Sonntag, 15. März 2015

TOP-Thema aus aktuellem Anlass: Arbeitsverhältnisse und gesicherte Rechte. Sind Rechtsverletzungen normal und hinzunehmen?


Hallo meine lieben Freunde und Leser!

Aus einem aktuellen Anlass habe ich da - so zwischendrin - mal ein Thema, dass selbst nun nur
indirekt mit persönlicher Entwicklung, sondern im Vordergrund mit Arbeit zu tun hat.

Jedoch habe ich gemerkt, dass mich dieses Thema ziemlich beschäftigt. Und ich werd´ nachher auch noch ausführen, weshalb...

Gehen tut´s um Folgendes - und ich bitte hier mal um Eure wirklich ehrliche Meinung.

Zu den Fakten:

Jobangebot als Küchenhilfe (Arbeiter):
Kollektivlohn laut Internet (für Österreich 2015) beträgt 1345,- brutto (lt. Nettorechner ca. 1087,-)
Kollektivarbeitszeit sind 40 Stunden ... alles darüber Überstunden, 
insg. 5 Wochen Urlaubsanspruch (25 Arbeitstage, 30 Werktage)

Das derzeitige Angebot des Restaurantleiters lautet jedoch wie folgt:
Anmeldung auf angeblichen Kollektiv Küchenhilfe 980,- netto mit 40 Stunden
tatsächlicher Arbeitsaufwand 55 Std./Woche  ...  auf Vollzeit 220 Std./Monat ... für 980,- 
Überstunden gibt es nicht.
Die Mehrarbeitszeit von 15 Std./Woche ... auf Vollzeit 60 Std./Monat werden mit 220,- monatlich auf die Hand/schwarz ausgezahlt. Dies entspricht nach offiziellen Kollektiv dann dann 3,66 netto pro Stunde (nach gesetzliche Regelung sollten für die Mehrstunden 10,79/Std. ...... 410,-/monatl.  ausbezahlt werden). Es wird für die Mehrstunden also nicht einmal mehr der reguläre Stundenlohn laut Kollektiv ausbezahlt. 
Der Urlaubsanspruch wird seitens der Firma gekürzt nur auf 4 Wochen, wobei in der Zeit zwischen Oktober und April (also 7 Monate) ohnehin komplette Urlaubssperre besteht.

So. Das also die Rahmenbedingungen.
Mit der ausdrücklichen Aussage des Chefs dazu:
a) dass er die gesetzlichen Regelungen wohl kenne, auf diese jedoch (wortwörtlich) "scheiße".
b) dass er nichts davon halte, dass z.B. eine Arbeiterkammer zwecks Prüfung kontaktiert würde. Denn wenn ihm dies dann Schwierigkeiten bescheren würde, sei er gezwungen sich zu wehren... und er würde dann auch dem Meldungsleger entsprechende Schwierigkeiten bereiten.
c) dieses Angebot werde nun unterbreitet und gelte bei Antritt der Arbeit als angenommen und später nicht mehr verhandelbar. Wenn man unter diesen Bedingungen nicht arbeiten wolle, käme es ganz einfach zu keinem Arbeitsverhältnis.


Was mich nun in dieser Sache definitiv berührt:
Wozu gibt es über viele Jahre hinweg, für Arbeiter/Angestellte rechtliche Bedingungen einer Arbeit?
Wozu hat man für korrekte Arbeit entsprechende Mindestentgelte und Ansprüche gesichert?
Bin ich hier falsch "gewickelt, gepolt" und lebe hier übertriebenen "Gerechtigkeitsfimmel"?
Ist mein Ego hier vermeintlich rechthaberisch bzw. angepisst (da ich ja auf mittels Gesetz eingeräumte Rechte berufe bzw. bestehe)? Doch wozu eben gibt es diese dann?
Oder ist solches Vorgehen legitim?
Habe ich als Arbeitskraft keinen Wert mehr?
"Kaue" ich an diesem Thema verstärkt durch meine ehem. Tätigkeit als Polizist herum?
Liegt es am Ende dann einfach wirklich an demjenigen, der sich auf solch einen Käse einlässt?


Mit ist klar, dass sie ein Chef möglicherweise zuerst von einer Arbeitsqualität überzeugen möchte. Dazu gibt es auch Probezeit. Das ist völlig rechtens.
Doch diese spezielle Vorgehensweise hier empfinde ich - würde es mich betreffen - unter den vorgegebenen Modalitäten als moderne Sklaverei, Ausbeuterei und treten von Gesetzen mit den Füßen. Und schon ein wenig "kriminell", da ich mich ja schon vorab dann mit "Schwierigkeiten" bedroht sähe.

Ein guter Freund meinte zudem heute: dieser Chef sei im Recht - grade in der Gastro-Branche wie auch anderen sei ein solches Vorgehen völlig normal und legitim.
Auch er würde erst einmal Arbeit und deren Qualität eines Mitarbeiters sehen wollen.... dann könne man über Gehalt nachverhandeln...

Eine interessante Sache das. Und sie kann JEDEN von uns betreffen...
Wie ist nun Eure Meinung hierzu?
Würdet Ihr hier in so ein Verhältnis eintreten?
Wie würdet Ihr reagieren?

Ich weis, was mir mein Herz sagt. Und diese Antwort würde definitiv zu keiner Tätigkeit dort führen. Ich bin nicht überheblich, großkotzig, kein Ego-Reiter. Doch ich weis, wo ich im Leben stehe und welchen Wert ich habe...
Mein Bereich der Verantwortung ist geklärt. Sowohl dahingehend, dass es Sache dieses Chefs ist, was und wie er handelt. Auch wenn er Gesetze bricht und seine Verantwortung überschreitet. Als auch aus der Sicht der Annahme bzw. Behandlung dieses "Angebotes".

Euer Prinzerl