Sonntag, 10. Januar 2016

Das leere Boot


Einen schönen Sonntag liebe Freunde und Leser!


Vorweg darf ich mich einmal bei jenem Unbekannten herzlich bedanken, dem ich eine längere Sperre auf Facebook - inkludierend meiner eigenen Gruppen - zu verdanken habe!



Irgend jemand hat mich als SPAM gemeldet.

Ich meine das mit dem "Dank" nun wirklich so - nicht ironisch!






Und so darf ich dies gleich als Anlass..., als Lehre des Lebens..., als Boote, Bote und Arsch-Engel sehen...
...und zu beginn gleich eine kleine Geschichte einbringen...:


"Das leere Boot

Es war einmal ein Fischer, der hatte ein ganz ein neues Boot. Das Boot hatte er am Vortag neu lackiert, nun strahlte es so richtig. Und er beschloss am Morgen, noch bei Nebel auf das Wasser zu fahren. Als er schon einige Zeit am Wasser unterwegs war, rammte ihn plötzlich ein anderes Boot.

Vor lauter Schreck wäre er fast aus dem Boot gefallen. Doch sein aufkeimender Zorn bewahrte ihm vor dem kühlen Nass. Er schimpfte wie ein Rohrspatz. 

Doch dann sah er, dass das Boot ja leer war.
Niemand ist ihm absichtlich ins Boot gefahren, niemand hat ihn absichtlich gerammt, niemand wollte ihn verletzten.

Als er zurück am Ufer war, ärgerte er sich noch ein bisschen darüber, wie es denn passieren konnte dass ein leeres Boot in rammt. Als er auch noch die Gedanken, dass irgendjemand das Boot schlecht vertaut haben muss, da es sich ja sonst nicht auf Alleinfahrt begegeben würde, auch noch verflogen waren, musste er lauthals lachen.

Wie lächerlich hatte er reagiert, er hatte sich doch tatsächlich über ein leeres Boot geärgert, und es war doch nichts weiter passiert."



Kommt diese Geschichte als bildlicher Vergleich jemandem bekannt vor...?

Was sind diese leeren Boote?
Nur ein Jux des Lebens?

Oder könnte man sagen, dass diese Boote eben eine Form von Wiederbegegnung mit alten Dingen sind? Dingen, die man im Laufe seines Lebens irgendwann mal hat einfach treiben lassen..., aus den Augen verloren...?

Geisterboote, Geisterschiffe...?

Boote und Boten einer einstigen Unbewusstheit, Unverantwortung?
Vergessen und verdrängt... doch jetzt stieße man wieder auf sie.... ja sie besäßen sogar die Frechheit einen zu rammen...?


Diese letzte Woche war für mich wieder mehrfach Herausforderung!

Mehrere Boote begegneten mich auf meinem "Fischfang".
Mehrere Boten und Arsch-Engel waren mir geschickt.




Nähme ich sogleich diese Facebook-Sperre...
...was könnte sie mir sagen?


Dass ich eben genau hier innehalten soll...?
Doch weshalb?
Im Moment hat sich der Sinn dahinter noch nicht offenbart. Und doch IST er.

Dass ich hingewiesen werden soll auf eine Angelegenheit IN mir, mit der ich mich noch nicht bewusst genug auseinander gesetzt habe...?

Was könnte das "Ding" sein?

Uralte Erlebnisse aus der Kindheit, in der mein Kindheits-Ich - wohl von meinen Eltern - gemaßregelt wurde, eingehalten, eingebremst, blockiert wurde mit diversen elterlichen Äußerungen oder Handlungen in seinem Tun, seiner versuchten Entfaltung... in dem der kleine Ernold damals unwahre Gedanken erschuf...? Unwahre Gedanken dahingehend, dass z.B. diese Äußerungen aus der Sicht der Eltern kamen, die es ja auch nie anders gelernt hatten... Äußerungen, die nie erklärten, dass sie es nicht besser wussten, aber aus ihrer Sicht ihr Bestes taten...? Unwahre Gedanken, die vermittelten, dass man den kleinen Ernold nicht oder weniger liebte deshalb, dass er unfähig sei, zu dumm..., ihn in seiner Freiheit beschränkte..., dies und jenes nicht gewünscht sei.... Dort dann mitunter die Geburtstunde von Angst, Mangel, Neid, Eifersucht, Minderwertigkeit und vieles mehr lag...!?

Im Heute... da kommt wieder jemand...., blockiert mich..., meldet mich als SPAM...
Wirft vermeintlich einen Knüppel zwischen die Beine...
...versucht mich wohl gar wissentlich ins Straucheln zu bringen...

Wie sieht es aber hier aus mit den alten Wunden? Oh... sie tauchen wieder auf!? Geben Gelegenheit sich nun liebevoll drum zu kümmern!?

Da rammt ein Boot das Meine...
...ein mitunter leeres, vergessenes Boot...



Ein weiteres Beispiel... noch viel tiefer greifend...
...meine Schwiegermutter ist krank. Sie hat Diabetes. Die Krankheit hat sich ernsthaft verkompliziert.

In unseren Breitengraden nicht unbedingt DAS Problem schlechthin - ohne hier jetzt etwas herunterspielen zu wollen...

Sie allerdings lebt in einem Land, in dem es kein Sozialsystem, kein Krankenversicherungssystem gibt. Dort läuft es nach dem Motto: "Bezahl... oder geh vor die Hunde".

Man legt sich nicht einfach in ein Krankenhaus!

Erst darf man einmal die Kreditkarte zücken oder ein Bündel Bargeld auf den Tresen legen. DANN... vielleicht kommst du an ärztliche Behandlung.

So.
Jetzt mussten mittlerweile Operationen erfolgen, Dialysen gestartet werden... die Rechnung beläuft sich im Moment auf dortig astronomische 4500 Euro. Auch für hier kein Kleinbetrag.

Jetzt gibts zum Einen dort wirklich noch große Familien. Familienmitglieder, die zum Teil im Ausland leben und arbeiten... und schon ziemlich gut leben. Eigenes großes Haus, Autos (die Betonung liegt auf "...s"), Kinder auf Privatschulen etc. etc.

Nicht ein einziger ... z.B. der eigenen Geschwister... sieht es als notwendig an, auch nur einen Finger zu rühren.

Vorhalte als früherer Zeit? Oh jaaaaa....
Anschuldigungen, Verurteilungen? Oh jaaaa....
Das war´s dann aber auch.

Jetzt hat es sich so "ergeben", dass meine Frau und ich wohl die Einzigen sind, die hier seitens der Familie mithelfen, so gut wir eben können!



An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Freunde und Bekannten, die ihrerseits - gänzlich von sich aus - eine Kleinigkeit beigetragen haben. 
Selbst wenn sie selbst nicht viel haben!!!




Wieder so ein Boot also. Ja ein regelrechter kleiner Dampfer schon.... der da meine Schaluppe rammt. Mitunter ganz schön heftig zum Schlingern bringt.

Was sollte mir dieses "Manöver" aufzeigen...?

Dass ich mich als Opfer derer sähe, die untätig sind?
Ginge mich dies denn wirklich etwas an...? Letzten Endes....?

Oder ist dies nun einer jener Prüfsteine, die mich auf MEINE Verantwortung hinweisen sollen...!?
Mein Leben...?!

Denn genau genommen... ich habe nicht einmal Verantwortung dafür, was das Leben meiner Frau angeht! Für meine kleine Tochter... nur bedingt. Und schon gar nicht für das der Verwandtschaft... oder Bekanntschaft oder noch weiter...

Es liegt in meiner Verantwortung, dass ich meiner Schwiegermutter helfe nach bestem Wissen und Gewissen..., im Rahmen meiner Möglichkeiten... oder auch nicht.

...Natürlich tu ich´s!...

Aber alles Andere ist nicht mein Bereich!



Kürzlich erst auch eine Angelegenheit - ein Boot - aus der Arbeit eines Bekannten...:

Da hängt man sich seitens der Leitung an Kleinigkeiten auf. Da gehts rund im Laden, jeder ist gefordert, sein Soll zu erfüllen...
...und dann wird der Bekannte wegen einer winzigen, unbedeutenden Lapalie noch neben Kunden angeschissen. Mit dem Tenor seites des Chefs: "Wenn ich sauer bin, dann bin ich eben ein Arschloch".

Klingt schon ein wenig nach "Bossing".

Der Herr Chef macht nie Fehler. Fühlt sich verarscht, da sein Mitarbeiter auf seine Weise arbeitet. Es wär ja nicht so, dass der Mitarbeiter ein Vollpfosten ist und nichts erbringt...

Man könnte hier - und ich habe auch zu diesem Thema schon einmal einen umfassenden Blog geschrieben - in den Raum stellen:

Wieviel Bewegungsfreiheit hat man als Mitarbeiter?
Wieviel Vertrauen erhält man?

Lege ich als Chef Wert auf Ergebnis? Und solange sich ein Mitarbeiter im "Rahmen" bewegt und nicht kapitale Scheiße baut, kann er werken nach seinem Gutdünken? Lasse dem Mitarbeiter seine Verantwortung, Raum für seine Kreativität, seine Flexibilität? Raum für seine Performance...?

Oder schreibe ich irgendwelchen Kleinkram vor, hänge mich als Chef als Kleinkram auf... obwohl ich selbst nicht perfekt bin... Hauptsache, ich scheiß den Mitarbeiter an, wenn mir grade danach ist...?

Also liebe Freunde... auch das klingt für mich nach einem leeren Boot!
Ein Boot namens Chef... aber wirklich  darin...: Leere. Mein Spiegel.


Wie dem auch sei...
...was mich dann in gewisser Weise inspiriert hat: mein Bekannter nahm es offenbar zur Kenntnis. Aber das wars dann auch im Groben und Ganzen!

Kein "angeschissen" Fühlen..., keine Opfer-Rolle..., kein gegenteiliges "verarscht" Fühlen..., kein "Zurückschießen"...

Er erkannte sein Gegenüber. Blieb schon ziemlich bei sich. Was hätte eine Diskussion in dem Moment auch erbracht? Der Chef war auf seinem "Trip" - jeglicher sachliche Zugang verweigert.

Mein Bekannter lachte sogar später drüber.


Was hab ich aber nun wieder damit zu tun?
Weshalb erzählt mir der Bekannte dies...?


Um mich selbst im Spiegel zu sehen...?

Um noch auf Dinge hinzuweisen, die auch in mir versteckt sind... gesehen werden wollen, gefühlt werden wollen...?

Und wenn es nur versteckte Wut, Zorn, Be- und Verurteilung sind ... oder Anderes...?

Und sei es nur Dinge, die ich zutiefst ablehne...!?

Genau DAS!



Und so bringt es unser Leben, dass ständig leere Boote herumeiern. Es erinnert uns an sie!

Diese Boote also, die das Unsere rammen...
...dass wir immer wieder von leeren Booten gerammt werden.
So lange, bis wir uns darüm gekümmert haben.

Wir interpretieren jetzt immer nur..., zumeist das "verletzte" Ego be- und verurteilt. Setzt jetzt praktisch da einen in die Boote hinein..., gibt dem Boot ein vermeintliches Gesicht.

Boote, die letztlich Boten..., Spiegel sind.

Resonanz..., Echo... meiner selbst.

Ich ziehe genau das an, was ich ausstrahle...!
Ob das nun eben grade war... oder schon vor einiger Zeit. Alles zieht seine Kreise. Alles kehrt zurück.


Nur eine blöde Idee..., ein Hirngespinst von mir...?

Mitnichten!

Beweis?

Das Leben selbst!

Sonst begegnete mir ... oder jedem Anderen ... dies oder jenes nicht. Oder bliebe weg...



Wenn uns im Leben also Boote rammen...
...dann sind wir eingeladen, uns liebevoll damit auseinander zu setzen.

Nicht abtun, einfach ignorieren... "da hat mich halt ein Boot gerammt... und weiter...?"

Hinsehen.!

Hinfühlen!!!

Das Boot hat nicht umsonst gerammt!



Auch wenn´s in der jeweiligen Situation vorort grade nicht direkt geht...

Zeit nehmen!

Und wenn man sich nur mal eben auf´s WC verzieht, um mit sich in Ruhe allein sein zu können...

Zeit nehmen!!!

Am Besten sofort!


Nicht verdrängen. Nicht ignorieren.
Es kommt wieder!



Im "Fallbeispiel" des Chefs...: Er ist doch auch ein verletztes "Kind"! Auch er hat sein Leben durchlaufen. Bewusst oder zumeist unbewusst. Auch er ist ein Kind des Systems, des Mangels uns der Angst...

Es obliegt der Verantwortung des Chefs, der zu sein, der er ist. Und wenn er sich eben nun verarscht fühlt... dann ist das so. Wir werden dies nicht ändern. Es ginge uns auch nichts an! Das ist sein Part, seiner Verantwortung, seine Entscheidung... ob er sich verarscht, als Opfer fühlen will und soll.... oder nicht.

Es obliegt unserer Verantwortung, wie wir darauf reagieren!

Wir können selbstverständlich auf dies oder jenes hinweisen, hinterfragen. Aber trotzdem... die Art und Weise der Reaktion obliegt uns.



Machen wir uns zum Opfer..., lassen wir das einst verletzte Kind in uns ebenso wüten...
...dann wird das Opfer-Sein immer wiederkehren.

Oder sind wir bei uns? Nehmen gegebenenfalls unser eigenes ehemals verletztes Kind liebevoll an der Hand, in den Arm...?
Dann wird die Liebe wieder zu uns zurückkehren. 

Sind wir Opfer... oder Schöpfer...?

Ist das Boot, welches uns rammt, nur lästig, überdrüssig...
...oder Chance für´s Leben?

Mein Herz sagt:
Hier beginnt der Weg zur Freiheit!


In diesem Sinne wünsche ich Euch einen bewussten schönen Sonntag...
...einen erfolgreichen Wochenbeginn...

...bei der bewussten "Fahrt über Euer Lebensmeer"...!


Euer Prinzerl



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