Mittwoch, 9. September 2015

Das Raubtier "Zeit"


Hallo beisammen!

Soooo....
...nach meinem Urlaub, in dem ich - zumindest von mir aus - unbeabsichtigter Weise doch einiges an Zeit mit mir selbst verbringen durfte...

...da möchte ich nun heute gleich einmal genau diesen Thema "Zeit" ein paar Gedanken widmen!

Auch wenn vielleicht einige keine "Trekkies" sind, oder Science Fiction-Filme nicht unbedingt mögen...
...lassen wir das mal kurz beiseite...!


Ich möchte vielmehr aus einem der Filme einen kurzen Auszug bringen, der sich für mich in seiner Bedeutung in den letzten Jahren merklich geändert..., vertieft hat...

Hier das Video:




Zeit als Raubtier also...

Doch vielleicht erst nochmals zum Anfang...

Wie ergeht es uns im täglichen Leben?

Wann denken wir an die Zeit?

Oft als "Paradebeispiel" werden wir konfrontiert mit unseren Kindern - soferne wir welche haben.
An den Kindern merken wir sehr schnell und direkt, wie die Zeit vergeht.
Oder vielleicht ein anderes Beispiel: wenn wir auf etwas warten...  Und sei es nur, dass der jeweilige Tag wieder vorübergeht, weil er unangenehm sein könnte... oder ist.

Es gäbe sicherlich unzählige Beispiele...   Doch - wie auch im Video - scheint mir verstärkt hervorzutreten, dass eine bewusstere, kurzfristige "Verbindung" zur Zeit jeweils immer dann eintritt, wenn etwas vergangen ist. Vorbei ist. Abschied genommen werden will und soll. Womöglich noch schön war...
...nun aber losgelassen werden will oder soll...!

Doch ist es doch irgendwie einzig eine Art "Hochschrecken". Ein zumindest kurzzeitiges Erwachen aus einem sonst gängigen Trott.
Ein Auftauchen aus einem Meer an Unbewusstheit eines hinlänglichen Lebens.
Wie wenn der Boden plötzlich vor einem aufbricht...

Ich habe nun nicht die Absicht, erneut die ganze Geschichte eines Anpassungsprogramms Erziehung zu wiederholen.
Nur kurz...: Auch diese Art Unbewusstheit erlernen wir im Zuge des Heranwachsens!



Jetzt ein anderer kurzer Ansatz zur Zeit und der Bewusstheit:

Wer kennt dies?

Man ist zu einer Tätigkeit ... oder auch Untätigkeit eingeteilt. Sei es nun freiwillig oder unfreiwillig. Bei "unfreiwillig" spreche ich zum Beispiel jetzt auch wieder eine Arbeitstätigkeit an, eine Sache die man vielleicht schon eine halbe Ewigkeit hinausschiebt... usw. usw.
Wenn man nun diese Tätigkeit / Untätigkeit machen soll, muss.... wie oft sieht man auf die Uhr? Alle halbe Stunde...? Alle 10 oder 5 Minuten...?
Ja man denkt an die Zeit...
Aber man hat den Eindruck, als hätte man Bleischuhe an. Als käme man mit seinem Arsch nicht vom Fleck. Wir eiern förmlich durch den Tag.   Es ziiiiiieeeeeeeehhhhhht sich..... 
Oh Goooooooooooott....!



Und jetzt: jetzt können, sollen, dürfen wir etwas machen, worauf wir schon seit Urzeiten tierisch Bock haben, wobei das Herz singt und weit wird, wo alles Andere einfach unwichtig ist...
Wir begannen früh morgens...
...als wir grade wieder auf die Uhr sehen...
...sind Stuuuuunden vergangen. Es ist gar Abend...!
Einfach weg. Vorbeigerast. Unbemerkt.



Beim ersten Beispiel starren wir geradezu auf die Zeit, beobachten den Zeiger bei jedem Sprung auf die nächste Minute, Stunde...

Beim zweiten Beispiel widmen wir uns voll und ganz dem eigentlich Tun. Zeit? Wen interessiert Zeit in dem Moment...?

Könnte man also - zumindest für einen Moment - dem Gedanken Raum verleihen, dass man -
bezugnehmend auf ersteres Beispiel - die Zeit in der Tat als eine Art "Raubtier" betrachten könnte?
Welches neben uns, um uns lauert? In Momenten eines Stresses gar jagt...?
Wie sieht es z.B. aus mit dem Älterwerden...?
Was wollten wir denn noch alles tun, sehen, lassen...?
Jagt uns die Zeit? Jagd sie uns davon...?

Oder...
...ist sie nach einem Erwachen aus jener bekannten Unbewusstheit nicht mehr das Raubtier, sondern einzig Begleiter im Laufe unseres Lebens...?
Ist die Zeit auf ihre Weise in manchen Situationen Spiegel, Arsch-Engel... um uns in der Tat daran zu erinnern, dass wir das jeweilige Tun genießen sollen...?

Gar auch unangenehme Dinge genießen???
Ja wie bekloppt klingt DAS denn???

Und ich sage zunehmend: JA!

Denn sehen wir´s mal ganz einfach von der "nüchternen" Seite:
Was, wenn es Morgen nicht mehr gibt...!?!?!?

Denn in der Tat ist es definitiv so: Jeder einzelne Moment...  ja... er mag vielleicht ähnlich wiederholt werden...
...DOCH...
...so wie der jeweilige Moment grade ist, so ist ER. Und nur ER. 
Und er wird SO nicht wiederkommen! Nie mehr!

Ich beschrieb in meinem kürzlichen Blog von meiner Begegnung mit der Dunkelheit, mit der absoluten Stille in jener naturbelassenen Höhle.
Gemeinsam mit Anderen.
Einerseits um gemeinsam die aufregenden Bauwerk-Wunder des Lebens zu betrachten, auszutauschen...
...andererseits die Dunkelheit und Stille zu genießen.
Und auch hier schälte sich für mich nun ein weiteres Umriss eines ehemaligen "Monsters" aus dem Nichts: Zur Dunkelheit, Stille, gesellte sich nun auch die Zeit in völlig neuer Empfindung.


Dieses Erlebnis gab mir - in nicht festzulegender "Zeit" - die Möglichkeit, diese Dinge nicht als "Raubtiere" zu sehen. Sondern in der Tat als Begleiter.

Fragt mich nicht wie...
...doch in jenem Moment dort... wie in Gedanken, zu jeder Zeit frisch wie dort erlebt... wurde alles völlig zum Sein.
Unbeschreiblich!


So ähnlich, wie man nun ein Glas Wasser halb voll ... oder auch halb leer sehen könnte...
...so ähnlich sähe ich - jetzt auf jeden Fall für mich - hier eine klare, eindeutige Einladung, noch mehr bewusst zu werden für den Moment! Jeden Moment!





Noch ein großes Thema in diesem Zusammenhang...:

"Ich hab keine Zeit!!!"

Wer kennt sie nicht, diese so absolut saudämliche Aussage...?!?!?!?

Bevor hier gleich Gemüter hochbrausen...  JAAAAAAAAAA...
Der Mensch, die Gesellschaft, jeder für sich selbst... hat sich aus den verschiedensten Gründen ein tägliches Leben auferlegt.
Das System gibt mittlerweile z.B. vor, dass wir wohl irgendwo Brötchen verdienen sollten, um das tägliche Leben finanzieren zu können. Partner, Kinder, Hobby usw. usw.

DOCH....
...jetzt erinnern wir uns bloß man an so manchen Morgen, an dem wir auf dem Weg zur Arbeit sind..., an dem wir unsere Arbeit betreten...
...und blicken einmal in Ruhe in die Gesichter der Menschen, die uns da begegnen...

Sieht SO Freude aus???
Oooohhhhh Gott!

Gut. Wir haben also einen Job.
Und?
Wem obliegt es, wie wir diese Arbeit vollbringen?
Dem Chef etwa?

Fehlanzeige!
Uns!
Wir sind die Gestalter.
Und jetzt sag mir bitte einer, er hätte keine Zeit!?

Was machen wir in der Freizeit?
Uns irgendwelche Action um die Ohren blasen, shoppen solange, dass ein ausführlicher Wandertag im Vergleich wie Kinderkram aussieht, saufen, ins Fitnessstudio rennen, vor dem Fernseher oder PC den Geist vermüllend verfaulen...? Und noch vieles mehr...
Ablenken nach allen Regeln der Kunst... vor allem vor uns selbst? Wir verplempern regelrecht für allen möglichen Kram alle mögliche Zeit...
Und jetzt sag mir bitte einer, er hätte keine Zeit!?

Dann sage ich:

Denn wir es auch abschließend so schön im Video ausgedrückt wird:
Unbewusste Menschen mögen Andere nach deren Erfolg im Außen bemessen und in Erinnerung behalten. Schon alleine unsere Erziehung hat uns großteils dazu angehalten. Derjenige gilt mehr, der mehr hat...
Ihr kennt die Werbung: Treffen sich zwei alte Freunde... sagt einer gleich unter Vorlage von "Beweisfotos":  "Das ist mein Haus, mein Garten, mein Boot, mein Pferd,...mein.....und und und..."...?
Und das Gesicht des Anderen wird immer länger und betrübter...

Doch wie immer liegt es am Einzelnen, ob dieser nun doch erwacht aus diesem zähen Morast einer Unbewusstheit.
Für mich liegt die Anziehung - jeden Tag mehr - darin, Menschen danach zu sehen, WIE sie gelebt haben! Nicht womit!
Und zu sehen!
Nicht bewerten oder beurteilen! DAS läge weit außerhalb meiner eigenen Verantwortung!

Mir selbst wird dabei teils erheblich bewusst, wie sehr ich mich zuvor aufgrund der Unbewusstheit oft ständig um Andere gekümmert habe. In anderer Angelegenheiten gemischt habe.
Dabei habe ich doch so ungemein viel mit mir selbst zu klären und tun. Zu lassen und sein.

Ich fände, dies ist weit entfernt von Egoismus oder Ignoranz.
Ich bin nach wie vor offen, hilfsbereit...
Doch dies geschieht mehr und mehr aus gänzlich anderem Blickwinkel. Im Moment kann ich´s noch nicht mir Worten beschreiben...


Für mich liegt zunehmend mehr Aufgabe darin, für mich selbst...
...noch langsamer zu gehen. Bewusster zu werden.
Nicht die Bedeutung des Seins zu entdecken, zu erforschen...
...sondern mehr durch "geschehen lassen" einzutauchen!

Da hörte ich erst heute den Spruch: "Wer die süßesten Früchte haben will, darf sich nach oben
strecken!"
Jo. Grundsätzlich wohl wahr.
Aber mit dem "Strecken" ist es aber manchmal nicht getan. Man kann sich noch so strecken, winden, drehen... es reicht nicht! Soll vielleicht nicht reichen...?
Was aber nun, wenn man ergänzen würde: "Schenke dir noch ein wenig mehr Geduld und warte, bis dir die süßeste Frucht von selbst zufällt"...?
Denn... wenn es so sein soll, wird genau dies passieren!
Wir erinnern uns?
Resonanz...!?



Wie nun mit den letzten Worten im Filmausschnitt gesagt wird...
..."denn letztlich sind wir alle nur sterblich..."

Freilich. Hier gehen Meinungen auseinander. Jeder mag hier denken und glauben was er mag - da halt ich mich völlig raus.
Dieser ganze "religiöse Kram" ist für mich zumeist nur Märchen und verzweifelter Versuch, irgendwie künstlich Glauben an etwas zu schaffen. Zu implizieren.
Glaube entsteht jedoch durch Liebe, Bewusstheit, wächst... von selbst. Oder auch nicht.

Ich für meinen Teil glaube...
...ja... die körperliche Hülle IST sterblich. Gerade deshalb geraten ja viele mitunter irgendwann in Stress...

Doch bestehen..., SIND wir doch im kleinsten Maßstab Energie.
Stirbt auch Energie?
Was wissen wir wirklich über Energie... bzw. im Weiteren über die wirklichen "Geheimnisse des Lebens"...?
Ist Energie nicht doch unendlich...
...unsterblich...?

Jetzt mal gänzlich ohne irgendwelchen fantastischen Kauderwelsch, den sich so manche da
krampfhaft aus ihren Gehirnwindungen wringen....:

Ich hielte so manche Äußerungen und Vorgaben schlichtweg für einen Fall für die Klapse!

Aus einem einfachen Grund: Der Mensch ist aufgrund seiner Konzeption ganz einfach nicht dafür geschaffen, Geheimnisse eines allumfassenden universellen Lebens zu verstehen. Da kann er forschen, erklären oder Schwachsinn verzapfen was er will...
Es ist so! Punkt!
Auch dies darf genau so angenommen werden!
Ich empfinde so manch verworrenen "Erklärungsversuch" ebenso als krampfhaften Versuch, etwas zu erklären, was man nicht erklären kann. Widerstand gegen die Annahme des Seins. Mehr nicht.


Ich habe nicht vor ewig zu leben. Da dies biologisch schon nicht möglich ist.
Jedoch habe ich durchaus vor, in diesem Leben möglichst viele kleine Ewigkeiten zu schaffen!

Genau durch erwähnte Bewusstheit, durch Respekt, durch Liebe!


In diesem Sinne schließe ich heute mit einem Herzenswunsch für Euch:

"Erlebt für Euch... und gemeinsam...
Schafft für Euch... und gemeinsam... ebenso viele kleine, bewusste Ewigkeiten!"

Denn sie werden es sein, die uns im Reigen des Lebens in der Tat unsterblich machen!

Euer Prinzerl




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