Freitag, 29. April 2016

Vertrauen - Einzig eigene Einschätzung und bequemer Schuldzuweisungsgrund - Teil 2


Hallöchen lieber Leser, liebe Leserin zu Teil 2!

Hier also möchte ich meine Gedanken nun fortsetzen...
...zu jenen Punkten einer Definition "Ver-trauen"

Falls Du den ersten Teil "verpasst" hast... der ist gerne nachzulesen auf meine Seite www.der-kreis-des-lebens.com




Hier nochmal die Punkte aus der Definition...
  • Vertrauen wird als subjektive Überzeugung dargestellt (hinlänglich auch als Gefühl oder Glaube) implementiert.
  • Eine Überzeugung einer Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von wem auch immer, von Handlungen, Einsichten und Aussagen. Dazu selbstverständlich auch Unterlassungen und deren Formen zählend.
  • All diese zitierten Dinge - von Anderen ausgeführt oder unterlassen - wie auch durch sich selbst.
  • In Abwandlung dessen (im Zutrauen - auf den Anderen als auch sich selbst bezogen) also auch die Überzeugung alleine der Möglichkeit von Handlungen/Unterlassungen  bzw. die Fähigkeit zu Handlungen.
  • Im Falle des Nichtvorhandenseins des Vertrauens ... Misstrauen.


Die ersten drei Punkte hatten wir nun schon in Teil 1 betrachtet.

Zusammenfassend kann man nur anführen, dass ein sogenanntes "Ver-trauen" einzig auf eigener Einschätzung, Einbildung, Be- und Verurteilung von Mensch und Ding, Situation beruht. Viele bezeichnen dies auch als "Erfahrung"!

Ich werde mit einer Situation, einem Menschen, einer Aufgabe konfrontiert. Ich bewerte. Nach meiner Erfahrung. Und "ver-traue" dann meiner Einschätzung der Situation, des Menschen, der Aufgabe zufolge an, dass dann etwas gemäß meiner Vorstellung geschieht/unterbleibt.

Wie ich in anderen Blogs schon oft andeutete, haben wir in unserem Sein... bzw. vielmehr unserer Entwicklung zum Sein, da zwei doch dominante Hindernisse am Weg:

1) Ein Mensch kommt ja mehr oder minder als "weißes Blatt" zur Welt. Und wird dann durch ein
mittlerweile ausgereiftes Anpassungsprogramm eben in vermeintlich soziale, gesellschaftliche Form gepresst. Die Mittel dazu sind mannigfaltig.

2) Offenbar hat sich die Schöpfung, die Natur in gewisser Weise wohl was dabei gedacht, dass es uns zwar mit einem enorm leistungsfähigen Gehirn ausstattete... aber es bis auf Weiteres nicht bestimmt sein soll, dass wir dessen volle Kapazität - zumindest bewusst - nutzen!
Wieso "zumindest bewusst"? Nun... selbst eine Wissenschaft setzt nun langsam Teilchen für Teilchen zusammen, dass es da im unbewussten Bereich wohl unendlich vielfältigere und mächtigere Dinge gibt, die aber zum Beispiel im Zusammenwirken ein Leben, ein Universum und noch viele andere Dinge bewirken...


Zu 1) also kurz...
Ist Dir schon einmal ein Kind begegnet, dass irgendwie Bedenken hatte, etwas zu tun? Oder tat es einfach?
Wie kamen die "Bedenken"? Anpassungsprogramm!
Sogenannte "Bedenken" sind künstlich erschaffene Barrieren, Widerstände, die ein an sich freies Denken und Handeln begrenzen.
Mehr auszuführen würde definitiv den Rahmen sprengen.

Zu 2)
Diese geringe nur bewusst zur Verfügung stehende Kapazität also stellt auch nur geringe Möglichkeiten in Aussicht!
Stell Dir vor, Du müsstest alles.... und ich meine jetzt wirklich ALLES, was Du z.B. am Tag so tust... absolut und vollinhaltlich bewusst tun...?
Würdest Du da noch weit kommen? Dein "Pensum" erledigen können...?
Oder ist es vielmehr doch eigentlich praktisch, wenn man so einige Dinge da dem "Autopiloten" überantworten kann...?

So nun aber auch geschieht es mit Erfahrungen!


  • In Abwandlung dessen (im Zutrauen - auf den Anderen als auch sich selbst bezogen) also auch die Überzeugung alleine der Möglichkeit von Handlungen/Unterlassungen  bzw. die Fähigkeit zu Handlungen.

Dinge, Fakten, Geschehnisse geschehen. Dazu nun - lassen wir das ganze Drumherum mal weg - werden auch Gefühle, Emotionen erschaffen, gelebt...
...und gespeichert!

Stelle Dir einen riesengroßen Aktenschrank vor! Einen PC!
Zu jedem noch so kleinsten Erlebnis wird eine komplette Akte angelegt.

So. das "teuflische" an dieser Aktenanlage ist ja nun, dass es dem Verstand - auch Ego - oftmals nicht ausreicht, dass die Akte alleine eben angelegt ist.
Nein.
Der Verstand will - sozusagen zur eigenen Bestätigung - Beweise.
Das alles aber checkt der Mensch schon nicht mehr. Läuft schon auf "Autopilot".

Dass nun aber diese Beweisbeschaffung oftmals auf gradezu perverse Weise stattfindet, kriegt die ach so schlaue Denkmurmel da oben auch nicht mehr bewusst mit.
Denn es läuft dann einzig so, dass der Mensch im Sinne von Gesetzen einer Resonanz genau Solches ausstrahlt, dass er letztlich einzig das "Gewünschte" anzieht...
...beziehungsweise solche Dinge anzieht, die sich dann in seinem Leben manifestieren und der Verstand dann davon behaupten kann "Ich hab´s ja gewusst!"

Klein Menschleich aber schätzt sich sooooo weise, soooooo cool, sooooo super!

Und genau aus dieser - auch teils unbewussten Einschätzung heraus - überschreitet er dann unbewusst seine Verantwortung und beginnt auch den Anderen einzuschätzen. Akten, Files anzulegen. Sogenannte Erfahrung zu sammeln.

Voilla:  irgendwann ist der Moment "geboren", in dem der Mensch dem Anderen "ver-traut".
Aufgrund eines eigenen "Erfahrungskatalogs" nun entscheidet der sogenannte Verstand, ob er dem Anderen nun eine Handlung/Unterlassung zutraut. Mitunter auch die Fähigkeit zu Handlungen oder Unterlassungen vorweg zutraut.


Klingt jetzt sehr ernüchternd - nicht wahr...!?

Und jetzt stelle ich nochmal den im Teil 1 anfänglich erwähnten "Grund" zum Beitrag vor:

In einem Post auf bekannter Plattform wurde inhaltlich dargestellt, dass als Basis, Grundlage einer jeden Beziehung einzig "Ver-trauen" sein könne...


Man stellt also - zusammen gefasst - als Basis und Grundlage einer Beziehung einzig eigene Einschätzung, Erfahrung zugrunde!?

Wie alleine also schon sollte so etwas dann Tragkraft haben?

Ganz abgesehen davon, einer wirklichen Beziehung überhaupt etwas zugrunde legen zu wollen oder müssen...?!

Man könnte nicht gänzlich von der Hand weisen, dass dieser "Begründungsversuch" letztlich auch nur ein unbewusster Versuch unter dem Deckmantel "Liebe" ist, in Wirklichkeit ständig Bestätigung seiner (unbewussten) Erwartung, Vorstellung, Einschätzung zu bekommen!
Am Besten einen Orden um den Hals gehängt zu bekommen.

Hart - aber mal deutlich ausgesprochen!

Ganz abgesehen, dass viele Beziehungen heutzutage ohnehin eher einer Handelsplattform gleichen, denn Liebe.
Liebe gibt es gegen Leistung.
Liebe muss man sich verdienen.
"Ver-trauen" muss man sich verdienen!

Was für ein grandioser BULLSHIT !!!

Liebe lässt sich nicht verdienen!
Das ist nur eines der ältesten Anpassungsdogmen einer Erziehung.
Liebe IST.

Vertrauen verdienen?
Wie soll das denn gehen?
Ich bekomme eine Aufgabe, Anforderung vom Gegenüber gestellt. Und je öfter ich dem entspreche, desto mehr steigt mein Vertrauensspiegel?
Ich verdiene hier kein "Ver-trauen". Ich stärke höchstens des Ego des Gegenüber. Ich kaufe mich ein.


Bei all diesen "Ver-trauens-sachen".... im Besonderen bei diesen "Ver-trauens-brüchen"... hier wiederum speziell in Beziehungen, gleicht vieles also mehr einem Ego-Theater.

Denn in all diesem - manchmal scheinbar immer weiter zunehmenden - "Abtauchen" in einer Unbewusstheit... und somit einem Verdrängen von eigenen Mängeln und Ängsten...
...scheint immer weniger nur alleine schon gedanklich in Frage zu kommen, dass "der Andere" nun einfach mal nicht Ich ist!
Bei vieler Ähnlichkeit, gleicher Schwingung und noch vielem mehr. Der Andere ist und bleibt der Andere!

Wie also komme ich zu der Anmaßung, den Anderen einzuschätzen, zu be- oder gar verurteilen? Den anderen zu messen und mitunter - meist im negativen Fall - zu verdammen, wenn er/sie mein "Ver-trauen" "missbraucht"...?

Täte er / sie es denn überhaupt... "missbrauchen"...?

Oder ist auch dies einzig Ausflucht und vermeintliche Rechtfertigung meines eigenen Ego, nur um nicht eingestehen zu wollen oder müssen, dass einzig ich selbst mich verbummelt habe...!?


  • Im Falle des Nichtvorhandenseins des Vertrauens ... Misstrauen.

Nehmen wir da - im Zeichen  des oft so frapant auftretenden "Miss-trauens" - doch mal Beziehungen her als Beispiel...

Wie kommt dieses "Miss-trauen" .... also "Nicht-ver-trauen"...?

Ohne jetzt weiter auszuholen: Aus Angst und Mangel!

Der Grund dazu also liegt wieder in uns selbst!
Geschaffen in unserer Kindheit.

Solltest Du mir nicht glauben...  öffne Deinen Geist und Dein Herz... geh hinaus und beobachte die Kinder!

Jetzt ist also zum Beispiel der Partner / die Partnerin im Grunde genommen nicht jener / nicht jene, die hier irgend etwas "böses" tut.
Er / sie tut etwas. Ja.
Doch er / sie tut nun nichts "Böses". Genauso wenig etwas "Gutes"...nur um das auszugleichen.
Er / sie tut. Punkt. Fakt. Nach seinem Dafürhalten.

Allerdings genau das, dieses Tun (oder Unterlassen) des Anderen  ist nun der Bote. Der "Arsch-Engel". Der-/diejenige, der/die mich an jene Ängste und Mängel in uns - oftmals mehr als deutlich - erinnert!


Was geschiet nun oft in Beziehungen?

Der jeweils Andere beginnt früher oder später, den Anderen zu beeinflussen. Sich den jeweils Anderen so zu richten, zu manipulieren, wie man ihn / sie nach seinen eigenen Erwartungen, Vorstellungen gerne hätte.
Meist nimmt man ihn / sie aber nicht so an, wie er / sie IST!
Konzentriert sich förmlich vielmehr darauf, festzustellen, wie "ver-trauensvoll" der Andere ist... anstelle sich ausschließlich um sich selbst zu kümmern.
Überschreitet also definitiv die Eigenverantwortung und greift auch hier in die des Anderen ein!

So.
Und dann tritt da noch dieses Theaterspiel namens "Vertrauen muss man verdienen" auf den Plan.
Beweispflicht also.
Nicht Annahme des IST.
Und erwartet mitunter auch noch Dank dafür...

Aber frag nicht nach Sonnenschein, was - wenn nicht!

Wenn dieses "Ver-trauen" "missbraucht" wird...

Man arbeitet also am IST vorbei... und regt sich am Ende noch drüber auf! Irgendwie pervers!

Und in diesem oft jahrelangen gegenseitigen Maskenspiel, Rollenspiel... da häufen sich mitunter durchaus "Erfahrungen" an.
Aber eben nur "Erfahrungen" - ob sie jetzt echt oder Theater sind, lass ich mal dahingestellt.
Man "kennt" den Anderen niemals!
Und doch maßt man sich dann an, bricht den "Urteilsstab" über den Anderen... letzlich ob seiner eigenen Unbewusstheit, Unverantwortung, Unfähigkeit.

Oft bricht dann - zumeist so um die Lebensmitte - großes Erstaunen und Groll aus, wenn Menschen irgendwann erkennen, es satt haben zu sein, wer sie aber nicht sind...
Verleumderischer und verurteilender Weise oft auch als "Midlife-Crisis" abgetan...
Oder auch einfach so.
Glaubt der Mensch in seiner Verblendung tatsächlich, dass das Leben sich bescheißen ließe?
Dass man dem Leben / einer Schöpfung auch nur irgendwas vorspielen könnte...?

Ja. Es scheint in der Tat so, dass der Mensch das glaubt!

Und da wären wir jetzt wieder:  der Mensch glaubt. Ver-trauen wird oft aus etwas glauben begründet. Und schon sind wir wieder auf dem "Holzweg" (Irrweg)!

Nochmal: Das Leben hat seine eigene Weise, uns derartige Irrtümer, Glauben und vermeintliche Erfahrungen nachhaltig richtig zu stellen!


Nun lieber Leser, liebe Leserin!

Wie immer, ist es nicht meine Angelegenheit oder Verantwortung, Dir irgend etwas vorzugeben.
Diese meine Gedanken waren... sind nur Teil meines Weges, der mich einer Authetizität entscheidend näher gebracht hat. Ein Teil, den eine Bewusstheit geklärt hat... und ein Teil, der meine Eigenverantwortlichkeit geschärft hat.

Allerdings auch ein Teil, der mir mehr Freiheit geschenkt hat!
Denn nicht zuletzt die Erkenntnis, dass ein allfälliges "Misslingen" eines entgegen gebrachten Vertrauens einfach nur bei mir liegt... entspannt ungemein. Schafft Freiraum für Erkenntnis alter Muster... Freiraum für Veränderung, Leichtigkeit, Fülle.

Ich hielte es aus diesem Grunde für einerseits interessant, andererseits wichtig... ja unumgänglich, dass wir zu allererst einmal sämtliche Masken fallen lassen. Zu uns finden. Uns "nackt" machen.

Denn erst ab diesem Moment, wenn wir uns selbst offenbart haben, uns selbst erlaubt haben, das und der zu sein, der wir sind...
...dann wird im Zuge einer Resonanz auch das Umfeld reagieren!

Klar... ich möchte gleich vorweg nehmen..., dass beides nicht von einem Tag auf den Anderen umzusetzen ist! Das, was jahrelang verkleidet, verhüllt wurde... kann man nicht einfach so abreißen. Es bedarf eben jener Bewusstheit, Verantwortung... und viel Liebe...

Doch... ist es nicht spannend, da mal Licht ins Dunkel zu bringen...?!

Trauen wir uns doch selbst!
Verzagen wir nicht!

Derjenige, diejenige... der/die hinter dieser Maskerade steckt... das sind "nur" wir! Das was IST!
Kein Fremder... auch wenn es sich manchmal so "anfühlen" mag...    *grins*

Ich würde abschließend nun auch nicht empfehlen oder vorschreiben, niemals mehr zu "ver-trauen"...!
Dies ist nur weiteres Aufschieben, Verdrängen letztlich eigener Ängste und Mängel.
Und glaube mir: tust Du es dennoch... die Boten, die "Arsch-Engel" werden dann schon Schlange stehen, um Dir ihre Botschaft des Lebens zu überbringen...!

Es wird im zwischenmenschlichen Zusammensein mitunter unerlässlich sein, dass man einfach gewisse Dinge jemand anderem zutrauen "muss". Verantwortung übertragen "muss". Denn wirklich alles alleine bewältigen wird nicht so ganz möglich sein...

Doch...
...ich würde von Herzen meinen, speziell im Fall dass es eben nicht nach meinen eigenen Erwartungen, Vorstellungen Umsetzung findet, dann
a) entweder sämtliche Vorstellungen, Erwartungen, Vorgaben im Vorhinein genauestens zu kommunizieren und zu klären, festzusetzen... oder
b) am Ende kein Drama draus zu machen! Ich bin nicht der Andere - der Andere ist nicht ich! Und schon gar nicht meine Einschätzung, Beurteilung... Bleibe Du selbst, bleibe bei Dir selbst...  Einzig was ich tue, liegt in meiner Verantwortung.
Alles Andere in der des Anderen.
Und wenn mir etwas begegnet, gespiegelt wird... was nicht meiner augenscheinlichen Vorstellung, Erwartung entspräche...
...ja dann darf ich mir über mich selbst Gedanken machen!

Tue es also bewusst dessen, was Du da tust!
Tu es mit Eigenverantwortung, mit Respekt, mit Liebe...


In diesem Sinne wünsche ich auch Dir viele mögliche Momente DEINER Erkenntnis... DEINER Freiheit...


Dein Prinzerl

Bildquelle: Pixabay