Sonntag, 12. April 2015

Problemvermeidung, Bequemlichkeit - die Bremsen des Lebens


Hallo an diesem gemütlichen Mittwoch liebe Freunde!

Da bin ich beim Lesen eines Buches auf zwei interessante Punkte gestoßen...

Punkte, die uns im tagtäglichen Leben zumeist unbewusst, aber dennoch vielleicht grade deshalb sehr oft begleiten...
... oder ich würde da gleich mal vorweg nehmen: regelrecht am wirklichen Leben hindern!

Und gleich mal vorweg: was könnten zum Beispiel sehr starke Bremsen im Leben sein?
Alte Einstellungen, Gedanken- und Verhaltensmuster zum Beispiel...?
Jaaa.... die Menschen sind immer noch Menschen... doch das Leben steht niemals still. Alles bewegt sich in die eine oder andere Richtung!
Wie also könnte man - schon beinahe überheblicher Weise - annehmen, dass alte Muster von vor X Monaten, Jahren gar... auch JETZT noch Gültigkeit haben...?

Aber... und damit ist die nächste riesengroße "Bremse" schon angesprochen: Die Bequemlichkeit!
Wieso denn bewegen, aktiv werden... wenn es doch auch so geht...!?
Folgen? Wen interessiert das? Das werden wir schon irgendwie schaukeln...

Wir stehen also ständig auf der Bremse, quetschen diese teils bis zum Anschlag!
Wollen aber gleichzeitig weiterkommen!

Nur weshalb?

Der größte Teil dieses krampfhaften Festhaltens an der Bremse entsteht aus Ängsten und Mängeln!
Auch heute durfte ich wieder unfreiwilliger Zeuge einer typischen Angst-Bremse sein...

Einen lieben Gruß an dieser Stelle grade an jene ängstlichen Leute, Menschen die mit Angst- oder
Panikattacken zu "kämpfen" haben!
Ich meine dies nun nicht ironisch! Sondern in der Tat so, wie ich es sagte!
Weshalb?
Ich war selbst einer davon - und glaube grade zu wissen, wovon ich nun berichten werde!

Bevor wir aber in die beiden Punkte "Prblemvermeidung" und "Bequemlichkeit" einsteigen...
...nochmal eine kurze "Zusammenfassung" der menschlichen Gehirnleistung, den Fähigkeiten, dem täglichen Einsatz...
Damit wir ein wenig besser verstehen, warum etwas so ist, wie es ist.

Die Kapazität des menschlichen Gehirns also - nimmt man an - ist bei weitem größer, als wir es bewusst wahrzunehmen in der Lage sind. Man geht davon aus, dass wir ca. 10% der eigentlichen Kapazität zu nutzen in der Lage sind.

Freilich... zwangsläufig schleicht sich doch irgendwie die Frage ein: WARUM?

Da ist man mit einem biologischen "Supercomputer" ausgestattet... und kann also grade mal 10% davon nutzen.
Das wär ja, als kaufte man ein Auto... und baut eine Sperre ein, die nur erlaubt, dass grade mal 10 Prozent der Leistung ausgeschöpft werden können.
Wir eiern also alle auf grademal "Standgas" durchs Leben!

Irgend ein Sinn also muss sich da wohl zwangsläufig dahinter verbergen, dass man uns sozusagen gebremst durchs Leben laufen lässt.
Auch wenn er sich bis dato uns nicht eröffnet. Vielleicht sind wir aber auch ganz einfach noch nicht so weit.
Denn... wenn man mal kurz hinaus blickt... und feststellt, was wir bereits mit diesen 10% in der Lage sind anzurichten...
Ui ui uiiiii!


Nun.
Von diesen 10% nun wiederum nimmt einen Teil das bewusste Denken ein. Wir kennen sie auch unter "Verstand", unter "Vernunft", unter "Ego" etc. etc.  Dieses vermeintlich bewusste Denken bildet also die Aufbereitung zur Abspeicherung... bzw. die Abrufstelle aus dem Speicher.

Interessanter Weise aber nun besitzt der menschliche Körper... im Konkreten das Gehirn ... aber einen faszinierenden Mechanismus!
In diesem Gehirn gibt es zwei - für mich imposante Dinge:
a) eine Art "Not-Programm"
b) eine Arbeitsweise, die alles andere Bewusstsein ziemlich blass aussehen lässt.

Zu a) nun:
Der Mensch besitzt ein Notprogramm. Mancher mag es auch als übrig gebliebene Instinkte abtun. Das "Affengehirn" sozusagen.
Allerdings ist dieses "Affengehirn" - innerhalb von Millionstel von Sekunden in der Lage - unter bestimmten Voraussetzungen komplexe Dinge aufzunehmen, zu beurteilen und sogleich Maßnahmen einzuleiten.
Die "berühmtesten" sind auch als Überlebensinstinkte bekannt.
Warum sind diese nun so faszinierend?
Nun... weil hier das Unbewusste - der Speicher - so derart schnell gesamte Prozesse abwickeln kann! Viel schneller als das sogenannte Bewusstsein!
Bis das Bewusste Denken dann einmal wieder "mitschaltet", ist - überzogen ausgedrückt - die ganze Show schon vorbei! Nur das Bewusstsein - oftmals auch Ego - glaubt sich so derart hochweise... als hätte es eben das Rad neu erfunden...!
Pustekuchen!
Is´ nich´!

Zu b):
Der mensch besitzt 5 Sinne. Ein angepasstes Ego behauptet sich als Meister dieser Sinne.
Und da kommt nun neuerlich der unbewusste Speicher ins Spiel.
Es treffen sich zwei fremde Menschen.
Während da noch Gedanken hinsichtlich "Personenscan", gefällt oder gefällt nicht, dies ... jenes... das... durch die Denkmurmel rauschen und versuchen, sich "ein Bild des Gegenübers" zu machen...
...ja da hat das Unterbewusstsein schon beinahe den 2. Kaffe/das 2. Bier bestellt und gähnt! Es hat also auf nicht nachvollziehbarem Wege... und vor allem viel ausführlicher und komplexer... das Gegenüber längst erfasst.
Das, was da dann im Bewusstsein sich als die glorreiche "Beurteilung, Meinung" einstellt, ist nichts anderes, als der Rest einer unbewusst längst schon geschehenen Gesamtaufnahme!

So.
Nun ist dieses bewusste Denken - welches sich im sogenannten präfrontalen Cortex abspielt - also nicht grade Weltmeister in seiner Tätigkeit.

Kurzum... eigentlich ist das (bewusste) menschliche Gehirn eine... FAULE SAU


Weshalb?
Nun... das bewusste Denken ist mit seinen "Zuleitungskanälen" namens Sinnen sehr bald überfordert! Ungefähr 5 eintreffende Reize reichen schon aus, dass das bewusste Denken die "weiße Fahne" zu hissen beginnt. Bei vielem kommt´s schon ab 3 Reizen in´s Schleudern...
Von wegen also Multitasking!
Stellt Euch mal vor: Wir würden jeden Tag aufs neue völlig bewusst, konzentriert wie ein Fahranfänger, mit dem Auto fahren...  Was wäre da los auf den Strassen!?

Vieles im Gehirn spielt sich also im Unbewussten ab!
Das Gehirn - der Verstand - das Bewusstsein ... es trachtet danach, neue Reize zu verarbeiten... und möglichst schnell in Form von Musterprozessen im Unterbewusstsein abzuspeichern. Das Gehirn ist bemüht, sämtliche neue Eindrücke "auszulagern", um für weitere Neue Potential zu haben!

Kommt uns bekannt vor vom PC ... oder...!?
Arbeitsspeicher 1 MB... Arbeitsspeicher - und somit Abruf - 8 TB oder mehr.

Aber genau das ist die Stärke des Gehirns!
So schnell wie möglich Musterprozesse abspeichern.... und auf Bedarf abrufen.
"Eingefärbt" werden diese Musterprozesse nun nur noch durch allfällige Emotionen!
Also auch Emotionen werden in Verbindung mit Musterprozessen abgespeichert.

Wir alle kennen dies dann als Erfahrung! Sind gespeichert im Hippocampus. 
Und das ist nun eine ganz entscheidende Sache! 
Was... oder genauer gesagt... wie wir uns an etwas erinnern, wird bestimmt nämlich aus, was bzw. wie wir etwas (neuerlich) tun! Vieles ist also gesteuert über Emotion.
Erinnern wir uns durch eine angenehme Sache... dann werden wir sie gerne tun.
Ist sie mit unangenehmen Erinnerungen verknüpft... dann setzt jenes bekannte "Schubladen-Denken" ein. Und wird - wie schön brav angelernt - zumeist verdrängt.
Bei Dingen, die wir (noch) nicht kennen... ei ei ei... ja da wird es vielfach zu einer tatsächlichen "Herumeierei"...  Das Gehirn versucht dann - zumeist ziemlich gestresst - zumindest ähnliche Erfahrungen aus dem Speicher abzurufen. Man(n) / Frau wird unsicher. Und jetzt liegt es natürlich hauptsächlich daran, inwieweit der Mensch früher - als Kind - angepasst wurde... oder wie weit dem Kind in seiner Entwicklung noch Platz für eigene Erfahrung und Entschlussphase eingeräumt wurde.

Mittlerweile jedoch - das "grausame Spiel geht ja schon über unzählige Generationen hinweg - ist diese Anpassung derart umfassend, dass man ja schier nur mehr vom Umfeld geprägt ist.
Man glaubt als Erwachsener zwar, dass wären alles eigene Gedanken und Wissen. Nur aufgrund einer ebenso antrainierten Unbewusstheit bleibt es bei dem Glauben!
Ich durfte erst dieser Tage wieder in einer Chat-Gruppe nachhaltige Erfahrung mit Menschen machen... die "glauben"...


Und jetzt noch eins drauf:
Da es ja mehr Arbeit ist für das Gehirn, neue Musterprozesse abzuspeichern, wenn es anstelle dessen schon auf Alte zurückgreifen kann...
... erklärt Dir das nun ausreichend genug, weshalb der Mensch dieses "Gewohnheitstier" ist...??? Ein gedanklicher "Wiederkäuer"...?

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So.
Detailliertere Erklärungen würden hier nun definitiv den Rahmen sprengen. Es sollte ausreichen.


Und jetzt zum 1. Punkt:
Problemvermeidung versus Zielorientierung

Die sicherste Methode, keine neuen Erfahrungen zu machen und auf der Stelle zu stagnieren (einzuschlafen, kleben zu bleiben etc.), ist, sich einfach vorzustellen, was man tun könnte oder sollte...
...und dann das Schlimmste dazu anzunehmen, was einem nach aller Ausschöpfung der Phantasie überhaupt nur passieren könnte!


Versetzte Dich doch einmal genau in eine solche Lage... Du kennst doch sicher so ein Ding, wovor Du Dich scheust, wie der Teufel das Weihwasser...
Fliegen? Bungee-jumpen? Klettern? Wäsche bügeln? Buchhaltung/Steuer? Zu sterben? Es gibt unzählige Möglichkeiten!

Nun nehmen wir eine richtig richtig unangenehme Sache! Nehmen wir diese.... stellen uns dazu nun das Schlimmste vor, was uns dabei passieren könnte...
...und achten dann einmal auf die zusehend aufsteigenden, vor allem unangenehmen Gefühle!

Wie geht es Dir dabei...!?!?!?

Blockst Du gleich ab...?
Erklärst Du mich zu einem Spinner...?

Treiben wir es noch auf die Spitze...
...bis zu dem Moment, bis wir zu dem Entschluss oder dem Gedanken kommen: "Gott sei Dank, dass ich das nicht gemacht habe. Sowas kann schlimm ausgehen!"

Gleich ein anderes Beispiel dazu... dir Autofahrer werdens z.B. kennen:
Wir fahren schon eine Weile auf der Autobahn... die Aufmerksamkeit ist ganz sicher nicht am Steuer... und da oben im "Kopfkino" spielt grade der Firm "Horrorcrasch 5".
Wir sind in unserer Fantasie doch in der Tat in der Lage, uns hier einen definitiven "Brutal-Crash" in wirklich allen Einzelheiten auszumalen. Inklusive herumfliegenden Leichen, Trümmern, Tod... Verderben...   Diese szenarische Darstellung wäre teils einen Oskar wert.
Wieviele steigen heute noch in kein Auto ein, weil sie Angst haben, sie könnten einen Unfall haben? Sterben im Strassenverkehr?

Natürlich dies nur ein Beispiel!

Und...
...genau an dieser Stelle muss ich geradezu noch einen wichtigen Aspekt zu dem Begriff "Problemvermeidung" einwerfen...!
Auch hier wird generell die Resonanz "greifen"!
Das, was ich ausstrahle, wird zu mir zurückkehren!
Das, was ich verdränge, wird das Leben auf seine Weise in Erinnerung rufen!

Es ist also in gewissem Maße lediglich die überhebliche Meinung eines Ego, man könnte ein Problem gleich von vornherein "vermeiden"!
Im übrigen... ich habe mich andernorts schon einmal sehr ausführlich zum Thema "Problem" geäußert!
Das was auf einen Menschen zukommt - oder genau im Gegenteil fern bleibt - soll genau so kommen oder fernbleiben! Alles kommt zu seiner Zeit!


Nur woher kommt diese Angst denn???

Wurde uns dies mit Geburt ins Hirn geimpft?
Leben wir noch in der Steinzeit, dass wir fürchten müssen, um die nächste Ecke biegt ein vor Hunger sabbernder Säbelzahntiger... oder ein wütendes Mammut...?

Könnte es sein, dass einerseits der Mensch es sich zur Aufgabe gemacht hat, sämtliche Geschehnisse ... vor allem natürlich negative, grausame, ach so schreckliche... medial bis ins letzte Detail aufzuarbeiten, x-fach zu wiederholen... einzuhämmern in die Gehirne der Menschen...?
Ja... schlimme Dinge passieren auf diesem Planeten! Muss es deswegen vielfach pro Tag dann Aufhänger sein?
Ablenkung von ureigensten "Problemen"! Manipulation!

Hat sich der Mensch denn nicht mittlerweile ausreichend genug Konflikte geschaffen, die über 365 Tage im Jahr beinahe stündliche breitgetreten werden können...?
Ist der Mensch mittlerweile nicht so weit, dass er solche bedenkliche Geschehnisse selbst über allfällige Plattformen weiter verteilt mit scheinheiligen Ansagen, wie "schrecklich" denn dies oder jenes nicht wäre...
Dass man beinahe gebannt vor der Glotze, dem Tablett, Handy.... was auch immer hängt, und dies förmlich aufsaugt... nur drauf wartet, dass wieder über etwas berichtet wird?

Mein Mitgefühl gilt definitiv allen Betroffenen...!
Aber als eins der krassesten Beispiele von Negativität und dem regelrechten Hängen daran:  9 / 11
Also ... ich muss kein Wissenschaftler oder Statistiker sein, um wohl trotzdem behaupten zu können, dass damals, bei dem Horrorcrash in die beiden Towers in Amerika so gut wie die ganze Welt regelrecht vor den Mediengeräten gefesselt war.
Ich nehme mich damals nicht aus!
Da durfte man sogar teils in der Arbeit stehen und liegen lassen, weil "so etwas" bisher in der Menschheitsgeschichte noch nicht da war. Schreeeeecklich!

Ich will hier niemanden verunglimpfen... mit dem "schreeeecklich". Aber WAS bitte haben wir dem Allgemeinwohl, den Betroffenen mit diesem "schreeeeecklich" denn ermöglicht?
Wir waren alle gebannt vor den Glotzen...  doch hat dies letztlich diesen betroffenen Menschen geholfen? Die Zeit zurück gedreht, diese ganze Attentatsscheiße verhindert...?
Nö!
Aber unsere Zeit wurde investiert! Alles rundherum vergessen, dies nur mehr zum Thema gemacht.
Und wieviel - oft winzig kleine - "schreeeeckliche" Dinge passierten inzwischen direkt vor unserer Nase...? In unserem Leben...?
Nur mal so als Anstoß!!!


Wie ein weiteres Beispiel - Strasse: Auf der Autobahn...da hat es auf der Gegenrichtung fett gekracht. Selbst auf der anderen Spur bremsen die Leute und gaffen... versuchen irgendwas... möglichst viel zu erspähen, von einem Geschehen, welches sie weder betrifft noch was sie eigentlich angeht.

Unzählige Dinge, eigene Verhaltensweisen im täglichen Leben...
...das Musterprozesse im Gehirn schafft!!!!!!

Und dann gibt es da noch das Genre "Film" oder PC-Spiele u. dgl.
Oh ja... je ausgefeilte, je detaillierter, desto mehr Menschen massakriert werden, desto cooler...?

Von dem natürlichen Anpassungsprogramm namens "Erziehung" spreche ich noch gar nicht, wo wir aufgrund der allseits vorherrschenden Unbewusstheit doch jahrelang Ängste am laufenden Band erfahren...!

Menschen nun - die diese Strategie des Worst-Case-Denkens vefolgen, werden es zumeist im Leben zu nichts bringen!
Weshalb?
Weils sie eben immer das Schlimmste befürchten, annehmen.... und sich von diesem Szenario derart lähmen lassen, dass sie nicht zuerst Dinge in Angriff nehmen, ausprobieren... sondern schon vorher annehmen, was eintreten könnte...
Diese Menschen sitzen bildlich gesehen im Auto und stehen ständig auf der Vollbremse!

Und wäre es nun wirklich noch ein Wunder...
...wenn ich ständig auf dieser gedanklichen Schiene fahre.... was könnte alles passieren... zusätzlich noch zur sonstigen gedanklichen Verseuchung und täglichen Wiederholung von Ängsten....
...das Menschen dann Ängste im Leben haben? Panikattacken?

Oh nein! Es ist nur allzu verständlich!

Wenn mir jetzt einer käme nach dem Motto: "ja aber es passieren ja Dinge im Leben...."....
Ja natürlich tun sie das!
Das ist das Leben bitte!

Das ist Spiegel. Das ist Resonanz!
Vom Kleinsten angefangen bis in die großen Dimensionen!
Oder glaubt irgendeiner, die Unruhen auf diesem Planeten hängen vom Stand des Mondes ab...???


Nur haben wir gelernt, aus allem ein Drama zu machen.
Wir haben gelernt, uns unbewusst - als Opfer - selbst in Dramen hinein zu manövrieren! Dramen zu erschaffen!
Aus Mangel und Angst!

Doch auch diese unumgängliche Frage erneut:

"Hinter meinen Geschichten...
...WER BIN ICH dort...?


Ich wiederhole noch einmal:
Unbewusstheit!
Umfeld!
Musterprozesse!
Anzahl der Wiederholungen!


So.
Und an dieser Stelle genau passend noch Punkt 2.
Kosten versus Bequemlichkeit

Unsere moderne Welt, die Welt, in der wir leben, ist vollgestopft mit Angeboten, die einem das Leben ja vermeintlich leichter und angenehmer machen sollen. Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen 60-70 Jahren von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt.
Und damit sind wir nun allzu oft und gerne bereit, Geld auszugeben, wenn es der Bequemlichkeit dient. Viele andere, einst wichtige Dinge traten schon lange in den Hintergrund.
Ich nenne da als bekannteste Dinger mal PC, Auto, Handy....   Und vieles vieles mehr.

Selbst wenn wir irgendwo einkaufen gehen, uns dann für ein Teil der Preis augescheinlich etwas hoch erscheint, es gar um eigenen Einsatz ginge oder Anderes...

Lügen wir uns doch bitte nichts vor!
Die wahre Akzeptanz beginnt und/oder endet doch dort an dem Punkt auf einer Geraden, wo sich Kosten- und Bequemlichkeitsorientierung trifft.
Einfacher ausgedrückt, wo sich entscheidet, wieviel Nutzen - ergo Bequemlichkeit - es für mich bringt und wieviel mir dies Wert ist.
Also eigentlich eine "verlängerte / erweiterte Faulheit" des Bewusstseins. Möglichst auslagern, möglichst selbst wenig tun!

Indirekt natürlich auch eine gewisse Auslagerung, sich mit sich selbst zu befassen!
Habe ich Angst...
...dann lenk ich mich doch lieber ab. Freizeitindustrie lässt grüßen!
Oder ich greife zu Dingen wie Alkohol, Drogen Medikamenten...
Geht doch viel leichter, als sich mit sich selbst und möglichen Ursachen auseinander zu setzen, oder...!?
Da geben wir lieber - teils Unmengen - an Geld für dererlei Dinge aus...
...als in der Stille in uns zu gehen.
Da nehmen wir lieber ein paar Pillen... fahren weg auf Urlaub... nehmen eigentlich all die Ängste dorthin mit - meinen aber "Urlaub macht ja alles anders"... usw. usw. usw.

So als Randbemerkung: Schon seltsam auch, wieviele Paare in einen Urlaub fahren, in der Meinung, da wäre nun "Wolke 7" zu finden. Und spätestens nach dem Urlaub gehts komplett in die Brüche...

Und dann auch noch eine der größten "Fallen" im Spektrum Leben: Die Abschiebung der Verantwortung!
Auch wiederum dieser Tage in einem Chat - nur damit ich Dir ein bisschen tieferen Einblick geben kann...

Es ging um das Thema: "Sex schon beim ersten Date"

Natürlich... es mag jeder halten wie er will... und ich möchte mich hier nicht dazu auf eine Grundsatzdiskussion einlassen!
Dieses Thema scheint mir für einen eigenen Blog durchaus interessant...

Jedenfalls hat eine spätere Chatteilnehmerin inhaltlich dann mal mit einem Bild-/Textpost in etwa ausgedrückt: "Wenn ich von "f!cken" spreche, dann spreche ich von "f!cken". Und nicht von irgendwelchem Blümchensex".

Gut.
Eine der Meinungen.
Ein Anpassungsprogramm und sogenannte gesellschaftliche oder vermeintlich moralische Regeln haben bis heute ermöglicht, dass so Mancher mit dem Wort "f!cken" nicht wirklich umgehen kann.
Dass da von Peinlichkeiten über Minderwertigkeiten etc.... schlichtweg versteckte oder verdrängte Mängel und Ängste zutage treten...
Bremsen!

Aber frage nicht nach Sonnenschein.... DA gingen die Wogen vereinzelt dann hoch.

Inhaltlich will ich hier nicht ausschweifen...
...sondern vielmehr in Richtung "Abschiebung der Verantwortung" zum Punkt kommen: Man(n)... oder vielmehr Frau begann genau dies umzusetzen. Ihre eigenen Meinung nach zu interpretieren (der Post mit tatsächlichem Inhalt wurde nahezu komplett "ausgeblendet"), zu projezieren. Beinah wie beim Spielchen "Stille Post" wurde von ihr dann geschrieben, jene Posterin hätte gesagt "sie wolle f!cken". Oder gef!ckt werden...
Was selbstverständlich und belegbar völliger Nonsens war. Aber sie blieb auf dem eingeschlagenen Weg.
Erst wurde nur diese Posterin gleich mal ordentlich be- und verurteilt (billig, Schlampe, dumm etc. etc.), dann noch gleich ein Teil der gesamten Männerschaft und Frauenschaft, die dies teils ja sogar gegen Geld täten...
Ich hatte mir erlaubt, nur mal Gedanken hinsichtlich Spiegel und Resonanz, beziehungsweise einfach direkter Ausdrucksweise in den Raum zu stellen...
Der guten Frau kamen dann aber noch gleich einige andere "zu Hilfe"... und so wurde auf´s Derbste getratscht.
Bremsen!
Und ich zudem gleich noch mit "Hundesch...." betitelt, die zu ihr Abstand halten müsse und ihr das Wasser nicht reichen könne usw. usw. usw...
Wie dem auch sei...
Negative Energie verbreitet.
Eigene Mängel und Ängste verdrängt.
Verantwortung abgeschoben!
Und dann wundert man sich, dass es im Heute genau so ist, wie es ist!
In diesen kleinen Punkten... bis hin zur Weltlage...

Bequemlichkeit, seine Gedanken und Handlungen zu überprüfen!
Bremsen!

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Tja liebe Freunde!
Wie es schon so oft hieß...
...mit sich alleine sein ist ein Ding, dass heutzutage viele nicht mehr können!

Klar. Da könnten ja unangenehme Dinge hochkommen. Man könnte sich ja mit sowas befassen müssen. Da geben wir doch lieber "Gas" und machen "Spaß". Ist doch lustiger.
Nur dass sich da "im Keller immer mehr Leichen" ansammeln..., diese trotz all der Freizeit und Bequemlichkeit nicht automatisch weg sind... selbst das will man nicht sehen.
Oder eben eigene Verantwortung auf andere schieben. Das mag vielleicht eine Weile augenscheinlich funktionieren...  doch das Leben hat hier genügend "Ausdauer" und Eigenheit, dass es im Folgenden jene Dinger immer und immer wieder ins Leben führt. Uns vor die Nase hält. Und wenn kleine Hinweise nicht ausreichen... dann wird irgendwann die richtig "große Keule" ausgepackt!

Vieles erweckt also oft regelrecht den Anschein, als wären wir vor etwas auf der Flucht.
JA!  Uns selbst!
Und genau deshalb ist das heute so, wie es ist!

Das wirkliche Leben ist nicht Bequemlichkeit. Das Leben ist außerhalb der Komfortzone!
Das wirkliche Leben ist immer an vorderster "Front"... Bewusst, verantwortlich.

Doch wie schrieb ich eingangs...?

Das Gehirn ist offenbar nicht dafür ausgerichtet, bemüht, ständig bewusst zu sein! Sondern es versucht, so kompakt und schnell wie möglich "auszulagern", damit nur mehr abgerufen werden muss...!

Nur...
...ist DAS dann Vorwand oder Rechtfertigung genug, um eben genau so unbewusst dahin zu dümpeln...
...andererseits aber zu jammern, be- und verurteilen, zu krakeelen...?


Nochmal ein Beispiel zur Flucht, zur Verdrängung....
Jeder ist doch z.B. auf der Autobahn mal aufs Pedal getreten.... oder?
Wie war das?
Hat da jemand völlig relaxt im Sessel gesessen, seine Umgebung intensiv genossen, alles wahrgenommen in seinen Details...?
Oder ist alles draußen wie irre vorbei geflitzt? War weg, bevor es richtig wahrgenommen wurde, da sein konnte...?

Könnte also dem Gedanken Wahrheit innewohnen, dass grade im Leben ein gewisses punktuelles, zielgerichtetes "Bremsen", Stillstand und Ruhe erst die wirkliche Zeit ermöglichen, etwas wahrzunehmen?
UNS selbst wahrzunehmen?
Letztlich das Leben jedoch Energie im Fluß ist!
Leben sich nicht Bremsen lässt! Dies ist einzig eine Einbildung vielleicht eines Ego oder ängstlichen Verstandes...!

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Ich möchte Dich noch zu einem kleinen Gedankenspiel einladen...

Bist Du zum Beispiel im Glauben, dass das Leben immer nur ein langer ruhiger Fluss ist...?  Oder eine schnurgerade, schön fein säuberlichst alphaltierte Straße ohne der geringsten Erhebung...?

Oder ist das Leben alles Andere als das?

Wie würdest Du es denn am Liebsten haben wollen...?!?!?!?


Jetzt stell Dir doch mal einen Mountainbiker vor...!

Gut... manche legen da wirklich einen Höllenritt hin.... das ist Geschmackssache.
Aber gehen wir mal vom "normalen" Biker aus...

Weshalb ausgerechnet geht der mit seinem Bike ins Gelände...???

Weil er Asphaltautobahn fahren möchte...?

Wenn er dann also womöglich gänzlich ohne Straße fährt... sich SEINEN WEG sucht...
...quetscht der ständig die Bremse???  Womöglich auch beim Bergauffahren....?

Oder lässt der durchaus auch mal ziemlich zügig laufen...? Oder tritt bergauf tüchtig in die Pedale...?
Am Ende mit tierischem Spaß in den Backen...!?

Greift der ständig in die Bremse, dann werden die Bremsbacken mitunter bald einmal runtergeschrubbt sein... und DANN geht´s erst richtig ab mit der Post! Zumindest ein Sturz ist dann definitiv nicht mehr zu vermeiden! Außer er steigt ganz ab und schiebt! Toll!

Wenn er jedoch auch laufen lässt...
...dann wird er mitunter einige Fahrten bestehen können, ohne dass die notwendigen Bremsen völlig runter sind!

Wie kann man dies jetzt auf´s tägliche Leben ummünzen?

Nun - wie ich auch als meinen Buchtitel wählte...: "Achterbahn Leben"

Je nachdem, wie sehr man schon seine Mitte, seine Ausgeglichenheit, seine Bewusstheit und Verantwortung gefunden hat...
...so wird sich das Leben auch gestalten!
Resonanz!

Und selbst wenn es mal bergauf oder bergab gehen sollte...
...was hilft es, zu bremsen?
Bergauf gehts noch schwieriger... wenn nicht komplett unmöglich. Man bleibt kleben an Ort und Stelle... nimmt sich womöglich selbst noch das letzte Quäntchen Schwung...
Bergab sind die Bremsen bald durch. Man risikiert dann auch entweder Absteigen, Klebenbleiben... oder Sturz.

Nur mal so als Frage an Dich:


"Wieviele "Stürze" gab es denn in Deinem Leben schon so...???"



Kennst Du lieber Leser, liebe Leserin diese Downhill-Rennfahrer? Schon mal ein Video von denen gesehen...?

Die müssen sogar teils bergab volle Kante laufen lassen, um über ein Hindernis hinweg zu kommen. Würden sie bremsen, würde es sie nach allen "Regeln der Kunst" aber dermaßen von sowas in die Rabatten wickeln... dass sie mitunter gar nicht mehr aufstehen...!



Ja...
...und wenn man dann hinausblickt ins Leben - und ich zählte mich einst selbst dazu... bin noch immer am immer mehr laufen lassen lernen - dann sieht man viele, die absteigen. Gar nicht mehr weiterfahren. Die sich auch noch das Rad schultern und versuchen, zu Fuß am Hindernis vorbeizukommen... oft Kilometerlange Umwege in Kauf nehmen...
Bloß... was wenn selbst kein Umweg über dieses Hindernis führt...?


Und so verhält es sich auch mit dem Leben. In jeder Hinsicht!

Kein komplizierter Hokuspokus, kein Dimensionsgeplänkel!
HIER SEIN - IM JETZT!
BEWUSST und EIGENVERANTWORTLICH!
Teils mit ein wenig Mut. Sich selbst unerschütterlich trauen!
Mit Liebe!

Problemvermeidung, Bequemlichkeit ... oder zusammen gefasst Unbewusstheit SIND definitiv solche teils gewaltige Bremsen.

Bedachtes "Bremsen" jedoch dienst der Erkenntnis, dem Wahrnehmen, der Orientierung... sodass man wieder laufen lassen kann...!

Dazu mehr aber noch in anderen Beiträgen.

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Nun lieber leser, liebe Leserin... vielleicht konnte ich heute ja wieder ein wenig am Konstrukt "bisheriges Leben" rütteln...,
...ein wenig Gedankenansatz liefern...

Habt auf jeden Fall noch einen schönen Mittwoch...
...und für morgen schon einen vielleicht bewussteren Start in den Rest der Arbeits- oder Urlaubswoche!

Euer Prinzerl

Bildquelle: Pixabay, Facebook