Mittwoch, 27. April 2016

Vertrauen - Einzig eigene Einschätzung und bequemer Schuldzuweisungsgrund - Teil 1


Eine schöne Wochenmitte wünsche ich Dir lieber Leser, liebe Leserin!

Heute...
...ja heute - beziehungsweise dieser Tage - möchte ich mich noch einmal einem Thema nähern, dem nach wie vor aus einer oft tiefen Unbewusstheit oder Abschiebung von eigener Verantwortung ein regelrechter Glorienschein zugedacht wird!

Ein Glorienschein wird hochgehalten, eine sogenannte Bedeutung wird beigemessen.... aus tiefer Unbewusstheit heraus. Ja zum Teil wird regelrecht Basis draus geschaffen.
Doch es ist im Grunde das Selbe, als würde ich ein Hochhaus auf Sand zu bauen versuchen!

Vertrauen und die daraus erwachsenden Forderungen, Erwartungen, Richtlinien...
...es ist einzig ein krampfhafter Versuch eines Ego, sein eigenes Unvermögen zu vertuschen... vor allem, wenn - wie oft im Leben - das Ding in die Hose geht!


Da es hier unumgänglicher Weise wieder umfangreicher wird, gestalte ich hier 2 Teile, um das besser "verdaulich" zu bekommen.

Wie kommt es zu diesem Beitrag?
Nun... ich las dieser Tage zuletzt einen Post auf bekannter Plattform, bei dem die Kernaussage inhaltlich lautete, dass eine Beziehung einzig auf Basis eines Vertrauens erwachsen, bestehen könne...

Es wird heute also wieder ein Beitrag, bei dem mal wieder "Klartext" gesprochen wird.

Keiner soll sich in irgend einer Weise genötigt sehen, auch nur irgend etwas dvon glauben zu müssen!
Jeder ist allerdings eingeladen, diese Worte, Gedanken mal wirken zu lassen...!

Und das vielleicht nicht nur eine halbe Minute... um dann sofort seinem inneren Antreiber namens Ego... oft auch als sogenannte "Erfahrung" getarnt... zu folgen. Sondern erst mal wirklich in Ruhe wirken zu lassen... hinein zu fühlen... sich von mir aus einfach mal fiktiv drauf einzulassen...

Es geht heute um den fetten Begriff:




VER-TRAUEN






So.
Wie öfter schon, lege ich mal die herkömmliche Definition auf den Tisch:

"Vertrauen ist in psychologisch-­persönlichkeitstheoretischer Perspektive definiert als subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu Handlungen. Man spricht dann eher von Zutrauen. Als das Gegenteil des Vertrauens gilt das Misstrauen."
(Quelle: Wikipedia)


Wollen wir mal - vor allem für weitere Ausführungen - ein bisschen "sortieren"...:

  • Vertrauen wird als subjektive Überzeugung dargestellt (hinlänglich auch als Gefühl oder Glaube) implementiert.
  • Eine Überzeugung einer Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von wem auch immer, von Handlungen, Einsichten und Aussagen. Dazu selbstverständlich auch Unterlassungen und deren Formen zählend.
  • All diese zitierten Dinge - von Anderen ausgeführt oder unterlassen - wie auch durch sich selbst.
  • In Abwandlung dessen (im Zutrauen - auf den Anderen als auch sich selbst bezogen) also auch die Überzeugung alleine der Möglichkeit von Handlungen/Unterlassungen  bzw. die Fähigkeit zu Handlungen.
  • Im Falle des Nichtvorhandenseins des Vertrauens ... Misstrauen.


Das sind ja jetzt mal feine Punkte, mit denen wir uns nun auseinander setzen werden.


Zuerst aber nochmal mein kleiner "Klang-Test"   ....  *grins*

Zumindest in der Deutschen Sprache hat es sich so angesiedelt, dass vielen Wörtern gewisse Silben vorangestellt wurden, um so eine Art inhaltliche "Gegenwirkung" ins Verstehen zu bringen.

Ein kleines Beispiel:      "bauen"
Ein hinlänglich bekannter Begriff. Er sagt aus, dass etwas erbaut, gebaut werden soll. Wird.

So. Jetzt gehen wir her, uns setzen diesem Wort einzig die Silbe "ver-" vorneweg. Das Wort heißt jetzt "verbauen".
Was verbinden wir damit?
Man ver-baut also etwas. Einen Weg, eine Aussicht,... eine Zukunft... und dgl. mehr.
Es entsteht also durchaus das Gefühl, der Eindruck, es wird etwas behindert, gestört, verbaut eben. Sodass kein direkter, freier "Zugang" besteht...

Und jetzt setzen wir das Wort "trauen" ein.
Wir trauen uns, z.B. dies oder jenes zu tun.

Welches Gefühl, welcher Eindruck nun entsteht, wenn wir hier "Ver-" voranstellen?
Man ver-traut plötzlich.
Bleibt da tatsächlich ein wenig seltsamer "Beigeschmack"...?


Na dann wollen wir mal!

  • Vertrauen wird als subjektive Überzeugung dargestellt (hinlänglich auch als Gefühl oder Glaube) implementiert.
Was ist nun Vertrauen wirklich?
Fangen wir doch dazu bei, mit uns selbst an!

Nehmen wir nun mal z.B. Deinen Job. Du hast vermutlich ausreichend dafür gelernt, Dir Praxis
angeeignet. Ich würd mal behaupten getrauen, Dir macht in Deinem Bereich nicht so schnell jemand etwas vor, richtig?

So. Nun kommt Dein Chef zu Dir und stellt Dir eine Aufgabe. Nicht irgendein Kinkerlitzchen... sondern mal so richtig richtig...!
Was geht da jetzt in Dir ab???
Wirst Du womöglich extrem nervös, übersteigt die gestellte Aufgabe nun schon gleich vorweg Deine Kenntnisse, die Einschätzung derer... im Vergleich zur Aufgabe?
Oder nimmst Du die Sache souverän an und beginnst sofort mit der Umsetzung?

Zusammengefasst: TRAUST Du Dir diese Aufgabe zu... oder nicht...?  Besitzt Du so viel "Vertrauen" in Dich... oder nicht...?

Und ich erinnere jetzt an zwei Dinge:
a) Da ist die Wirkung dieses Wortes "ver-trauen"...
b) Ich führte in den letzten Zeilen ein Wort an, dass hier nun ungemein wichtig wird: "Einschätzung"

a) haben wir schon zuvor im "Klangtest" besprochen.

b) wird nun das viel größere, schlagendere Thema!

Denn...
...wie kann ich mir - als Mensch - nun selbst trauen...???

Einfach nur so? Indem ich den Weg der Sonne beobachte, den Wasserstand vom nächsten Fluss? In dem ich mich hinter irgendwelchen Masken verstecke...? Hinter einer Religion oder einem Gesetz...?

FEHLANZEIGE !!!

Und auch, wenn es in Dir vielleicht schon einen gelangweilten Impuls erwecken sollte...
...hier kommt erneut Bewusstheit und Eigenverantwortung extrem markant ins Lebensspiel!

Ich für mich - sowohl aus tiefstem Herzen als auch absolut rationellem Verstand heraus - kann mich nur deshalb etwas trauen, mir selbst trauen...
...indem ich mich offen, bodenständig, authentisch kenne. Indem ich der bin, der ich wirklich bin!

Und selbst hier besteht noch ein gewisses "Restrisiko"!

Wie kommt´s?

Nun... der Mensch zählt Evolutionstechnisch zu den "Fluchttieren". Es gibt also gewisse Überlebensinstinkte nach wie vor in uns. Vielleicht weit nicht mehr so ausgeprägt und geschärft wie einst... aber dennoch.
Und wenn nun im wahrsten Sinne des Wortes "Not am Manne" ist... Du hast wahrscheinlich keiiiiiine Ahnung, WIE SCHNELL Du da die Sporen geben würdest! Flucht ist eines der dominantesten Überlebensverhalten!

Aus dem Grunde nun, dass ich weiß, wer und was ich bin und kann... und dies auch hochgradig umsetze  (Nobody is perfect!)... aus dem heraus kann ich im "Regelfall" mir trauen... mir etwas zutrauen... oder nicht! 

Was aber nun machen sehr viele Menschen im Heute...???

Vieles sein....  nur nicht sie selbst!
Vieles in Frage zu stellen.... sich immer weniger selbst zuzutrauen!
Ein Anpassungsprogramm lässt freundlich grüßen!

Und dann noch gleich eins drauf:

Wenn Menschen sich selbst nichts zutrauen..., weshalb tun sie´s dann mit Anderen? Weshalb erwarten sie´s von Anderen...? Weshalb "ver-trauen" Menschen...?

Gleich einer Liebe, die nicht in mir ist... weshalb sollte sie dann im Anderen sein? Wenn ich sie nicht ausstrahlen kann... wie sollte ich sie empfangen können...?
Resonanz und Spiegel!

Wir spucken im tagtäglichen Leben also oftmals große Töne vom "Ver-trauen"!

Wir sind also überzeugt. Wir nehmen an, schätzen ein, erwarten, setzen voraus... und noch so viele andere Dinge einer Unbewusstheit und definitiven Überschreitung und Abgabe eigener Verantwortung!


  • Eine Überzeugung einer Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von wem auch immer, von Handlungen, Einsichten und Aussagen. Dazu selbstverständlich auch Unterlassungen und deren Formen zählend.
Wir sind also von einer Richtigkeit, einer Wahrheit und sonstigem Überzeugt...

Soso...!

Sind wir das?

Bist Du so gänzlich von allem überzeugt? Deiner Richtigkeit, Deiner Wahrheit...?
Und im Weiteren natürlich der von Anderen?

Was ist Deine Richtigkeit? Deine Wahrheit?


Mal ein anderes bildliches Beispiel... und soll mir keiner blöd kommen, von wegen, dass man dies so nicht vergleichen könne....
Ganz sicher kann man... wenn man will...

Jeder von uns kennt zumindest dem Namen nach ein Casino. Eine Spielbank zu Deutsch.

Was geschieht dort?

Man geht hin, setzt Ver-trauen in sein Glück, sein Geschick ... ja was weiß ich, in wen oder was... setzt Geld ein. Spielt. Man schätzt eine Situation ein, eine Beobachtung, eine Statistik oder auch hier sonstige sogenannte "Erfahrung" von sich selbst oder anderen...
Wenn´s gut läuft, ist ja alles Wonne, eitel Sonnenschein.
Aber wenn´s in die Hose geht...?
Ja. Dann zieht man enttäuscht wieder ab. Im besseren Fall.
Das war´s aber im Großen und Ganzen.

Kann man selbst das Spiel wirklich beeinflussen?
Nein!

So.
Jetzt... andere Situation.
Dein Freund / Deine Freundin bittet Dich, ob Du ihm/ihr kurz Dein Auto leihst, damit er/sie eine dringende Erledigung machen kann.
Du setzt Dein Ver-trauen in den guten Freund / die gute Freundin. Aufgrund dessen, dass Du ihn/sie ja schon gut kennst. Womöglich von Kindesbeinen an. Du tust letzten Endes nichts anderes, als die Situation - abgeglichen mit Deiner bisherigen Erfahrung - abzugleichen und einzusetzen. Zu "spielen". Die Erledigung wird getätigt, das Auto wieder zurück gestellt.
Wenn der Freund / die Freundin das Auto wieder heile zurück bringt, alles feini!
Was aber, wenn nicht?
Wenn - da Du ja ver-traust - erst gar keine großen Gedanken machst. Plötzlich jedoch steht womöglich gar die Polizei auf der Matte und erzählt Dir einen von Unfall und Fahrerflucht...
Ja jetzt aber!
Ooooooohhhhhh....  was zuckt in dem Fall plötzlich an Gedanken und Gefühlen hoch...?!?!?!?

Konntest Du dieses "Spiel" beeinflussen?
Nein!

Dieser Freund / diese Freundin wird... in sehr vielen Fällen... die längste Zeit Freund / Freundin gewesen sein!
Beschuldigungen, Beschimpfungen ... das ganze Repertoir an Be- und Verurteilung wird aufgefahren!
Der Freund / die Freundin habe das "Ver-Trauen"  (!) aufs tiefste missbraucht.


Was aber ist passiert?
Jo. Im negativen Fall ist der Freund / die Freundin angefahren. Richtig. Fakt.
Nicht toll. Braucht man nicht drüber zu diskutieren.

Jetzt kommt aber des große  "AAAAAABER"...

Würdest Du nun just in jenem Zeitraum je auf den Gedanken kommen, dass der Ausgangspunkt dieser Angelegenheit bei Dir gelegen ist...???

Und bitte jetzt nicht mit solchen emotionalen Verwerfungen wie "Schuld" oder Sonstigem aufwarten!
Darum geht es nicht!

Ich sagte vorhin: Freund/Freundin ist angefahren, geflüchtet. Punkt, Fakt.

Es geht um den Ausgangspunkt! Startpunkt jeglicher Gedanken... Handlungen...

Dich!

Wer hat denn dem Freund / der Freundin "ver-traut"...?

Der Weihnachtsmann, der Papst, Gott...?

Oder am Ende DU...!?


Und jetzt kommt der Knackpunkt!

Aufgrund was hast du "ver-traut"...?

Aufgrund Deiner Einschätzung, Deiner Kenntnis, Deiner sogenannten Erfahrung, Deiner Einbildung alldessen!
Du hast Dich in deiner Einschätzung, Erfahrung, Vorstellung alldessen (aufgrund mangelnder Bewusstheit und Eigenverantwortung, Authentizität wohl eher Wunschvorstellung) schlicht und einfach vertan! Getäuscht in DEINER Einschätzung, Beurteilung... letztlich Dir selbst!

Du hast alldies eingesetzt... und gespielt.
Und im negativen Fall "verloren"!

Und jetzt liefert Dir das Leben auf seine oftmals sehr direkte und uncharmante Weise in Form Deines Freundes / Deiner Freundin einen "Arsch-Engel" par excellance! Drückt Dir den Spiegel mitten ins Gesicht!

Gibt Dir auf mitunter heftige Weise Hinweis, zu verstehen, dass Du in Deinem sogenannten "Ver-trauen" Dich wohl erneut wieder selbst zum "Bauernofper" bestellst! Holt Dich von Deinem hohen Ross der vermeintlich ja ach so tollen und großartigen Einschätzung. Vor allem der regelrechten Anmaßung der Einschätzung anderer. Also der Überschreitung eigener Verantwortung!

Das Geschehen, gar DER ANDERE ent-täuscht Dich! Vermeintlich. Unbewusst. Unverantwortlich.

ent-täuschen ... führt Dich heraus aus der Täuschung!

Aber anstelle sich dessen gewahr zu werden und womöglich sogar noch letztlich froh über diese Chance der Erkenntnis zu sein, schiebt man es ja zumeist viel lieber auf den Anderen!  Der/die ist doch das Arschloch!!!

Nochmal: Leben selbst ist. Be- und verurteilt nicht. Aber es hat mitunter oft "nachhaltige" Methoden uns genau diese oftmalige Be- und Verurteilung vor Augen zu halten. Seinerseits einen Ausgleich herzustellen.
Nur erfolgt dieser Ausgleich oft nicht nach menschlichen Vorstellungen, Erwartungen! Der Mensch wehrt sich dagegen, gegen diese Erkenntnis, den Ausgleich selbst jedoch oft vehement!


  • All diese zitierten Dinge - von Anderen ausgeführt oder unterlassen - wie auch durch sich selbst.
Dieser Punkt rundet also in meinem Gefühl und Verständnis nur ab, was ohnehin schon zuvor geschrieben steht!

Am Rande könnte man nun durchaus hier noch einflechten, wie es dann - da ja "Ver-trauen" auch oftmals unter einen Deckmantel eines Glaubens eingeflochten wird - mit diesem "Ver-trauen" in eine Religion... oder ein vermeintliches Wirken eines Gottes aussieht...

Wieviele Religionen basieren teils grundlegend darauf, dass man eben genau dies tut?

Ein Gott schenkte uns einst das Leben.
Dann läuft es nicht so, wie wir uns das so erwarten, erträumen, vorstellen... bauen womöglich Scheiße... und dann soll am Ende ein Gott alles wieder richten...? Ein paar Strippen ziehen... und gut?
Man "ver-traut" auf die Macht Gottes...
Alles klar!
Also ich sähe dies viel eher als Versuch, auch hier eigene Verantwortung abzuladen...

Hat sich der Mensch (vor allem einige "schlaue Köpfe") nicht hier ebenfalls letztlich nur Maske, Täuschung aufgebaut? Teils unter fantasievollen Vorgaben, Versprechungen?
Klammert sich noch dran. Verwendet es teils als Druckmittel...

Weshalb benötigt der Mensch dies?

Aus mangelndem "Selbst-ver-trauen"...? Ansonsten wäre der Mensch ja "verlassen" oder "allein"...?

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So lieber Leser, liebe Leserin!

Dies lasse ich jetzt mal so stehen...
...und setze fort im Teil II...

Hab noch einen schönen, wirkungsvollen, bewussten Tag Deines Zutrauens, Deiner Einschätzung... vor allem in Dich selbst!

Dein Prinzerl

Bildquelle: Pixabay