Donnerstag, 12. Februar 2015

Oft tabuisiert und verdrängt: Die Angst - Teil 7 (letzter Teil)


Hallo Freunde!

Im heutigen letzten Beitrag (Angst - 7) zum Thema "Angst" möchte ich nochmal kurz anschliessen an den letzten Beitrag...
...in welchem ich festgehalten habe, dass Angst an sich eine natürliche Erscheinung, eine Emotion ist.
Jedoch ist alles davon abhängig, ob man die Angst als Emotion fühlt, sie als eigene Schöpfung anerkennt...
....oder ob man - vielfach auch wieder unbewusst - Geschichten um den Auslöser der Angst bildet.
Geschichten unwahrer Gedanken, die im Weiteren dann zu weiteren "negativen" Auswirkungen führt. Nicht zuletzt auch körperliche Auswirkungen.
Vielfach greift der Mensch - aufgrund des Systems des Heranwachsens und der damit durch das Umfeld verbundenen Schaffung von Musterprozessen - Erfahrungen - auf ebendiese zurück.
Das Gehirn bläst oft einen einzigen Reiz zu einem halben "inneren Kino" auf....immer zurück greifend auf diese Erfahrungen. Oftmals nicht auf das tatsächliche Geschehen!
Doch grundlegend entsteht durch diesen Abruf von Musterprozessen ein Verhaltenskreislauf. Jener einer derer, die dann unser tägliches Leben einschränken. Angst wird somit nicht mehr unbedingt einem überlebenswichtigen Instinkt beigemessen, sondern nur einer "hausgebackenen Eigenregie"... eines Erfahrungsechos, das - da es für das Gehirn ja wesentlich einfach ist, als eine komplette Neubeurteilung der Situation - leistungsökonomisch vom Gehirn unbewusst abgerufen und angewandt wird.

Nur wo kann das oft enden...?
Man hat dann Angst vor der Angst!

Im Hintergrund des bisherigen Lebens hat sich also schon derart viel an Emotionen, vor allem Ängsten angestaut..., dass man vor diesen Angst hat.
Und dann ist man verwundert, dass Nerven blank liegen..., das man mitunter auch körperlich am Sand ist..., dass einem schon das tägliche Leben als Folter scheint... und vieles mehr.

Und dann gibt es da noch das große Thema Angst in Bezug auf Verlust, auf Tod...
Ein höchst dunkles Kapitel in der bisherigen Geschichte.

Verlust...womöglich im schlimmsten Fall eines geliebten Menschen...? Seines eigenen Lebens...?
Wie sehr plagen uns hier Ängste...? Wie sehr SORGEN wir uns hier um Menschen...? Wir schleppen oft ganze Pakete mit uns herum!
"Sorgen"....einfach nur schöner formuliert....als ängstigen....

Nur...wie oft ist es dann schon vorgekommen, basierend auf den eigenen Ängsten (weil die erzeugt oder tut der "Umsorgte" ja nicht in uns hinein!), dass diese sogenannte Sorge....ergo Angst....irgendwann so derart überhand nimmt, dass sie beginnt, den "Umsorgten" zu erdrücken...!? Wir projezieren aus unwahren Gedanken und mangelndem Vertrauen eigentlich die "Sorge" auf unser betroffenes Gegenüber...wollen dem sozusagen irgendwie die "Sorgelast" aufbürden...  
Dem Arbeitskollegen, Partner, Kinder.....oder zuletzt Gott?

Oder wir kennen in diesem Sinne auch das leibhaftige Beispiel speziell der "umsorgenden Mütter"... "ruf an, wenn du dort bist, weil ich sorg mich ja...", "und kannst eh beischeid geben weil....", "das Kind darf dies und jenes nicht anfassen, weil oh Gott oh Gott" ....und wie sie da alle lauten die Aussagen.

Nur eben neuerlich im Unbewussten, dass ich
  • einerseits dadurch eigentlich nur meine eigenen Ängste ausdrücke und diese mit dem "Umsorgten" maximal indirekt in Zusammenhang stehen
  • dass ich - vor allem durch zuviel der Sorge - mein Gegenüber früher oder später genau in die Gegenrichtung bewegen werde....nicht zu mir, sondern weg von mir. Ich nehme dem Umsorgten, dem Leben... Luft Raum und erdrücke...
Und betreffend dem Tod...? Wer hat Angst davor...?  Zumindest doch ein mulmiges Gefühl...? Weil man irgendwie doch zumindest ein bisschen an seinem bisschen Leben hängt....? Auch wenn viele tagtäglich jammern und klagen....

Und neuerlich.....hier tritt die Bewusstheit wieder sehr stark in den Vordergrund....!

Lebe ich mein Leben bewusst....nehme so viel als möglich in mich auf....
...so wie der Spruch heist "Lebe deinen Tag, als wäre es dein Letzter..."...oder auch bekannt "Carpe Diem"...
...bin ich mir dessen bewusst, dass der Tod ein Teil des Lebens ist...?
..."gestehe" ich diesem "Lebensabschnitt" ebenfalls Liebe zu...?
Dann kann letztlich keine Angst mehr sein. Denn wo Liebe ist, ist keine Dunkelheit.

Anders verhielte es sich nun mit der "Unterscheidung" zum Begriff Furcht.
Furcht ist - so auch lt. wissenschaftlicher Feststellung - immer auf ein konkretes Ding, eine Person, ein Erlebnis, ein Fakt bezogen.
Angst hingegen ist so etwas Allgemeines, Diffuses, nicht genau zu Eruierendes...

Wie auch immer....
....Hat man uns als Kind irgendwann..., irgend jemand erklärt, beigebracht...
...dass wir mit Ängsten und anderen Emotionen - dem "Schwarzen Mann" oder dem "Monster unter dem Bett"....mit den Auslösern dieser Emotionen ANDERS umgehen könnten...?
Dass wir die Angst nicht als "Feind" sähen, die wir dann meist eben am Besten nie wieder "sehen" wollten..., die wir dann verdrängten, betäubten, begruben u.v.m.....
...sondern einfach nur als unsere Schöpfungen! Dass wir uns derer weder schämen noch ärgern, verbergen...oder fürchten müssen...? Dass die auch da sein dürften?
Dass sie natürlich und auch Begleiter sind und sein werden...unser gesamtes Leben...?
Für meinen Fall: Ein definitives NEIN!
Wir hörten zumeist: "Ach brauchst doch keine Angst zu haben". Damit war´s abgetan.

Wie es scheint, ist aber in letzter Zeit vermehrt zu bemerken, dass immer mehr Menschen irgendwie an einem Punkt angekommen sind, wo sie langsam erwachen...
...wo sie aufgrund ständiger Wiederholungen von Krisen - die schlussendlich ja nur auf die Mängel in uns aufmerksam machen wollen - langsam Zusammenhänge erkennen. Sie dafür interessieren. Sich für sich selbst beginnen zu interessieren.

Grade Interesse für sich selbst....wirkliches umfassendes Interesse....
...und ich meine jetzt nicht nur vielleicht ein bisserl Duschen, Sauna oder Friseur...oder Hautcreme....
Interesse vor allem für all die Jahre der Unbewusstheit zuvor. All die unwahren Gedanken und Geschehnisse, die uns zu und teils durch die Krisen geführt haben...


Und wenn hier Interesse erwacht, darf über allem die Liebe nicht fehlen!
Wir sind Geschöpfe Gottes!
Wir wurden - wie wir festgestellt haben - mit sehr großer Schöpferkraft ausgestattet. Gefüllt bis obenhin mit Liebe.
Und mit freier Wahlmöglichkeit: Gedanken, Glauben, Worte, Handlungen!
Gott ist kein Marionettenspieler...es obliegt uns, die Wahl / Entscheidung zu treffen, was wir mit dieser Kraft anfangen können und wollen.
Gott lässt den Karren auch nicht in den Dreck fahren, legt das Spielzeug dann mal kurz zur Seite um alles sauber zu machen....und weiter ginge es...
Es obliegt uns!

Heute...
...ja heute kommen - wie schon erwähnt - immer mehr Menschen an einen Punkt.
Jenen Punkt, wo ihnen klar wird...
Jenen Punkt, wo sie zurückschauen können und wollen auf ihr bisheriges Leben...ob nun mit Hilfe, Erklärung....oder auch nicht. Manchmal bedarf es aufgrund der vielen Kriesen im Vorher nur mehr eines kleinen, gar winzigen Anstoßes....
Jenen Punkt, an dem man das Herz seit sehr langer Zeit wieder beginnt, wahrzunehmen...
Jenen Punkt, an dem es uns dann gelingt, Herz und Verstand zu einer Partnerschaft zu vereinen...
Jenen Punkt, wo wir beginnen zu LEBEN!

Das Verstehen unserer Emotionen bzw. unserer unwahren Gedanken zu deren Entstehung dauert eine Weile - JA.

Doch ist der eine erste Schritt getan...hin zu dem großen "dunklen Tor der Angst".... oder gar "Angst vor der Angst"...
...lassen wir all diese Emotionen als UNSERE Schöpfung liebevoll zu...
...dann kann uns diese Angst eines Tages loslassen!
Das wahre Leben wird sich heraus schälen aus dem Dunkel.
Das bisherige Verständnis einer LIEBE wird sich zum Teil ändern, sehr oft aber erweitern. Friede wird einkehren. Freiheit wird sich eröffnen.
Und das Wort "Bewusstheit" wird immer mehr in den Vordergrund treten...
...als Wegbereiter zu Allem!


Somit möchte ich in diesem kleinen Rahmen das "Kernthema Angst" abschließen...
...selbst wenn es in Verbindung neuer Themen sicherlich immer noch Erwähnung finden wird. Weil sehr viel damit verknüpft ist...

In einem anderen Beitrag nun möchte ich mich dem Thema "Bewusstheit" zuwenden.
Wie in dem heutigen Bild schön dargestellt, verhält es sich bei unserem Bewusstsein sehr ähnlich wie mit einem Eisberg. Eine Kleinigkeit ist "über Wasser" - also bewusst. Der Großteil jedoch liegt eben im Unbewussten. Und darin liegt so viel im inneren Krieg! Unbewusst!
Leider nur wird auch aus diesem Unterbewussten unser aller "Komfortzone", unser Leben gesteuert... und bekanntlich begibt man sich aus dieser freiwillig - also bewusst - eher nur, wenn wirklich schon "Feuer am Dach" ist...
Meiner Meinung nach - und die Krisen, das Leben im Aussen - beweisen mittlerweile allzu deutlich, dass es höchste Zeit für das Verlassen der "Komfortzone", für das ständige Abwälzen von Eigenverantwortung, vom "Treiben lassen, weils eh so auch geht, was geht mich das andere schon an..."...
....den bezeichneten "Inneren Autopiloten" mal endlich abzuschalten und selbst das "Ruder seines Lebens" zu übernehmen....

Inzwischen wünsche ich Euch noch einen schönen Tag und Gelegenheiten, erstmals Euren innersten Emotionen zu begegnen...

PS: Nach wie vor freue ich mich auch über Eure Teilnahme... kann durchaus auch per Mail oder direkt über meine Seite in den Kommentaren erfolgen, falls sich jemand "fürchtet", hier persönliche Details niederzuschreiben...versteh ich vollkommen! Es ist eine sensible Thematik.
Doch Angst war zu lange bestimmend und ihr wurde eine nicht erwünschte Eigenschaft aufgezwungen. Es darf hier kein Tabu mehr geben!

Und als wichtiger Tip für die Begegnung mit der Angst (aus meiner Erfahrung):
Vergleichen wir den Angstberg mal mit einem richtigen Berg draussen in der Natur.
Wenn wir den angehen, beginnen wir doch mal irgendwo unten oder? Schritt für Schritt.
Ich hab zumindest noch keinen gesehen, der in einem Step an der Spitze ist.

Für mich war es auch so. Ich habe dann also nicht gleich mit dem größten Brocken begonnen, sondern hab mir eine "kleine Angst" erwählt.

So.
Sehr hilfreich ist bei diesen Begegnungen das Atmen.
Ruuuuhiges langsames...bewusstes Atmen.
Auch wenn das ängstliche Gefühl schon dasteht....die Arme in die Hüften gestützt....mit einem Fuß nervig auf den Boden tippend...
Sagt - ja ich sage bewusst - sagt dem Gefühl...: "Bitte noch einen Moment..."
Atmet einige Male ruhig und tief ein uns aus...entspannt...
Und dann öffnet bewusst diesem Gefühl...in Gedanken die Türe.  Betrachtet es als Beobachter. Ohne sich gleich gedanklich darin zu verheddern. Geht langsam auf das Gefühl zu....und fühlt es.
Es kann absolut nichts passieren!
Wenn es zu viel wird, tretet in Gedanken wieder einen Schritt zurück. Aber beobachtet weiter!
LASST DIESES GEFÜHL IN EUCH "DA SEIN"!
Nichts anderes will das Gefühl!

Wie ein geistiger Mentor von mir einmal auf den einfachen Punkt brachte (denn es muss nicht alles kompliziert sein):
Ein Bonbon ist dazu da, um gelutscht zu werden.
Ein Gefühl ist dazu da, um GEFÜHLT zu werden!

Ihr werdet nach einer Weile des Beobachtens feststellen, dass das Gefühl langsam abnimmt.
Wenn sich jemand getraut, dann darf er dieses Gefühl in Gedanken auch dann in den Arm nehmen, es willkommen heissen als seine Schöpfung. Ihm Danken, dass es so lange ausharrte.
Und mit fortschreitender "Erfahrung" dürft ihr zum Schluss auch dazu übergehen, dieses Gefühl um Vergebung zu ersuchen. EUCH SELBST zu vergeben, dass es so lange unterdrückt wurde.

Vielleicht wird dieses Gefühl noch nicht beim ersten Mal gehen....doch es wird leichter. Wir dürfen nicht vergessen....wir haben es mitunter schon unser gesamtes Leben eingekerkert....und weg geschoben, wenn es nach oben drängte!

Was nun jene Menschen betrifft, die schon Panikattacken erleiden...
Nun...im Grunde ist einzig das anders, dass die Angst hier schon in Panik mutierte und diese oft von einem Moment zum anderen hochschießt. Sie ist also schon über den genervt wartenden "Gast" hinaus...
Ich kann aber auch hier raten:  wenn so eine Attacke geritten wird... möglichst nicht lange erst
ablenken, wieder irgendwie wegdrängen....
...sondern nach Möglichkeit alles liegen und stehen lassen....  einen stillen Ort aufsuchen. Und wenn es nur die Toilette ist! Egal! Aber warum wohl sind dort Einzelkabinen...? Um sich zurück ziehen zu können...?
Und dann AAAAATMEN....nichts anderes zuerst als einmal ruhig atmen....nur auf das konzentrieren...
Selbst, wenn man Luft zieht wie ein großer Schiffsdiesel.... TUN.
Und dann, wenn man den Körper und die Panik mittels atmen ein wenig entspannt hat, dann ebenso reinspüren in den Körper!
Diese Angst...diese Panik .... ist letztlich nur ein Papiertiger
Und noch jemandem zu mulmig ist dabei, dann einen vertrauten Menschen beiziehen!

Ich habs anfangs auch nicht geglaubt Leute.
Mittlerweile bin ich schon so weit, dass ich beim geringsten Anflug ... zumindest im Geist sofort innehalte....hinsehe....ja sogar nachfrage, wer - bildlich gesprochen - da draussen vor meiner Türe klopft!
Nicht also Kopf in den Sand.... oder so tun, als "wäre niemand zuhause" wie bei manchen unliebsamen Besuchern an der Haustüre...
...sondern bewusst hinsehen, hereinbitten...beobachten, klären, annehmen.

Und Ihr werdet feststellen, dass irgendwann diese Ängste...so auch die Panik....nicht mehr kommen. Sie sind gegangen. Ihr könnt sie sogar bewusst rufen...da ist keiner mehr! Nicht in dem Moment. Vielleicht ab und an noch mal "vorbei schauen"....ja.  Aber eben wieder...sofort hinsehen, willkommen heissen... und schon sind sie wieder weg.
Die wollen ja auch nichts anderes, als wahrgenommen....gefühlt werden. Die haben keinen Bock auf lebenslange Zwangsbegleitung!

Es ist - grade am Anfang - eine Überwindung! Ich behaupte nicht, dass es leicht wäre. Ich war nach manchen Panikattacken geschafft wie nach einem Jogging. Das war konzentrierte Arbeit.
Aber wir können durch diesen Weg - mitten durch die Angst hindurch - eine Leichtigkeit erreichen!

Anfangs war es in mir ein spärliches Zimmerchen mit einer verschrammten Holztüre.
Heute ist in mir ein prächtiger Empfangssaal mit einem großen Portal. Welches ich erst nicht mehr zu öffnen brauche. Es steht bereits offen ... und ich habe meine Ängste bildlich eingeladen, mich zu besuchen, wann sie wollen. Und ich  - für mich - werde sie freundlich und gebührend empfangen als meine Schöpfungen!



Euer Prinzerl