Bemühungen in Form von Bewegung, Laut u. dgl. werden verstärkt.
Noch immer keine Reaktion?
Schlussendlich beginnt das Kind zu schreien. In schweren Fällen gab es selbst hier schon Eltern, die in einer vorgebeteten Irrmeinung das Kind schreien ließen, da es ja der Entwicklung diene… (meiner Meinung nach nur einer Schlechten…).

Jedenfalls beginnt das Kind von Anfang an mit Taktik….dem Spielchen Aktion und Re-Aktion. Um eben an sein Ziel zu gelangen. Und je mehr das Kind vermeintliche Ignoranz erfährt, empfindet, desto mehr Gelegenheit gibt es auch zu unwahren Gedanken und Emotionen.

Und ALL DAS wird dann im Gehirn abgespeichert.
Das Kind….das Gehirn lernt!

Führt die angewandte Taktik zu keinem Erfolg, wird eben die Taktik verändert und anderes ausprobiert. Und gespeichert. Speziell Kinder sind da höchst erfinderisch.
Letztlich sind es dann die Anzahlen der Wiederholungen, mit all seinen begleitenden Gedanken, Emotionen, die allesamt im Unterbewusstsein abgespeichert und bei Bedarf abgerufen werden.
Später kommt dann mit Erlernen der Sprache, mit dem sogenannten Programm namens „Erziehung“, mit vor allem Eltern und dann Umfeld, Schule etc. potenziell vermehrte Eindrücke, eben in jeglicher Hinsicht Verarbeitungs- und Steuermechanismen hinzu. Und auf Bedarf wird abgerufen!

Ein Gedanke ist schnell gedacht. Ein Gedanke kommt und wird von einem neuen Gedanken abgelöst. Wir denken ständig, ohne dass wir aktiv etwas dafür tun. Das Denken macht sich selbstständig. Wovon viele nichts wissen, ist die Macht und Kraft, die hinter den eigenen Gedanken stecken. Viele denken einfach so vor sich hin. Sie lassen ihren Kopf denken, was er will, ohne zu wissen, welche Auswirkungen das auf ihr Leben hat. Heute weiß ich, dass das Denken die erste Anlaufstelle ist, wenn man das eigene Leben verändern möchte.

So. Und jetzt beginnen wir langsam einmal, „den Sack zuzumachen“…:


Wenn wir also nun davon ausgehen können, dass wir während unseres Heranwachsens in Unmengen unwahre Gedanken, Emotionen erfahren und abgespeichert haben… da uns ja nie jemand einen anderen Ansatz bot…, dass wir nur das aufnehmen konnten was Generationen vor uns schon so taten… dass wir aufgrund der bestehenden Abhängigkeit in jeder Hinsicht auch keinen "Freiraum" hatten, um rein nur als wir selbst Erfahrungen zu machen, OHNE von jemand anderem beeinflusst zu sein...

…aus welchem Grund sollte dann also auch nur irgend etwas anderes in unserem heutigen Leben genau so geschehen…? Etwas anderes .... als Wiederholung einer Vergangenheit...?

Greifen wir hier auf unsere vermeintlich eigenen Erfahrungen zurück…? Oder sind diese übernommene Gedanken -  zumindest stark vermengt mit eigentlich den Gedanken/Erfahrungen unserer Eltern…, Umfeld…?

Diese Frage lasse ich jetzt einfach mal so stehen…
…und komme im  folgenden Beitrag  3 näher drauf zu sprechen….

Euer Prinzerl