Samstag, 10. Oktober 2015

Positives Denken: Weg des Heils - oder der Abschottung und Selbstbetrug?


Positives Denken

Hallo liebe Freunde...
...heute, bei diesem meinem Blog!



Also ich finde dieses Thema durchaus interessant. Betrachte es aber dennoch mit "gemischten Gefühlen".
An sich ist die Bezeichnung "positives Denken" ja nichts so ganz Neues mehr. Schon im 19 Jahrhundert tauchten solche Bezeichnungen seitens R.W. Emerson auf.
Im Weiteren wurde das "positive Denken" von diversen New-Age-Bewegungen aufgegriffen, in der Meinung, dadurch etwas zu verändern.
In den letzteren Jahren wurden diese Begriffe um das "positive Denken" meiner Meinung nach jedoch - wie so Vieles - neuerlich nur einer Geschäftemacherei einverleibt.
Viele MLM´s (Multi Level Marketings) bauten diese Affirmationen in Ihre Ausbildungen und Geschäftsstrategien ein, um die vermeintlichen Mitarbeiter zu pushen. Zu einem angeblichen Erfolg zu führen.
Nicht zuletzt basiert meiner Meinung nach ein Teil  der NLP ebenfalls auf eingebundenem "positiven Denken". Also sprachlich gebundener, versteckter Beeinflussung.


Wer meinte, ich wringe mir das nur aus meinem Hirn, der irrt. Ich war einige Jahre Teil davon. Da wurden ganze Events organisiert, in "höchsten Tönen geflötet", alles war einzig und alleine "mega-super" usw usw.
Hatte eine Etage tiefer noch ein anderes Unternehmen sitzen, die es sogar noch "ausfälliger" betrieben...  Weithin hörbar.
Da mir diese "Lehrweise" des vermeintlich positiven Denkens aber zusehends nur mehr maximal ein gelangweiltes Gähnen entlockte... 
... oder präzise beschrieben, sich mein Herz immer mehr und mehr gegen diese stumpfsinnige "Wunderformel" auflehnte, war mir wohl keine großartige Zukunft im Unternehmen beschert.



Widmen wir uns doch erst einmal wieder der hinlänglichen Definition:

Positives Denken ist ein Konzept, das in Persönlichkeits- oder Motivationsseminaren sowie in entsprechender Ratgeberliteratur Anwendung findet. Weitere Synonyme sind „neues Denken“, „richtiges Denken“, „Kraftdenken“ oder „mentaler Positivismus“. Positives Denken ist nicht zu verwechseln mit Positiver Psychologie.
(Quelle: Wikipedia)



Ich bin absolut auch kein Freund von DIESEM sogenannten positiven Denken! Sich die Birne “zumauern” mit allfälliger Phrasendrescherei.

Simples Ablesen oder künstlichen Glauben erwirken zu wollen, gliche dem krampfhaften Versuch, einen Ferrari mit Dieseltreibstoff zum Laufen zu bringen!
Solange das eigene Herz nicht als DER Motor für alles erkannt und angenommen wird..., solange nicht das Herz selbst die Sätze, die Wünsche ausspricht... solange wird jegliche Affirmation vergeudete Zeit und lediglich Frustpotential sein.


Es brächte also nichts, am morgen mit mieser Laune aufzustehen, die Frisur von schräg nach links, vor dem Spiegel anzutreten und generalstabsmäßig dann irgendwelchen "Affirmationsscheiss" runterzuleiern...
...in der Meinung oder Hoffnung, das würde auch nur irgendwas ändern!


Ich würde an dieser Stelle mal kurz weiter ausholen wollen...:
Viele von uns erkennen, dass wir schon von Kindheit an einem regelrechten Anpassungsprogramm unterzogen wurden. In diesem Programm wurde mehr oder minder mit "Nachdruck" organisiert, dass die eigentliche "Festplatte des Lebens" überschrieben wird. Mit diversen Vorgaben, Regeln, Notwendigkeiten, Gesetzen. Eben solchen, die an sich die Freiheit des Menschen beschränken. Im Irrglauben, diese Regeln und Gesetze würden in Wahrheit auch nur den geringsten Schutz bieten. 
Im Grunde genommen war dies - im Fluss der generellen Abschiebung von Eigenverantwortung - nur eine "Einschulung", die eigene Verantwortung ebenso - wie Generationen davor - abzuschieben.
In dieser Zeit der Anpassung erfuhr man, dass es Liebe nicht umsonst gibt.
Dass man fleißig, brav und sauber sein muss. Das wir uns anstrengen müssen, damit aus uns einmal etwas WIRD.
Ergo: Man lehrte uns, dass wir noch nichts sind.

Und...
...zu allem "Überdruss" kamen dann noch ständige Aussagen wie "Das Leben ist kein Ponyhof - oder Wunschkonzert", "Ohne Fleiß kein Preis", "Im Leben bekommt man nichts geschenkt".... und sonstige Formeln auf´s Tapet, die nur noch von einem einzigen "Mantra der Neumoderne" übertroffen würde...
...nämlich "keine Zeit!"

So.
Und jetzt tauchen dann solche Leute, Unternehmen auf, die - überspitzt gesagt - einem mittels ein paar Zettelchen, Bildchen oder sogenannten "Visualisierungen" beizubringen versuchen, dass wir doch "SIND"...?
Ohne die Ursache zu beheben...?
Klar!
Wir bauen beim Auto ´ne neue Batterie ein, füllen aber den leeren Tank nicht auf....  oder so ähnlich!

Das klingt für mich, als trüge mir jemand auf, mich an den Tisch zu setzen und zu speisen...
...allerdings... 
...ohne dass vorher auch jemand gekocht oder zumindest Essen bestellt hätte!

Oder wir brechen uns das Bein... gehen ins Krankenhaus...
...und der Arzt gipst erst mal das Bein ein...
...und beginnt erst danach mit einer Diagnose. Wenn überhaupt...



Wie war der Spruch: "Man versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen..."!



Also...
...von Lebensbeginn also werden wir schon "umgepolt". Dann kommt das "positive Denken", soll neuerlich umpolen... die Festplatte erneut überspielen...?!
Also mein Herz sagt mir, dass es doch mitunter gar nicht anders sein kann, als dass der Mensch sich in gewisser Weise von sich selbst entfremdet! Der weiß doch mitunter nicht mehr, wo eigentlich vorn und hinten ist!


Greifen wir für einen Moment nochmals in Richtung Definition zurück:

Das Konzept - Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens (z. B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.
In einigen Werken, die sich mit dem Thema befassen, nimmt der Glaube eine zentrale Stellung ein. Allerdings handelt es sich hierbei nicht in erster Linie um einen religiös motivierten und tranzendental ausgerichteten Glauben, sondern um die Überzeugung, dass Dinge, die ein Mensch für „wahr“ hält, die Tendenz haben, sich in seinem Leben zu verwirklichen. Dennoch ist die Grenze zur Esoterik oft fließend.
Je nach weltanschaulichem Vorverständnis zeigt sich positives Denken als Methode, falsche oder nicht vorhandene, sondern nur durch Denken erschaffene negative Wirklichkeit und ihre Auswirkungen abzubauen (Christian Sience) oder – in monistisch / spirituellem Sinn (Neugeist / Unity) – die „geistigen Gesetze“ positiv / richtig anzuwenden. Während in Gruppen und Sondergemeinschaften positives Denken als Methode für Heilung (und Heil) an erster Stelle steht, wird über den Buchmarkt positives Denken als Lebenshilfe angeboten. Es verspricht Gewinnmaximierung, Gesundheit und Glück. Zahlreiche Hilfsmittel sollen den gedanklichen Optimismus unterstützen (positiver Sinnspruch im Kalender; Kurztext über Telefon; Sublimationsträger mit der Behauptung der unterschwelligen Beeinflussung).
(Quelle: Wikipedia)

Und dann werfe ich noch folgende "Aufteilung" ein:

Positives Denken: Durch eine positive Beeinflussung des Denkens sollen Verhalten und Gefühle geändert werden, um gewünschte Ziele zu erreichen.

Autosuggestion (Selbstbeeinflussung): Trainieren des Unbewussten, an etwas zu glauben. Dies geschieht durch Selbsthypnose, wiederholte Affirmationen (bejahende Sätze) und mentale Visualisierungen (innere Bilder) des angestrebten Ziels.


Durch konstante, positive Beeinflussung also...
...und jetzt mal ganz ehrlich:
Gehen wir noch gar nicht soweit in die Tiefe...!

Was ist mit den täglichen Werbungen, in denen dies und jenes in höchsten Tönen gelobt - also mehr als positiv dargestellt, als DAS Wundermittel schlechthin verkloppt wird...?
Ist das denn nicht auch sehr durchdachte und von Spezialisten konzipierte Beeinflussung, Manipulation...!?!?
Was ist mit Berichterstattungen?
Letztlich sind dies doch nur aufbereitete, subjektive Aussagen, Wiedergaben, die eine bestimmte Situation darstellen sollen! Hier steht doch ebenfalls Tür und Tor geöffnet für Beeinflussung!
Ohne hier jetzt das Thema explizit breittreten zu wollen...: Denken wir doch bitte nur mal grade ganz aktuell... an die verschiedenen Berichte über die Flüchtlingssituation!!!
Was soll man hier noch wirklich glauben???
Wer von uns war denn persönlich wirklich dabei... und selbst derjenige gäbe wieder nur SEINE Auffassung wieder...!
Und dann leg ich noch einen drauf:  wie schnell lassen wir uns denn nur allzu bereitwillig beeinflussen...? Ob nun negativ oder positiv...!?

Jetzt mal der provokante Ansatz - und nehme mich jetzt als lebendiges, damaliges Beispiel:

Ich war ein No-Name von der Strasse. Kannte den suggerierten Reichtum höchstens aus medialer Medienverseuchung namens TV. Und wie reell dieser ist... ich glaube, ich muss nicht weiter dazu ausführen!
Zudem in meinem Leben weit und breit noch lange nichts zu sehen von Erwachen, Erkennen, Bewusstheit! Ich war die Masse (dies bitte jetzt nicht negativ versehen!)



Ich also also No-Name, schon in den Erfolgsdruck-Sog dieses Unternehmens geraten (denn ohne Erfolg keine Kohle), wurde dann mit diversen angeblichen "positiven Gedanken" konfrontiert. Sollte mir Erfolg visualisieren. Meine Leistungen und Einsatz motivieren. Erfolg erhöhen. Desto toller, desto besser!

Nun gut. Dann visualisierte man also.
Das was man aus TV und Zeitungsbildchen kannte.
Und weiter...?

Damals fühlte ich wohl noch unbewusst, dass da dran irgendwas nicht richtig war. Deshalb vermutlich die zunehmende innere Auflehnung.
Heute...
...ja heute weis ich, fühle ich, dass dies niemals klappen konnte!
Zum Einen... was wusste ich von Reichtum, hatte "Erfahrung" darin...? Da hätte ich genauso das Märchen von Rotkäppchen oder Cinderella glauben mögen...
Zum Anderen... und viel Bedeutenderen: was sollte Visualisierung von Äußerem bewirken? Wenn im Innen noch jeglicher Weg verbaut war...?


Ich zitiere hier nun wörtlich aus einem interessanten Blog, den ich zu diesem Thema fand:
(Quelle: http://mysterium-liebe.de/selbstentfremdung-durch-positives-denken-ueber-nutzen-risiken-und-nebenwirkungen/)

Risiken und Nebenwirkungen
Nun gibt es vielleicht manche, die meinen: Nützt nix, schad’t nix. Aber Positives Denken kann auch negative Wirkungen haben:





Anmerkung von mir: Es kann mich also durchaus auch tierisch auf den Arsch setzen!
Oder auch Jenes anfänglich damit von mir gemeint, dass dieses Affimieren durchaus massig "Frustpotential" nach sie ziehen kann:


  1. Kognitive und emotionale Dissonanz: Wenn ich in der Tiefe meines Wesens etwas ganz anderes spüre oder wenn meine Lebensrealität völlig unvereinbar ist mit der positiven Affirmation, die ich vor mir hersage, entsteht eine so genannte kongnitive bzw. emotionale Dissonanz. Sie entsteht auch, wenn ich mich fremdbestimmt oder von anderen manipuliert fühle. Diesen unangenehmen Spannungszustand spüre ich als heißen Watteball im Hinterkopf, als Kloß im Hals und in Form einer dissoziierten Benommenheit. Mein Impuls schwankt zwischen totaler Verausgabung und totaler Lähmung, die Tendenz geht in Richtung Lähmung. Denn mein Wille liefert sich gerade einen Ringkampf mit meinem Unbewussten, das ganz genau weiß, was Sache ist und daher auf jeden Fall siegen wird. Insbesondere in einer Krise, in einem Trauerprozess oder in einer psychisch schwierigen Phase verschlimmern positive, aktive Affirmationen (á la „Ich schaffe das“) den allgemeinen (negativen) Gefühlszustand. Das Problem wird verdrängt, die Wunde mit bunten Phrasen überdeckt und eitert unten drunter fröhlich weiter. Positive, passive Affirmationen wie „Am Ende wird alles gut“, „Ich bin geborgen in Gott“ oder „Ich werde geliebt“ wirken bei mir in Phasen der Krise, Trauer oder seelischen Zerbrechlichkeit schon eher lindernd.

Kognitive Dissonanz ist in der Psychologie ein unangenehmer Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind. (Quelle: Wikipedia) 

  1. Ungeeignete Ziele: Positives Denken ist eine Technik, um gewünschte Ziele besser zu erreichen. Wenn aber die Ziele, die ich mir setze, für mich unpassend oder unethisch sind – was hilft mir und der Welt dann das positive Denken? So setzte ich nach Abschluss meines Studiums alles daran, einen der begehrten Jobs in PR oder Marketing zu ergattern. Ich bekam den Job dann auch – und er machte mich unglücklich. Ich kündigte nach nur 6 Monaten.
  2. Realitätsverlust: Blindgläubig kann Positives Denken dazu führen, dass ich mir kritische Fragen nicht mehr stelle, eigene Schwächen leugne oder gar die Realität verkenne. So ergeht es z.B. jenen, die nach der Lektüre einschlägiger Ratgeber fest daran glauben, mit ein paar manipulativen Tricks stadtbekannte Filous dazu bringen zu können, sie zu heiraten, für sie zu sorgen und ihnen immer treu zu bleiben. Auch soll es jene geben, die glauben, Geld würde in exponentieller Menge zu ihnen zurückkommen, je mehr sie davon ausgeben…
  3. Ignorieren sozialer Wechselwirkungen: Positives Denken folgt einer simplen Formel, die der Wechselwirkung zwischen individueller Psyche und sozialer Umgebung oft nicht gerecht wird. Wenn ich mein Traumhaus visualisiere und mit einem Fremdwährungs-Kredit finanziere, sollte ich vielleicht einkalkulieren, dass eine Wirtschaftskrise oder eine Scheidung mir womöglich einen Strich durch die Rechnung macht.
  4. Das Paradoxon der entgegengesetzten Wirkung: Studien zeigen, dass viele Menschen, die bewusst positiv denken wollen, noch nie so stark negativ gedacht haben. Das Paradoxon der entgegengesetzten Wirkung entsteht durch eine Kombination aus Abschottung, Realitätsverlust und Bewusstseinsspaltung in das „positiv denkende Ich“ und den „übermächtigen Rest der Seele“.
  5. Die Selber-Schuld-Falle: Positives Denken kann zu einer so genannten zirkulären Falle werden: Wenn du keinen Erfolg hast, dann bist du eben selber schuld! Irgendetwas hast du falsch gemacht, denn sonst würde es ja funktionieren! Der Trainer oder Ratgeber aber bleibt unfehlbar.
  6. Positivität als Pseudo-Religion: Positives Denken als Dogma kann zu einer Art Religion der Selbsterlösung werden. Versagen wird dann individualisiert, das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aber von Schuld freigesprochen. Unglück und Leid gelten dann als selbst verschuldet, Menschen werden zu Marionetten von unreifem Wunschdenken und Egotrips – ein Szenario des zerstörerischen Machbarkeitswahns mit einem Menschenbild der grenzenlosen Selbst- und Fremdmanipulation.
  7. “Negative” Gefühle können heilsam sein: Das Wahrnehmen und Ausdrücken negativer Gefühle und Gedanken kann bei psychischen Belastungen sehr befreiend wirken. Diese Erkenntnis wird von unterschiedlichsten psychotherapeutischen Schulen genutzt. Atma Pöschl, Coach für Körpersensibilisierung, drückt es so aus: „Heilung passiert, wenn ich mich durch alle Räume meines Körperhauses bewegen kann, auch durch die dunklen, wo noch kein Licht brennt.“ Erst das Erfahren der gesamten Gefühlspalette mache lebendig. Scham, Schuld, Angst und Wut sind natürliche Gefühle, die fließen wollen. „Erleuchtung erlangen wir nicht, indem wir das Licht imaginieren, sondern im Erforschen des Schattens.“

Wie alles im Leben hat auch das sogenannte "positive Denken" durchaus viel Raum zur Polarität!
Letzten Absatz in dieser Beschreibung hielte ich jedoch für sehr interessant!

""Erleuchtung" (und ich hielte dieses Wort, diese Bezeichnung für Schwachsinn) erlangen wir nicht, in dem wir das Licht imaginieren, sondern im Erforschen des Schattens..."
Ich hole noch ein bisschen weiter aus:
Ich hielte dieses "positive Denken" auch vielmehr für eine Art "auf´s Podest erheben" der ausschließlich positiven Seiten.
Ich würde in der Kürze meinen: Leben ist weder gut noch schlecht. weder positiv noch negativ. Leben IST. Das GESAMTE Spektrum der Polarität. Punkt.
Da der Mensch nur derart mit allem emotional ebenso verhaftet ist, entstehen dann Bewertungen in dieser Aufteilung.
Und dann spielt uns da allzu gerne noch unser Ego einen gewaltigen Streich. Denn das Ego (es wird sich zumindest gerne auf diese Verantwortung abgeschoben) beschert uns, dass "gute, positive Dinge" selbstverständlich bevorzugt und wiederholt werden. Negative hingegen versucht man gerne zu verdrängen, vergessen, auszugrenzen. Am Besten nie wieder erleben!
Bildlich gesprochen: ich kann nun mal aber nicht essen, wenn ich nicht auch zuvor gekocht habe. Ja selbst in ein Restaurant muss ich erst hinfahren. Also TUN, sogenanntes Negatives (den mitunter umständlichen Weg dorthin) ebenso in Kauf nehmen.
Ich darf grundsätzlich in meinem Leben dem Gedanken Raum verleihen, dass es "gute" wie auch "schlechte" Dinge gibt.

Und ich treib´s jetzt noch auf die Spitze:
Was ist "gut" und was "schlecht"?
Wenn wir ehrlich sind, werden wir sofort erkennen, dass
a) diese Unterscheidung eine rein menschliche ist
b) diese Unterscheidung jeweils einzig individuell auf die jeweiligen Erfahrungen des Einzelnen abzielt.
Das Leben selbst kennt nicht "gut" oder "schlecht"
Leben IST, GESCHIEHT!

Wie eingangs angedeutet, kann also durch ausschließliches "positives Denken" durchaus eine gewisse "Entfremdung" des Menschen eintreten.
Sehe ich alles nur mehr durch eine rosa Brille...könnten viele Dinge des Lebens mehr oder minder schnell gewaltig in die Hose gehen!
Ich sähe vielmehr die Einladung des Lebens, alles bewusst, aufmerksam, eigenverantwortlich zu sehen und zu leben. Als das was es IST.
Nicht mehr - nicht weniger!

Wir sind MENSCHEN!
Und zum Leben gehört alles dazu!
Wie ich in meinem letzten Blog schon zum Ausdruck brachte...:
Wenn wir mal scheiße drauf sind, dann sind wir das!
So einfach ist das!
Wie ich mit dem "scheiße Draufsein" umgehe.... das nun liegt in meiner Verantwortung. Ich muss dieses "scheiße Draufsein" ja nicht gleich dem Nächstbesten angedeihen lassen! Sondern ich darf mich grade in solchen Momenten liebevoll mir selbst zuwenden und forschen!

Zitat aus der Erklärung nochmal:
"Erst das Erfahren der gesamten Gefühlspalette mache lebendig. Scham, Schuld, Angst und Wut sind natürliche Gefühle, die fließen wollen. „Erleuchtung erlangen wir nicht, indem wir das Licht imaginieren, sondern im Erforschen des Schattens.“

Wir sind Menschen!
Und um einen mir höchst bedeutsamen Satz eines meiner gedanklichen Mentoren wiederzugeben:
"Alles was jetzt ist, darf da sein!"  (R. Betz)

Jetzt!
Nicht gestern oder vor hundert Jahren.
Nicht morgen oder in hundert Jahren.
JETZT !
Ich für meinen Teil stelle mich hier mittlerweile einfach breiter auf und nehme was kommt.
Pro-Blem.    Pro....also für...
Wenn es mir begegnet: Herausforderung für mich. Ende Gelände.
Sicherlich bin ich mittlerweile der Meinung, dass jegliches “Problem” für mich einen hintergründigen Sinn darstellt.  Ganz besonders und nur für mich bestimmt ist.
Beweis?
Das tägliche Leben selbst!
Wäre es nicht für mich bestimmt... na dann tauchte es erst gar nicht auf in meinem Leben!
Resonanz und Spiegel!
Positives Denken sehe ich durchaus hilfreich in dem Sinne, nicht einfach alles negativ, schwarz zu malen. Ich sähe es als Alternative, als Gegenpol.
Jedoch dieses Wunschdenken, Bestellung im Universum…. na wenn´s so leicht ginge, wie man einem das oftmals verkaufen will…. dies halte ich also in oft herkömmlicher Weise für kompletten Unsinn.
Lebe ich? Fühle ich? 
Erkenne ich die jeweiligen Polaritäten?
In diesen Polaritäten die Pole selbst?
Kann ich zwischen diesen Polen eine Balance gewinnen?
Kann ich eine Balance zwischen Herz und Hirn erschaffen?
Dorthin geht mein Weg.
Das mit dem Mut, auf gespürte Negativität zuzugehen, halte ich absolut für nötig und wahr. Wer schaut schon gerne dorthin? Man lenkt sich doch lieber ab.
Vielfach ist des doch deshalb genauso, wie es ist.
Verdrängung. Betäubung, Ablehnung, Ablenkung. Nicht zuletzt ausgeprägte Freizeitwirtschaft bietet ausreichend Gelegenheit dazu.
Bewusstheit ist gefragt. Eigenverantwortung!

Natürlich. Ich bin auch Mensch. Habe auch Träume.
Mein Herz vermittelt mir Bilder, wo es mich hinzieht...
Doch diese Bilder versinnbildlichen für mich nur mein Ziel. Sind maximal materieller Ausdruck, Hilfsmittel dessen, was ich leben will.
Ich falle nicht mehr dieser Täuschung anheim, "mein Haus, mein Boot, mein Pferd, mein... was weis ich" wäre mein Ziel. Mein Reichtum. Sollten diese Dinge noch in mein Leben treten, dann einzig und alleine als Reflexion, als Beigabe dessen, was schon IST!

Mein Herz sagt mir also, ich brauche mir keine positiven Gedanken ablesen, vorbeten!
Mein Glück, meine Fülle beginnt in mir!
Und wenn ich aus dieser Fülle schöpfen...und vielleicht auch weitergeben kann... dann bin ich unendlich reich!
Erkenne ich mich selbst, erkenne und lebe ich, was ich habe und seit Anbeginn schon bin...
...dann erzeuge ich entsprechende Resonanz.
Und ich werde genau dies erhalten!

Wie finde ich mich selbst?
In der Stille.
Im bewussten, aufmerksamen Hinsehen.
Im liebevoll Annehmenden.


Und nun eine für manche vielleicht noch unzufriedenstellende Aussage:
Alles kommt zu seiner Zeit!
Nicht jene Zeit, die wir selbst für "richtig" erachten, sondern die die Schöpfung, das Leben für richtig erachtet!
Also... nicht krampfhaft bemühen, runterbeten, einbläuen...
...geschehen lassen!

Wie war es bei mir?
Ich interessierte mich für einige Bereiche des Lebens, zumal ich schon viele und schmerzliche "Wunden" mit mir trug. Ich ahnte bereits, dass da noch viel mehr verborgen ist...und das der Schlüssel dazu in mir selbst lag. Oft hatte ich schier krampfhaft nach Lösungen gesucht, den "Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen"...
Und just eines Tages..., auf der Heimfahrt nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag... lauschte ich einem Vortrag. Erst noch so nebenbei eben... doch unbemerkt immer tiefer eintauchend...
Dann war er da ... jener "richtige Zeitpunkt".
Leise..., sanft..., unbemerkt..., liebevoll...
Eine Türe wurde geöffnet.
Meine Türe.
Und diesmal ließ ich es geschehen...


Und wieder schließt sich ein Kreis...
...er beginnt...
...er endet...
...und er beginnt erneut...
...wieder und wieder in und mit uns!

"Positives Denken" ist also kein von außen zu implizierendes Tool... da kann man sich Bücher, Hörbücher, Vorträge reinziehen, was man will. Vergeblich.
Außerdem hielte ich die Bezeichnung "neutrales, mittiges, ruhendes, liebendes, ausgeglichenes Denken" für viel schöner! 
Ich lausche meinem Herz... und es lacht und strahlt!
Und jenes Herz ist DER Navigator des Lebens.

In jedem von uns!
Dort dürfen wir hinhören, hinfühlen!
Es wartet bereits...seit wir diese Welt betreten haben. Ruhig. Geduldig. Liebevoll.



So wünsche ich Euch liebe Freunde viele Momente des "geschehen Lassens"...
...im Vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat!


Euer Prinzerl




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