Donnerstag, 19. Februar 2015

Eine Frage des Vertrauens ins Leben? Ein Beispiel aus dem reellen Leben...



Hallo liebe Freunde!

Heute darf ich mal zu einer eigenen Erfahrung berichten....

Wo fange ich am Besten an...?

Es geht an sich um meinen Bruder...
...und um Ängste...Verurteilungen...Reaktionen...Vertrauen...Liebe

Er war ja über Weihnachten und Neujahr hier bei uns. Und ich habe die gemeinsame Zeit wieder sehr genossen.
In der Neujahrswoche bekam er dann - zu einer schon bestehenden chronischen Erkrankung - noch Schmerzen in der linken Rippengegend.

Nun...letztendlich "landete" er in der Notaufnahme im hiesigen Spital, da man erst Schlimmes befürchtete.
Ergebnis - zu allseitigen Überraschung: der Schmerz käme - nach etlichen Untersuchungen - wohl nur von einem eingeklemmten Nerv.
Er wurde dann wieder mit eine Liste an Medikamenten nach Hause entlassen.

Besser wurd´ es nicht. Im Gegenteil.
Alte Impuls erwachten. Impulse zu verurteilen. In diesem Fall eine wohl ziemlich fahrlässige Vorgehensweise im Krankenhaus.

Nun. Er fuhr dann wieder nach Hause. Ging zwei Tage später in die dortige Klinik zwecks Vorgespräch und Abschlussuntersuchungen für eine geplante OP mit 19.2.
Wir hatten noch telefoniert....
Am 29.1. wollte er mit einem Zimmerkollegen vor der Türe noch eine rauchen gehen...
...kam da aber wohl nicht mehr an.

Aufgrund Komplikationen durch die Vorerkrankung kam es zu einem Blutstau in der Milz und die war geplatzt. 
Sofortige Not-OP. Soviel also zur Diagnose im hiesigen Krankenhaus.
Des Nächtens rief mich die Klinik erst an. Niemand wusste ja von irgendwas...

Mein "Arsch sackte mal sofort auf Grundeis"!
Wildeste Gedanken breiten sich aus. Ein "Kopfkino" nach dem anderen...
Denn die Art und Weise des Anrufes kannte ich schon aus früheren "Erfahrungen"...
Da schiessen dir dann tausend Dinge auf einmal durch den Kopf, ich fühlte mich wie von einer Sekunde zur anderen den Boden unter den Füßen weggerissen...

Aber: mein Bruder hatte trotz aller Widrigkeiten  überstanden...befand sich aber im künstlichen Koma. Kritisch. Volle maschinelle Lebenserhaltung.
Jeder der das oder andere Situationen kennt, weis: Zeit bekommt da dann eine ganz andere Bedeutung!

Vorgestern nun...nach doch verhältnismäßig langem Warten...
...just zu meinem Geburtstag...
...das erste Mal meinen Bruder wieder am Telefon! "Geschlaucht"....aber DA!

Klar....
...ich hatte fast jeden Tag Kontakt zur Klinik... war über alles informiert....und dennoch....
...es war eine regelrechte Befreiung! Momente tiefen Glücks, tiefer Demut und Dankes.


Wie war es also nun mit den Ängsten...? Mit Zweifeln...?
Wie weit war es noch "beeinflussbar"...?

Selbstverständlich rührte die Angst hier heraus aus der Angst zu verlieren!
Zu verlieren den einzigen geliebten Bruder. Den letzten Menschen, der aus unserer Familie noch lebt...

Und ich sage Euch: es wäre eine Farce zu behaupten, trotz allem Vertrauen ins Leben und in meinen Bruder selbst, wäre da nicht trotzdem ein ständiges mulmiges Gefühl geblieben!
Doch dies durfte sein! 
Wir sind Menschen, geboren mit Emotionen...lebend in Emotionen.
Sie sind unsere Schöpfungen und sie dürfen in uns sein!

Mir hat dieses Bewusstsein so sehr geholfen. Indem ich diese Gefühle zuließ. Sie bewusst wahrnahm. Und andererseits in die weise Führung des Lebens vertraute.
Es gab mir die nötige Kraft und noch darüber hinaus...
...Kraft um in meiner Mitte zu bleiben und anzunehmen, was da kommt.
...Kraft zu vertrauen in die Weisheit des Lebens selbst und das alles seinen Sinn in sich birgt.
Selbst im schlimmsten Falle...

Ich habe immer wieder in mich hinein gehört. Habe viele Gedanken an mein Herz weiter gegeben ...
...und immer kam ein wohliges Gefühl zurück. Selbst im schlimmsten Falle...
Und so "wusste" ich: diesen Gedanken wohnte Wahrheit inne!
Und es war gut so. Der Raum wurde weit. Das Vertrauen noch weiter...
Und die wärme einer umfassenden Liebe berührte mein Herz.


Warum ich dies nun schreibe...
...um vielleicht dem Einen oder Anderen einen Anhaltspunkt, einen Ansatzpunkt, ein Beispiel zu geben...
...dafür, dass im Leben in der Tat alles seine "Bestimmung" hat.

Dass wir alle eingeladen sind, zu uns selbst und unserer Wertigkeit zurückkehren zu dürfen. 
Ja gar sollen! Dass wir wieder jenen Platz, jenen Thron einnehmen, der uns bestimmt ist.

Dass wir zurückkehren dürfen zu einem Weg des Herzens, der Bewusstheit, der Liebe..., des Vertrauens...!

Und das Leben wird uns beschenken mit Frieden, mit Fülle, mit Freiheit...!

Und meinen Bruder betreffend: dieses kommende Wochenende sehe ich ihn wieder!
Und wir werden ein bisschen seinen 2. Geburtstag feier!   :-)

Euer Prinzerl