Freitag, 10. April 2015

TOP-Thema: Vertrauen


Einen schönen Abend liebe Freunde!

Aufgrund einer gedanklichen Anregung möchte ich mich einmal einem interessanten Thema widmen, das da lautet...
VERTRAUEN

Wow!
Ein sehr starkes Wort!
Und doch kann es sehr starke Gemüts- und Gefühlsbewegungen nach "oben und unten" auslösen.
Und vielleicht werde ich heute mit meinem Beitrag ein ziemliches Stückchen von dem angehefteten "Glorienschein" des "Vertrauens" abmontieren...

Sinniger Weise ist der Begriff - abgeleitet aus dem Althochdeutschen - erst aus dem 16. Jahrhundert als solches bekannt.

Freilich gibt es nun zum Begriff "Vertrauen" sehr viele verschiedene Auslegungen. Doch ich glaube, man grundsätzlich einmal davon ausgehen, dass "Vertrauen" eine subjektive Überzeugung von der Richtigkeit oder Wahrheit von etwas ist. Egal nun, ob es sich um ein Gefühl handelt, dem man vertraut ..  bis hin zu Aussagen oder Handlungen von Menschen.
Hinlänglich z.B. bei Menschen: ich glaube mich drauf verlassen zu können, dass ein Mensch dies oder jenes tut/nicht tut. Mich mein Gefühl bislang noch nie getäuscht hat. Je nach Situation. Eine Einschätzung. Also auch mit Erwartung verknüpft.

Ich traue jemandem. Ich traue jemanden (etwas) zu. Ich bin im Glauben oder der subjektiven Überzeugung, dass jemand etwas gemäß meiner Erwartung, Vorstellung tut oder unterlässt.
Ich vertraue auf mein Gefühl - resultierend aus bisherigen Erfahrungen. Mehr, wenn die bisherigen Erfahrungen eher positiv verliefen. Weniger - im umgekehrten Sinne.

Zur Erwartung: Ich vertraue jemandem z.B. ein "Geheimnis" an ... und erwarte, dass dieser das "Geheimnis" bewahrt.
Ich tue dies, weil ich davon überzeugt bin, dass dieser Jemand  diese Erwartung erfüllt. Ich "vertraue".
Garantie habe ich selbstverständlich keine.

Doch worauf baut Vertrauen nun?
Es ist ja doch ein so scheinbar nicht greifbares "Ding" namens "Vertrauen"...

Ich kann und möchte mich hier nun nicht auf diverse Wissenschaftliche Studien und Theorien einlassen. Denn wer könnte zum Beispiel etwas mit einem "transaktionsanalytischen Modell" etwas anfangen? Ich nicht! Bleiben wir also doch beim Menschlichen.

Also...
...woher kommt "Vertrauen".

Ich behaupte nun einmal frech: Aus einer Bezeichnung über Erfahrung mit bestimmten Musterprozessen! Und maßgeblich dabei die Anzahl der bisherigen Wiederholungen.

Fangen wir doch wieder einmal vor vorne an: im Kleinkindalter.
Als Beispiel - das Baby hat Hunger. Da es ja noch kein Menü mal eben so bestellten kann, beginnt es zu schreien. Denn da im Bäuchlein knurrt es ja schon gewaltig. Ist unangenehm.
Gut. Baby schreit. Mami und Papi sind aufmerksam, lernen im fortschreitenden Alter des Kindes zwischen den Schreien des Babys zu unterscheiden - machen ein Fläschchen, füttern das Baby.
Soweit - so gut.

Wiederholt sich diese Szenerie, erlernt das Kind. Ursache und Wirkung. Es bildet einen Musterprozess.
Und je öfter dieser Prozess .... "Schreien - Essen" ... klappt, desto sicherer wird sich das Kind werden, dass es auch in Zukunft so klappt. Es verlässt sich zusehends. Es "vertraut".
Allerdings werfe ich auch hierzu gleich einmal ein: es gibt Versuche, in denen man feststellte, dass selbst Babies ab dem 6. Lebensmonat schrien... man meinte, es wäre wegen des Hungers... Letztlich aber wollten die Kinder einzig Zuwendung und Aufmerksamkeit! Ein "Vertrauen" in ein Babyschreien kann also durchaus auch hier im Wechselwirken Erschütterung erfahren.

Und jetzt sind wir an jenem Punkt.... aus dieser Sicherheit heraus, als aus wiederholten funktionierenden Musterprozessen, kann das Kind somit gedanklich anfangen zu "zocken".
Je öfter ein Prozess funktionierte, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass es auch weiterhin klappt, bei den Eltern entsprechende gewünschte Reaktionen hervor zu rufen.. Das Kind beginnt zu "vertrauen". Glaubt an ein automatisiertes Funktionieren. Wird somit dem Prozess ab dem Schreien auch nicht mehr soviel Aufmerksamkeit widmen. Bzw. kommt mitunter dann auf die Idee, dieses Schreien auch in anderer Absicht einzusetzen.
Es hat ja in der Regel auch noch keine gegenteiligen Erfahrungen gemacht, diese diesen Glauben trüben könnten. Oder die ein Abwägen erforderlich machten. Das Kind taktiert hier noch/schon unbewusst.

Ein Ruck zurück in die "Realität" kommt erst, wenn dieser sonst ja immer funktionierende Prozess nicht mehr funktioniert, unterbrochen wird. Spätestens dann wird das Taktieren bewusst, absichtlich.

So. Nun hat ja das Baby außer essen mit zunehmendem Alter auch noch andere Bedürfnisse, Belange.
Das Kind wird auch mehr und mehr selbstständiger.
Nur - in dem schon andernorts ausführlich geschilderten Geschehnissen und Erfahrungen des "Erziehungsprogramms" kommt es alleine schon durch die wachsende Selbstständigkeit zuerst zu "Erschütterungen" des Vertrauens, da die Eltern dem Kind zunehmend Selbstständigkeit überantworten - also nicht mehr springen und tun, wen das Kind schreit. Es soll selbst tun. Das Kind erkennt daraus jedoch, durch Übernahme der Selbstständigkeit Vertrauen in sich selbst zu gewinnen. Selbstvertrauen entsteht.
Andererseits... wie oft wird nun das Vertrauen ins Kind - oftmals unbewusst - durch die Eltern erschüttert?
Wir erinnern uns an Aussagen wie .... "das schaffst du eh nicht". "Dafür bist du noch zu klein"... und vielfältige solche Statements, die das Vertrauen eines Kindes teils heftig demontieren können, ohne dass sich womöglich beide (Eltern und Kind) dessen wirklich bewusst sind.

Jetzt dürfen wir also annehmen, dass während unseres Heranwachsens aber mehrfach Erfahrungen geschaffen wurden, die nicht unbedingt unser Selbstvertrauen gestärkt... sondern es eher demontiert haben.

Wie komm ich drauf?
Sehen wir nur mal ganz kurz hinaus ins tägliche Leben! Wieviele Menschen laufen hier vor Selbstvertrauen geradezu strotzend durchs Leben...? Sehr viele?
Warum sind so viele Menschen schüchtern, gehemmt, fühlen sich klein, minderwertig und noch so einige Andere?

Also.
Durch diverse Erfahrungen im Heranwachsen lernen wir natürlich auch, dass Vertrauen also gleich "unsicher" ist, wie Liebe. Beziehungsweise lehrt uns ja niemand, dass "Vertrauen" nur eine "Wette" aufgrund eigener Erfahrungen, Einschätzungen ist und eine sogenannte "Enttäuschung" dieses gesetzten Vertrauens einzig auf einer Selbst-Fehleinschätzung beruht.

Und jetzt geht der "Eiertanz" erst richtig los!

Wer von uns vermag zu behaupten, dass sein Vertrauen noch nie ... kein absolut einziges Mal ... enttäuscht worden wäre?

Was ist denn Vertrauen heute im täglichen Leben?
Eine "Einschätzung" einer Situation, einer Person aufgrund bisheriger Erfahrungen oder Eindrücke.
Grob gesagt aber: Zocken - wie im Casino.

Natürlich nicht mehr das kleinkindliche Vertrauen! Die Parameter, Anforderungen, Regeln, die man uns eingebläut hat, haben sich vervielfacht! Wir wurden an diese angepasst!
Und was man immer gerne unter den Tisch kehrt... oder als Ausrede verniedlicht:
WIR HABENS JA NICHT ANDERS GELERNT !!!

Dieses sogenannte "Anpasssungsprogramm" namens Erziehung sollte uns so viele fürs Leben vermeintlich wichtige Dinge lehren...
...aber wie man mit Gefühlen umgeht? Was Gefühl und Vertrauen ist? Und noch so einiges mehr...???

Und dann kommt noch ein weiteres Fakt dazu - speziell im Vertrauen in Menschen:
Wir vertrauen z.B. jemandem etwas an. Letztlich vereinbart man etwas. Sozusagen ein "Grundgerüst eines Tuns".
Dieser Jemand ist aber - bei aller Liebe - ein anderer Mensch. Hat eigene Ansichten, eigene Auffassungen, eigene Verständnisse und Umsetzungen von Dingen.
Wie oft sieht man sogar in wirklich langjährigen Beziehungen und dem vermeintlichen Glauben, den anderen ja "in- und auswendig" zu kennen, dann sogenannte "Vertrauensbrüche" und Enttäuschungen...? Weil man glaubte, der Partner würde ja sowieso tun, wie ich meine. Und dann doch plötzlich "Pustekuchen"...!

Oder noch gleich vorweg: wie oft habe ich schon den Ausdruck gehört, dass man einen "Vertrauensbeweis" verlangt...
Was soll das denn sein???
Meines Erachtens nichts anderes als ein "Probelauf"... basierend auf gleichen Vorraussetzungen. Erwartungen.
Oder ich müsse mir ein "Vertrauen" erst "verdienen"! Ja tooooll!
Ich muss also erst beweisen, ...den Anderen in seiner Beurteilung bestärken...

Wie oft wird vermeintliches "Vertrauen" in etwas oder jemanden gesetzt... und "übersieht", dass der Andere nie gänzlich meine Vorstellungen umzusetzen vermag... bzw auch will...? Der Andere ist und bleibt letztlich der Andere... nicht ich!

Aber egal.... ob es sich nun um "Vertrauen" in einer Partnerschaft, ob am Arbeitsplatz, unter Freunden, in Geschäftsbeziehungen und vieles mehr handelt...

Warum gibt es diesen höchst bedenklichen Satz:  "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!" ...?

Vielleicht, weil Vertrauen nur eine indirekte Abmachung ist und an gewisse Erwartungen, Erfüllungen geknüpft ist? Und eben eine Kontrolle dieser Abmachung zu einer allfälligen Korrektur manchmal notwendig scheinen...? Weil der Andere einzig meine Vorstellungen nicht 1:1 umsetzen kann...?
Vielleicht, weil es genügend Leute gibt, die mittlerweile schon regelrecht das Vertrauen anderer erschleichen, diesen so lange Honig ums Maul schmieren bis sie´s glauben.... und dann werden sie - bildlich gesehen - "geschlachtet"...? Weil es einfacher ist, zu bescheissen.... als sich selbst anzustrengen...

Nur dann ließe sich gleichfalls sofort die Frage... bzw. Fragen anschließen:
Warum betrügen Menschen?
Warum stehlen Menschen?
Warum morden Menschen?
Warum beschädigen Menschen?
Bis hin zu der heute oft schon gar nicht mehr - in ihrer Bedeutung - bekannten "Handschlagsqualität"!
Keiner traut dem anderen mehr, jeder vermutet hinter der nächsten Ecke schon den "Feind".

Und was kommt noch deutlich durch diese Aussage zutage?
Angst! Angst! Angst!
Angst, dass dieses "Vertrauen" ... also die Erwartung ohnehin nicht erfüllt werden könnte! Deshalb kontrolliere ich doch besser...

Nur... wenn ich ohnehin schon so eine Einstellung habe... aus welchem Grund belaste ich mich dann noch selbst damit? Vergifte auch noch das Umfeld mit dieser negativen Energie...?
Wenn ich Angst habe, mein Geld doch zu verlieren... dann geh´ ich eben nicht ins Casino!

Es ist heute schon - aufgrund vieler Vorkommnisse - schon derart viel Misstrauen gesät.... so viel, dass sich aus Angst schier niemand mehr traut, noch zu vertrauen.
Oftmals mittlerweile nicht einmal sich selbst!
Aus einem Mangel und Angst aus sich selbst heraus, seiner eigenen Urteilskraft noch wirklich trauen zu können oder wollen. Aus Mangel und Angst heraus, dass ja der böse andere mich hintergehen, enttäuschen, verletzen könnte.
Und schon wieder sind wir in der Opferrolle, im unwahren Gedanken "des anderen mit Verletzens".
Mangel an Selbstsicherheit, Selbst-"vertrauen".
Zumindest unbewusst aus Angst... denn letztlich steckt in jedem von uns sowohl Gut als auch Böse! Aber grade damit befassen wir uns schon gar nicht.

Warum also gibt es verschiedene Taten von Menschen?
Weil jeder von diesen Menschen einzig und alleine Mängel hat und lebt!!!
Und der irrigen Meinung - aus tiefer Unbewusstheit heraus - aufsitzt, durch eben diese Dinge tun, würden die Mängel gestillt!

Im Außen ... vielleicht JA. kurzfristig ... vielleicht JA.
Aber an der Wurzel, der Ursache...?
NEIN.

Aus welchem Grund sind heutzutage mittlerweile viele Leute der Meinung:
"Wenn ich vertraue, bin ich verloren"....?

Noch einmal: wir leben zutiefst unbewusst.....verbiegen und verrenken uns mittlerweile seit Generationen auf dieser "Kasperbühne des Lebens"... sind nur mehr Schatten unserer selbst. Dümpeln dahin in einem Zwischenschlaf, beschimpfen, be- und verurteilen alle möglichen Dinge und Leute für unsere heutigen Zustände...
...aber nur wenige erwachen und übernehmen die ihnen von Anbeginn zugedachte Eigenverantwortung. Wozu absolute Ehrlichkeit, Authentizität gehört.
WIR HABENS JA NICHT ANDERS GELERNT !!!

Auch wenn viele von uns in so einem Schlafzustand sind... auf unbewusster Ebene laufen die Prozesse nach wie vor ungebremst zwischen Menschen ab. DAS ist es ja grade, was viele so verwundert sein lässt! Unbewusst kommunizieren wir oft gänzlich anders, als wir uns vermeintlich wache Menschen geben! Wir leben Illusion. Wir täuschen bewusst!

Und hier kommt es nun wieder generell auf die Lebenseinstellung und Gedankenwelt eines Menschen an! Bin ich auf einem negativen Energielevel unterwegs....
...ja dann werde ich in der Tat verlieren, wenn ich "vertraue". Es kann gar nicht anders sein.
Wenn sich hingegen Menschen - voll lebend und ruhend in ihrer Eigenverantwortung - begegnen, dann werde ich durch Vertrauen in der Regel nur gewinnen.
Gleiches zieht Gleiches an!

Wieder: es ist doch wie im Casino. Spiel - Einsatz - Verlust....oder Gewinn!
Spiel = Leben
Einsatz = "Vertrauen" - Überzeugung, Erwartung
Verlust oder Gewinn =  Enttäuschung oder Erfüllung der Erwartung

Es sind für mich - auch zu diesem Thema - teils oft wirklich brutale Deja vu´s - wenn ich zurückdenke an meine Erziehung. Was wurde mein Vertrauen in die Eltern und andere von diesen höchstpersönlich enttäuscht! Ich lernte es so. Von Eltern, Umfeld...Gott und der Welt. Ich sah die Resultate und Verhaltensweisen der Enttäuschten!
Und was machte ich: genau dassselbe! Da man ja keine anderen Referenzwerte oder das kleine Engerl auf der Schulter sitzen hat, dass einem die Wahrheit zeigte, nimmt man solche vorgelebten Verhaltens- und Gedankenmuster für real an. Als richtig an.
Auch dies ist ein Part, bei dem unwahre Gedanken geradezu erschaffen werden mussten, die uns bis ins Heute verfolgen.
Und so geschieht es seit unzähligen Generationen.

Gehen wir doch nur einmal einen Moment IN UNS...
Hin... zu jenen Momenten, in denen wir in unserem "Vertrauen geschändet" wurden... Also eine von uns angenommene Erwartung nicht erfüllt wurde...

Angekommen?

Getrauen wir uns auch hinzusehen zu den Momenten, in denen wir selbst das Vertrauen anderer getreten haben? Also Erwartung anderer nicht erfüllt haben. Und sei es nur in einer winzigen Kleinigkeit...  Wer kennt das Wort "Notlüge"...?  Oder "Schwindeln"....
Und kein Einziger soll mir bitte jetzt sagen, er hätte das noch nie getan!!!
Keine Angst - ich schließe mich hier nicht aus! Ich war doch selbst lange unbewusst und schlafend!
Was ist das für ein Gefühl?

Toll???

Also ich behaupte: "Toll" geht ganz anders!
Nur: heute habe ich mich dazu bekannt, ich habe es angenommen als einen Teil von mir.

Doch was zeigt uns denn das Alles im Außen...???
Es zeigt uns alles IN UNS! Das Leben spiegelt uns im Außen unser Innen! Nicht bei jedem gleich stark, nicht immer 1:1... aber es tut es!

Wenn wir jemandem oder niemandem vertrauen können, wollen... wer wagt zu behaupten, zumindest sich selbst trauen zu können oder zu wollen? Das gibt es nicht! Was IN uns nicht funktioniert, klappt auch im Außen nicht.

Und womit geht die "Verletzung des Vertrauens" doch immer einher?
Mit einer Enttäuschung?
Wir haben uns also in etwas oder jemandem getäuscht...!? Eine Situation hat sich geändert. Ein Mensch hat die Erwartung nicht erfüllt, die man in ihn setzte.

Und unweigerlich fallen wir zumeist sofort in eine Opferrolle! Geben dem vermeintlichen Täter die Schuld.
"Dieses Dreckschwein hat mein Vertrauen missbraucht!" Oder ähnlich.
Wir beschuldigen den Anderen, lenken von uns weg, machen uns zum "Opfer". Ist ja einfacher.


Wo und wann... und wie oft haben wir uns denn selbst "missbraucht", enttäuscht...?  Sich schon mal diesen Gedanken erlaubt...?

Ent-Täuschung.
Ich definiere dies:
"Ent-": ich begebe mich aus einer Sache, Situation heraus. In dem Fall - aus der Täuschung heraus.
Was ist die Täuschung?
Nicht die Sekunde, sondern der gesamte Prozess... die gesamte Zeit der Nichterfüllung der Erwartung. Vom Zeitpunkt an, wo ich jemandem übertragen habe bis hin zur Feststellung, dass nicht erfüllt wurde. Zur Feststellung, dass ich mich getäuscht habe! Meine Überzeugung - basierend auf meinen Erfahrungen und geglaubtem Wissen - unrichtig war.

Und hiermit aber gleich zur Eigenverantwortung!
Ich stelle fest, dass ich mich getäuscht habe! Der Irrtum liegt also bei mir!
Weshalb?
Weil ich aufgrund MEINER Erfahrungen und Annahmen wohl dachte, dass der Andere genau die selben Erfahrungen oder Annahmen u. dgl. verfolgte.
Der Andere ist aber nicht Ich. Hat sein Leben, seine Erfahrungen, seine Motive und Vorgehensweisen.
So gut ich den Anderen auch zu kennen glaube... Ich war einer Überzeugung... diese war aber offenbar unrichtig. Ich darf nicht dem Irrtum aufsitzen, meine Verantwortung überschreiten... anzunehmen, der Andere wäre ich!
Hierin liegt das sogenannte "Risiko" im "Vertrauen".

Und ganz ehrlich - im Sinne der Energie- oder Lebensgesetze, denen zufolge Gleiches sich anzieht...

Ahaaaaaaa.........!?

Welchen Schluss dürfen wir also daraus ziehen...?  Zusätzlich zu den Ergebnissen des Spiegelgesetzes...?

Wollen wir wieder raten...?
Oder schält sich da ganz von alleine aus dem undurchsichtigen Nebel zumindest schemenhaft ein Bild...?

Wenn wir hier an diesem Punkt nun zusammenfassen:
Es kommt doch - ganz nüchtern betrachtet - dieses sogenannte Vertrauen einer Art "Wette" gleich.
Wir können alles mögliche an Erfahrung und Einschätzung einer Situation oder eines Menschen zusammenlegen...  Ein gewisses Quantum an "Restrisiko" bleibt immer.
Ich kann halt eben dem Anderen nur immer bis zur Stirn sehen. Nicht in das Dahinter...!
Die Situation entwickelt sich weiter so, wie ich annahm, hoffte, einschätzte. Oder eben nicht.
Der Mensch meines Vertrauens erfüllt die Erwartung, wie ich annahm. Oder eben nicht.


Nur - wie kriegen wir hier jetzt aber möglicherweise die Kurve?

Könnte es sein, dass Bewusstheit und Eigenverantwortung hier ein sehr großes Stück "mitzureden" haben...?
Liebe "lasse ich hier jetzt außen vor". Denn Liebe IST. Sie ist in allem und jedermann.

Bewusstheit und Eigenverantwortung hingegen darf ich selbst erzeugen, leben.

Fangen wir also da an: wie kann ich mir selbst vertrauen?
Durch in mich gehen, und dort einmal absolut schonungslos aufdecken, wo ich mich teils ständig selbst bescheiße!? Verbiege, verberge hinter Masken und Ausreden....
Indem ich grade auch meine Schattenseiten betrachte, hinterfrage, durchleuchte....und liebevoll annehme....!? In dem ich anfange, die mir und meinem Leben übertragenen Aufgaben zu leben...?
Vor allem zu TUN .... nicht ständig auf andere abwälzen!
Annehmen heißt natürlich nicht, frisch frank fröhlich dann dort weiterzumachen, wo man zuvor aufgehört... unterbrochen hatte! Im Gegenteil!
Annehmen heißt für mich: auch diese Seite in mir als Teil von mir akzeptieren. Da ich jedoch zumeist erkenne, dass mich diese Seite nicht wirklich weitergebracht hat... werde ich im Folgenden anders tun.

Doch wenn ich insgesamt bereit bin zu erwachen.... anzusehen... und endlich meine Positionen und meinen Wert im Leben kennen zu lernen und zu leben...
...Wenn ich bereit bin, endlich für alles, an und in mir die Verantwortung zu übernehmen und zu leben...
Für mich! Nicht den Partner, nicht den Kollegen, Freund, Chef bis hin zum Papst oder Gott. Meine Verantwortung!
Wenn ich dies bereit bin zu tun... und tue... 
Was glaubt Ihr? 
Sind wir dann bereit, zu allererst dann einmal uns selbst zu vertrauen...??? Können wir von uns selbst erwarten, dass wir uns an unser Leben halten? Können wir von uns selbst erwarten, dass wir uns an die Regeln des Lebens halten...? Können wir mit uns selbst die Vereinbarung halten...? Können wir uns selbst trauen / vertrauen...?

Könnte da auch - aus Respekt vor meinem Gegenüber - erneut der Spruch helfen:   " Was du nicht willst, dass dir man tu....!?"

Nochmal:
Wenn man das Vertrauen so ein wenig nüchtern betrachtet, umschreibt es doch eigentlich einen Deal, eine Vereinbarung.
Oftmals nicht direkt so ausgesprochen... aber im Innersten so gemeint. Das Wort "Vertrauen" wurde in gewissem Maße  als "Tarnung" für eine gewisse Erwartung verwandt.

Beispiel 1: ich "vertraue" meinem Mitarbeiter die Erledigung von Firmenaufgaben an. Unweigerlich damit verknüpft - ich erwarte natürlich eine Erfüllung dieser Aufgaben. 
Beispiel 2: ich "vertraue" jemandem mein Kind an. Freund, Kindergarten, Schule, wem auch immer. Unweigerlich damit verknüpft - ich erwarte, dass man auf mein Kind achtet!
Beispiel 3: ich "vertraue" meinem Partner/meiner Partnerin in der Beziehung. Unweigerlich damit verknüpft - ich erwarte, dass mein Partner/meine Partnerin sich dran hält.

Das sind also nichts anderes als Deals, Vereinbarungen - nur halt unter einem Deckmantel des Wortes "Vertrauen".
Und wo bekanntlich Erwartungen sind... sind Enttäuschungen nicht weit. Nicht immer ... aber doch oft.
Es kommt immer auf die Sichtweise an! Macht der Gedanken...!
Es kommt drauf an, ob jeder seine Verantwortung lebt... oder nicht.

Sind wir also verloren - wenn wir vertrauen...?


Und damit möchte ich mit meiner These den Kreis schließen - auch wenn es wie eine Wiederholung scheint...:

Ich sage grundsätzlich: Nein - wir sind deshalb nicht verloren!

Wir dürfen uns hier nur erneut einer großen Eigenverantwortung gewahr werden!
Und aus diesem Grunde - wenn wir diese für uns selbst, aus Respekt vor uns selbst, ....aus Respekt vor dem Anderen, dem Leben und einer Liebe leben - werden wir dann auch an uns übertragene Aufgaben - und somit Verantwortung, von uns aus erfüllen.

Ich darf mir nur jene Fragen stellen, bevor ich "vertraue":
Vertraue ich mir selbst?
Und:
Sobald ich etwas aus meiner Verantwortung jemand anderem übergebe... bin ich bereit, dann auch anzunehmen, dass der Andere nicht Ich ist? Dass der Andere seine Art und Weise der Verantwortung lebt und trägt? Soferne er es tut... Bin ich bereit, alles was daraus resultiert anzunehmen als das Leben, das geschieht? Und bin ich bereit, im Falle des Falles auch zu erkennen, dass ich mich getäuscht habe in meiner Beurteilung?
"Vertraue" ich dem Leben grundsätzlich...?
Gehe ich ins Casino uns mache meinen Einsatz... oder lass ich´s lieber bleiben?

Wenn wir also vertrauen, dann dürfen wir uns im Falle des Scheiters selbst an der Nase packen. Wir haben uns getäuscht und dies erfahren. Punkt. Kein Drama. Wir haben die Möglichkeit, in Zukunft anders zu handeln, denken.
Wenn wir vertrauen und es hat wunderbar geklappt... dann haben wir gewonnen. Freude, Selbstvertrauen, Erfahrung.

Ich - für mich selbst - werde weiterhin vertrauen. Aus genau diesem sich mir darstellenden, neuen Gesichtspunkt. Leben ist Erfahrung. Leben ist Lernen. Mit allem darin.



Nochmal kurz auf Beispiel 3 - auf Beziehungen - zurück kommend, da dies ja oftmals ein "heißes Eisen" ist und ein wenig "Sonderfall" darzustellen vermag...

Dieses sollte man grundsätzlich einmal aus der Sicht überdenken:
Stelle ich an den Partner, in einem solchen Sinne Erwartungen unter dem Deckmantel "Vertrauen"..., zum Beispiel dass ich "vertraue", dass mein Partner nicht fremdgeht... und erwarte nun eben (von meinem Partner), dass sich diese Annahme, Überzeugung als richtig herausstellt... er/sie eben nicht fremdgeht...
...ja dann wirft sich in diesem Sinne einer behaupteten Liebe grundsätzlich auf, ob es wirklich unbedingte Liebe ist... oder mehr eine Zweckgemeinschaft, um irgendeinen Mangel in mir selbst auszugleichen.
Erwarte ich von meinem Partner - egal was. Einschließlich "Erfüllung meines Vertrauens".... oder liebe ich ihn, wie er ist, was er tut?
Liebe ich ... oder deale ich...?
Dazu jedoch einmal in einem anderen Beitrag ausführlicher!  :-)


Diesen sehr weisen Rat im Bild möchte ich jedem mitgeben. Ich sehe Vertrauen als Chance.
Viel Licht und Liebe Euch allen!

Euer Prinzerl