Mittwoch, 17. Juni 2015

Wer vertraut verliert? Blödsinn!


Einen schönen Abend liebe Leute!

Da darf ich Euch mal berichten über eine Sache, die sich da zutrug diesen Jahres....   :-)

Ich wurde eingeladen zum Österreichischen Fernsehen, um zum Thema "Vertrauen" ein wenig aus dem Leben beizutragen...

...Nebst dem, dass das Thema nun in der Tat ein breit gefächertes ist, war es jedoch ein aufschlussreicher Tag. An dieser Stelle nochmals lieben Dank an Doris vom ORF, welche uns je hier sehr gut vorbereitete..., und an Matthias - unseren Betreuer während der gesamten Aufzeichnung. Und an Barbara mit Team für die gute Moderation und Aufnahme.

Ferner war es ein Tag, an dem ich wieder sehr nette Menschen kennen gelernt habe!
Der Sendebeitrag ist am Ende meines Blogs angeschlossen zum Ansehen!


Zum Vertrauen nun selbst...
...ich widmete diesem schieren "Zauberwort" ja schon in anderen Beiträgen einige Zeilen...

Vertrauen ist für mich einerseits sehr wichtig, ja teils geradezu unersetzbar.

Andererseits jedoch für mich nicht DAS Ding, an dem ich viele Dinge meines Lebens festmachen würde.

Klar teilen viele die Meinung "Wer vertraut verliert".

Nur... was verliere ich denn?
Höchstens meinen Stolz, mein Ego wird angekratzt, weil ich nicht Recht hatte...

Ich beurteile zuerst eine Sache, eine Situation, eine Person... aufgrund meiner bisherigen Lebenserfahrungen, meiner Erfahrungen mit dieser...
...und übertrage anschließend der Sache, der Situation, der Person eine Aufgabe, Verantwortung.

Der Bergsteiger vertraut dem Haken, dem Seil, an dem sein Leben in der Tat hängt.
Der Verkäufer vertraut der wirtschaftlichen, finanziellen Situation seines Kunden, dass der dieses Auto jetzt auch wirklich kaufen kann.
Nochmal der Bergsteiger.... er vertraut seinem Kollegen, dass dieser den Haken im Feld richtig setzt. Ansonsten gehen beide tot.

Ich beurteile! Ich hoffe! Ich setzte das nun Folgende voraus! Ich vertraue!

So.
Was, wenn nun aber diese Beurteilung, Hoffnung, Annahme.... falsch war...?

Wer ist nun der Böse?

Das Seil bzw. der Hersteller?
Die Firma, die Bank.... was weis ich wer den Kunden ins finanzielle Desaster getrieben hat?
Der Bergsteigerkollege?

Den uns angelernten Mustern zufolge, wäre man im ersten Impuls versucht, natürlich sofort dem Anderen die Schuld zuzuschieben.

Aaaaaber....
... WER hat denn jetzt letzten Endes beurteilt? Gehofft? Angenommen? Vertraut?

Seien wir doch mal ehrlich!

Bei all der versuchten Perfektion heutzutage... Produktionsfehler passieren an allen Ecken und Enden! Also. Will ich erst alles bis ins Detail kontrollieren, analysieren... oder gehe ich in der Regel davon aus, dass es schon passen wird? Traue ich mir und meiner Erfahrung soviel zu, eben die Sache richtig zu beurteilen, anzunehmen...?

Was ist mit Situationen? Wie oft geht denn - ganz nüchtern betrachtet - eine Situation schon aus purer Selbstüberschätzung in die Binsen...? Bin ich also der Mega-Checker...?

Und wenn es um Menschen geht, wirds jetzt extrem heikel!
Maße ich mir an, den Anderen wirklich soooo gut zu kennen, soooo gut zu durchschauen?
Oder ist dies nicht auch vielmehr oft nur ein Konstrukt unseres eigenen, lahmenden Egos?

Und überhaupt:  BIN ICH DER ANDERE...???

Ich sage nein, nein...und nochmals NEIN!

Man kann sich noch so ähnlich sein, in Tun und Charakter und Glaube... und was weis ich noch!
Aber man ist nun einmal nicht der Gleiche!

Und so kann ich unmöglich rein aus einer Annahme heraus erwarten, dass mein Gegenüber etwas.... auch das sogenannte Vertrauen.... genau so erfüllt, wie ICH das haben will!  ER/SIE ist nicht ICH!!!

Wie in dem Beitrag dann auch kurz angeschnitten...
...mangelndes Vertrauen stammt auch aus Mängeln der Kindheit!

Erzeugt, geschaffen von uns selbst. Unter der Annahme unwahrer Gedanken. Gedanken eines teils unwahren Systems, Umfeldes.

Mängel wie Unsicherheit, Angst, Eifersucht, Minderwertigkeit ... und noch viele andere Facetten.


Kurzum:
Wenn ich also vertraue... dann geht dies in erster Linie von mir aus! Der Ursprung!

Es ist irgendwie wie ein Casino-Besuch:  
Ich setze = vertraue
Ich gewinne - oder verliere.
Die Chancen stehen zumindest 50:50

Wenn also mein Vertrauen vermeintlich gebrochen wird, darf ich mir unter anderem die Frage stellen:
Wessen Vorstellungen einer Umsetzung hat der "Betraute" nun getätigt? Seine.... oder meine?
Ist Er/Sie Ich?

Und dann die bedeutendste Frage:
Was habe ich mit diesem Vertrauen getan?

Ich habe nichts anderes getan, als meine Macht, meine Verantwortung jemand anderem übertragen!

"Ich habe darauf vertraut, dass mein Partner nicht fremdgeht!"

So.
Hat er aber doch.

Und jetzt?
Was folgt?

Enttäuschung.     Ent-Täuschung.     "Ent-"... aus etwas heraus.     Aus der Täuschung heraus.

Wenn man´s genau nimmt, kann man bitte ja sogar froh sein, über die Enttäuschung!
Ich komme aus ihr - der Täuschung - heraus! Sie hat ein Ende!
Diese Enttäuschung markiert den Zeitpunkt, an dem ich erkenne, dass ich einer Täuschung aufgesessen bin und beende sie!

Egal nun, ob diese Täuschung von etwas, von jemandem bewusst oder vielfach sogar unbewusst begangen wurde!
Diese sogenannte Täuschung besteht ja sehr oft sogar nur in uns selbst. Eben daraus, dass wir uns selbst auf jemanden anderen projezieren. Wir annehmen, er/sie wäre gleich ist! Wir annehmen, gerne hätten, träumen.... was der/die Andere wäre, zu sein hätte, zu tun oder zu lassen hätte....und vieles mehr!
IST ES ABER NICHT!
Es ist nur unsere Annahme!
Und das Leben beendet nun auf seine - zugegeben manchmal eigene Weise - diese Täuschung in uns!

Wessen Verantwortung obliegt es, was ich mit meinem Leben mache?
Meiiiiiiiner....
....oder Deiner?

Ein krasses Beispiel - ich weis!

Doch da sind wir dann wieder eben bei der Eigenverantwortung angelangt! Und dabei, ob ich mich in des Anderen Leben einmische, ihm/ihr vorschreibe, Ansprüche daraus resultiere... 
....oder ob ich mich einzig und alleine um mein Leben kümmere!


Ich habe mich in diversen Beiträgen schon eingehend mit diversen solchen Themen befasst. Wer Lust hat, kann gerne auf meiner Seite www.der-kreis-des-lebens.com nachlesen!


Worum es mir also geht:
Vertrauen geht in jedem Fall von mir aus!
Wenn es nicht erfüllt wird... es ging von mir aus! Dann habe ich mich in meiner Einschätzung vertan!

Natürlich ist man im Nachhinein immer gescheiter!
Aber...
...wir sind doch bitte Erwachsene.

Wenn ich einsetze, besteht die Möglichkeit zu verlieren. Oder auch zu gewinnen!

DIES sollte ich mir immer im Hinterkopf bewahren!
Und dann entsprechend VORHER überlegen, ob ich dieses "Risiko" auf mich nehmen will,... oder eben nicht!
Und nicht nachher Gott und die Welt verantwortlich machen und beschuldigen!
Mein Einsatz - mein "Spiel"!

Deshalb nochmal...
..."wer vertraut, verliert"... ist höchstens die sehr pessimistische Variante dieses "Spiels".

Man kann auch genau so gewinnen!

Und noch Eins!
Wir hörten doch sicher schon vom Gesetz der Resonanzen... oder von Spiegelgesetzen....  :-)

Muss ich in diesem Zusammenhang noch mehr wiederholen?

Wenn ja - schreibt mich an!
Nur ... dann habt Ihr doch noch nie davon gehört... oder es nicht verstanden...  

Noch einen schönen Abend

Euer Prinzerl