Samstag, 28. Februar 2015

Der Partner: Traumprinz oder Albtraum?


Einen wunderschönen Tag wünsche ich Euch allen!

Wieder mit einem aktuellen Thema darf ich heute aufwarten, der nicht weiter von dem Bereich entfernt liegt, den ich kürzlich im Beitrag "Weil ich BIN - kann ich dem Du begegnen" aufgriff.

Der Partner - Wunschtraum oder Realität?

Ich beginne mit einem Textauszug von Robert Betz, der mich in vielen Punkten meines Lebens in der Tat einmal richtig wachgerüttelt hat. Der mir Ansatzpunkte in Form von anderen Betrachtungswinkeln einer Sache gab...  Der "Rest" kam dann alleine, als ich mich ausreichend damit befasste und "wirken ließ"...

Zitat:

"Solange Frauen und Männer nicht aufhören,
ihren Partner verändern zu wollen,
sind sie noch nicht bei sich selbst angekommen!

Eine der ‚Hauptsportarten‘ von Frauen ist es, das Verhalten und den Charakter ihres Partners verändern zu wollen. Das haben die meisten schon bei ihrer Mutter erlebt, die zudem oft negativ über ihren Vater sprach. Und umgekehrt.
Dieser 'Sport' ist leiderzeugend und bringt dich deinem Partner nicht näher. Willst du seine Partnerin / ihr Partner sein .......oder seine Mutter / ihr Vater .... oder seine / ihre ‚Therapeut(in)‘?

Die Kritik am Partner und das Sich-Sorgen-Machen mit bekannten Sätzen, die mit ‚du solltest mal…‘ ‚‘du solltest nicht so viel….‘, ‚du könntest doch mehr…‘u.a. zeigen an, dass diese Frau noch nicht bei sich selbst angekommen, im Frieden mit sich und in der Liebe zu sich selbst. 
Vor allem ihr Unfrieden mit dem ersten Mann in ihrem Leben, ihrem Vater, führt dazu, dass sie mit den Männern ihres Lebens immer wieder schmerzhafte Erfahrungen machen muss. Partnerprobleme sind fast immer Folgeerscheinungen der ungeklärten , verstrickten Beziehung zu Vater und Mutter. Das gilt natürlich genauso für den Mann.

Erst wenn wir bei uns selbst angekommen sind und uns liebevoll und beharrlich um unsere unfriedliche Beziehung zu uns selbst, unsere Gefühle der Angst, Wut, Scham, Eifersucht u.a. kümmern und unsere Verstrickungen mit Vater und Mutter der Kindheit lösen, sind wir in der Lage, einen Partner so zu lieben, wie er ist und nicht so, wie er nach meinem Wunschdenken sein soll!"

Wie wirkt diese Aussage so?

Gehen wir konform... oder kocht da noch die eine oder andere Agression, Abwehr hoch...?

Aus einigen Erfahrungen habe ich festgestellt - nicht zuletzt bei meinen eigenen Eltern - dass Frauen tendenziell eher zu dieser "Sportart" neigen.
Männer sind da eher phlegmatisch...ignorieren eher. Oder "schlucken" in sich hinein und irgendwann "platzen sie auseinander".

Beides jedoch aus einer zutiefsten Unbewusstheit heraus.
Und damit verbunden einer inneren Ablehnung, das zu betrachten, als was es ist. Das anzunehmen, was ist!
Da in sich gehen und klären ja mit dem ICH verbunden ist, lenkt man sich lieber ab und beginnt mal
munter drauf los zu "sporten"...
Ich nenne es schlichtweg "manipulieren"!

Man versucht mehr oder minder subtil, dem anderen meine Vorstellungen von "sein zu haben" auf´s Auge zu drücken. Wenn ich´s noch ein wenig überspitzen darf: Den anderen zu meiner Gedanken Marionette zu machen! Wenn der jeweils Andere meine Erwartungen erfüllt....ja daaaaaaann bin ich zufrieden!

Und damit ist zwangsläufig das Tor zur Enttäuschung, Verletzung und Schmerz geöffnet!


Viele....und damit schließe ich mich doch mit ein ... gingen doch einst ins Leben hinaus. Trafen zumindest anfangs auf Menschen, die sich als der "Traumprinz" oder die "Traumprinzessin" vorstellten.
Durch die bekannte "rosa Brille" hing der Himmel voller Geigen.

Und später dann....spätestens als dann einmal der Alltag Einzug hielt, die eine oder andere Herausforderung auf einen zukam (viele nennen es ja lieber "Probleme"...)....
Na dann war aber vorbei mit "rosa Brille" ...oder den "Geigen"....!

Kann es denn also sein, dass der Mensch in seiner Unbewusstheit - und oftmaligen tagtäglichen Theaterrolle in seinem Leben - dann wesentliche Faktoren übersieht?
Die da auch genannt wird als die "Realität"...?

Man tut, man macht, putzt und brezelt sich auf... vermeintlich innerlich wie äußerlich...um nur so gut und attraktiv wie möglich dazustehen...
...übersieht überhört für sich, IN sich gewisse Dinge, die schon drauf aufmerksam machen wollen, dass man "so" (wie man sich darstellt) ja eigentlich nicht ist...!? Aber egal! Man will ja schießlich gefallen und beim Anderen landen! Aus welchen Motiven jetzt auch immer!
Am Gegenüber eben sieht man durch diese enorme Welle an Hormonschub sowie nix mehr...

Man hängt also in Wirklichkeit einem Traumbild nach!!!
Man begibt sich in einem Film....in seinem Lebensfilm .... nochmals in einen Film!

Wie ein österreichischer Sänger so treffend in einem seiner Songs schreibt (hier jetzt ins Hochdeutsch übertragen):
 ...und dann ist er gekommen
sauber und adrett.
Mit roten Rosen...
und hat Blödsinn geredet.
Zur Mama
war er so charmant
und ausserdem
sein Kontostand...

Mit einem Wort
ein netter Junger Mann, 
wie man ihn sich nur wünschen kann...

Dass nur ein Mensch so blöd sein kann!

Die Mama, die hat gestrahlt vor lauter Freud´
und alle Leut´ haben gesagt: was für einen schönes Paar.
Und alles war so herrlich und so schön....
....nur Eins, das hat man überseh´n....

...dass er ein riesen Arschloch war...!




Und - wie also zuvor beschrieben...:
Irgendwann dann fällt irgendwann "rosa Brillchen" weg....
....und anstelle von "Geigen" ziehen zusehends dunkle Gewitterwolken auf!
Man erkennt, dass man damals einen "Frosch geküsst" hat...!?

Und die "Spiele der Manipulation" mögen beginnen!


In Zeiten des Umbruches, des Erwachens....
....in Zeiten wie diesen, sind wir definitiv ein weiteres Mal eingeladen, IN uns hinein zu blicken!
Unsere ureigenste Selbstverantwortung zu übernehmen und uns in erster Linie einmal um UNSER Leben zu kümmern!
Klärend, forschend, ehrlich, authentisch, selbstkritisch....doch alle Zeit - liebend annehmend!
Nicht sich oder gar andere verurteilend! Das führt zu gar nichts!

Einfach nur anzusehen, anzunehmen....das was IST!

Bin ich sodann in der Tat bei mir angekommen....dass heisst, ich erkenne und nehme alles so an, wie es IST...
...dann BIN ich! Dann kann ich dem DU begegnen!

Mein Herz kann dem Gedanken viel Wahrheit abgewinnen, dass es im Leben - in Wirklichkeit - kein "ich sollte..., ich könnte..., ich müsste...,, hätte ich doch nur..." gibt.

Viele klammern sich regelrecht an diese Möglichkeitsformen in der irrigen Meinung, dass tatsächlich eine Alternativmöglichkeit, eine andere Option zur Verfügung gestanden wäre...
Diese Menschen widersetzen sich der Realität, dem IST, dem Leben! Sie hadern, wehren und sträuben sich, machen sich zum Opfer...fügen sich in genau dieser Rolle selbst Schmerz zu.


Beweis?

Ja - das Leben selbst!

Denn "WÄRE" eine antere Alternative da...  Ja dann wäre es doch so passiert. Und nicht so wie es ist!
Könnte man....ja warum ist es denn nicht?
Müsste ich?  Ja was muss ich denn tatsächlich?
Hätte ich doch nur...?  Ja weshalb habe ich dann letzten Endes nicht...?

Unser Verstand wehrt sich, zieht lieber irrationale Dinge wider der Realität als vermeintliche Optionen ins Manöver...

Und letzten Endes führen wir dies in zwischenmenschlichen - vor allem aber partnerschaftlichen Beziehungen schlichtweg unter dem Begriff "Enttäuschung" ins Gespräch.


Nur was ist ganz genau genommen eine "Enttäuschung".

Zu erst einmal die falsche Auslegung eines Wortes!?

Denn: wie der Begriff "Ent-täuschung" schon anführt...

Die Wortverbindung mit der Vorsilbe "Ent..." bezeichnet eine Loslösung, eine Abkoppelung von etwas.
In dem Fall: Wir lösen, koppeln uns von einer Täuschung ab!
Die Täuschung bestand also schon vorher die ganze Zeit! Sie war aktiv!
Und am Ende sind wir "ent-täuscht". Also von der Täuschung gelöst.

Vermeintlich: Der Andere, der Partner hat mir vorher etwas vorgegaukelt zu sein, zu tun.
Viel schwerer: Ich habe mir gar meinen Partner als etwas vorgestellt, was er aber nicht ist. Niemals war.
Und nun hat die Täuschung ein Ende. Ich bin ent-täuscht!


Aus diesem Grunde dürfen wir wieder WIR werden. Zurückkehren zu dem, wer wir sind.
Ohne Maskerade, ohne Schauspiel...
...einzig zurück zu einer Authentizität!

Zurück zum ICH!

Kehren wir abschliessend nochmals zurück zum vermeintlichen "Traumprinzen" oder zur "Prinzessin"...

Könnte man dem Gedanken durchaus so Einiges abgewinnen, wenn wir davon ausgehen, dass es wesentlich weniger Unfrieden, Unzufriedenheiten, bis hin zu Streitigkeiten und ähnliches geben könnte....
...wenn sich Menschen von vornherein authentisch begegnen...???
Wenn es also später dann kein sogenanntes "böses Erwachen" geben müsste...?
Das wir offen, authentisch, annehmend, liebend als ICH begegnen könnten.

Oder wäre diese weite Ruhe der Akzeptanz, des Annehmens, der Klarheit und des resultierenden Friedens, der Ausgeglichenheit dann einfach zu unerträglich...?
Sodass wir lieber weiter Kaspertheater spielen und - vorher - etwas zum gegenseitigen Manipulieren.... und später dann zum Streiten haben...?

Könnte man sich - zu allererst - nicht selbst dann ehrlicher Weise begegnen?  Sich...und der Basis zu allen anderen Dingen des Lebens?
Könnte die Begegnung nun zwischen zwei authentischen Seelen nicht dann einzig noch auf dem IST und der liebenden Annahme dessen basieren? Und diese beiden dann auf dieser "Basis" das Leben wirklich feiern...?

Was also wählen wir in diesem Fall zu sehen...?

Ich für meinen Teil möchte mit dir dem DU begegnen. Mit all seinen Ecken und Kanten...greifbar.  spürbar.


Ich möchte dem DU begegnen, dort....wo Herzen sprechen!


  Euer Prinzerl

Bildquelle: Pixabay