Freitag, 22. April 2016

Was ist Gerechtigkeit? Existiert diese denn überhaupt...?


Hallo lieber Leser, liebe Leserin!

Durch ein kürzliches Gespräch mit einer lieben Freundin angeregt, fiel mir da ein Thema auf, dass einerseits sie sehr zu beschäftigen schien...
...und ganz ehrlich gesagt auch mich lange Zeit sehr intensiv begleitete. Um es auch den Punkt zu bringen: sicherlich auch lange zu unwahren Gedanken - und im weiteren mitunter Handlungen - verleitete:

GERECHTIGKEIT


Ich will mich da nun nicht auf Grundsatzdebatten einlassen, ob und inwieweit z.B.Gesetz immer ... oder überhaupt zu Gerechtigkeit verhelfe...
Das wäre mir für den Moment auch zu rationell.

So.
Zu allem "Überdruss" nun ist der Mensch ja aber nun kein rein rational denkendes Wesen. Wie ein PC oder so...
Da kommen ja unweigerlich... und untrennbar noch Gefühle, Emotionen hinzu.

Jetzt ist ja nun diese "Gerechtigkeit" auch oft schon von Kindesbeinen an ein großes Thema!

Freilich "sieht" man als Kind hier keine großartige Begründung zu Dingen, wie sie eben sind. Das Kind ist noch nicht in diesem Strudel des ständigen Beurteilens. Wohl aber fallen einem Kind Unterschiede auf! Und lernt sehr bald durch entsprechende "Vorbilder", diese Verhaltensschine zu rutschen.
Warum sind manche reich... manche hingegen bitter arm...?
Warum manche kerngesund bis ins hohe Alter... weshalb sterben oft schon Kinder...?
Warum gibt es sogenannte "gute"... und auf der anderen Seite soviele "schlechte" Menschen...? Vor allem: die "Guten" scheinen doch immer eins auf die Fresse zu bekommen..., während die "Schlechten" ständig davon zu kommen scheinen...

Jaaaa... auch unter Geschwistern taucht dieser Begriff "Gerechtigkeit" sehr bald auf. Wieso bekommt mein Geschwister dies und jenes, wieso dar der/die das und ich nicht...? Da ginge es wohl gar nicht "gerecht" zu...!

Die Unterschiede alleine nun sind einfach nun mal Fakt. Punkt.

Augenscheinlich erkennbar!

Was nun aber das "Chilli in der Sauce" ausmacht, sind nun sämtliche Gedanken, Be- und Verurteilungen - gepaart mit den erwähnten Gefühlen und Emotionen. Hier nun werden erst - zumeist aus Mangel und Angst heraus - die Dramen erschaffen!
Und hier ... damit entsteht erst das eigentliche Konfliktpotential!


Nun.
Im Heute - so wir dazu bereit sind, uns dem zu öffenen - da "wissen" wir mitunter viel mehr. Im Heute - im Nachhinein!

"Mit voller Hose ist immer gut stinken"... so lässt sich diese Aussage meines Opa´s durchaus auch hier anwenden.
Denn...
...wer möchte einem Kind denn erklären wollen ... oder erst gar mal können ... dass zum Beispiel eine Krankheit mitunter sehr oft einzig nur Reaktion auf ein davor stattfindendes unwahres Denken und Handeln ist...?
Dass aus einem vermeintlichen Mangel... Neid, Eifersucht, Minderwertigkeit etc. eben unwahre Gedanken... und genau aus diesen Gedanken dann Leiden entstünde...?
Das wollen ja selbst viele Erwachsene im Heute noch nicht gelten lassen und tun dies in einer Unbewusstheit ab als Blödsinn, spirituellen Hokuspokus und dergleichen mehr!

Welches Kind sähe in einem Leiden, einem Geschehnis den Boten, den "Arsch-Engel", der mich im Sinne einer Gesetzlichkeit des Lebens, einzig auf meinen unwahren Gedanken, meinen Mangel, meine Angst hinweisen möchte...?
Ebensolches sehen Erwachsene im Heute auch nicht!

Als Erwachsener kann ich mich dann leicht brüsten! Ich hab´s ja gewusst! Im Nachhinein!

Jedoch...
  1. Einen Scheiß haben wir "gewusst"! Denn warum hat man es denn dann nicht angewendet... wenn man es schon "wusste"...?
  2. Im Nachhinein kann sozusagen jeder Vollpfosten behaupten, damals... da hätte man ja dies oder jenes...! Ich hielte dies einzig wieder für einen Automatismus eines so genannten Verstandes, eines Ego, um sich irgendwelche Dinge letztlich schönzureden. Zu rechtfertigen... und wenn es nur die eigene Unbewusstheit, Unverantwortlichkeit u. dgl. war...


So als kleiner Seitenhieb...: es bildet sich also auch hier wieder sehr deutlich ab, wo man - zumindest gedanklich - mal Schwerpunkt in einer Hilfestellung an Kinder geben könnte.
Nicht erziehen, anpassen... in eine gesellschaftliche Form pressen nach irgendwelchen Normen! Mit irgendwelchem Schmarrn vollmüllen...


Nun.
Wessen bedarf es aber nun letztlich, um solch unwahren Gedanken, Gefühlen, im weiteren Handlungen..., Mustern... auf die Schliche zu kommen?

Ja einen benannte ich vorhin: Das Leben selbst! Es weist auf seine Weise immer wieder drauf hin. Grade Gefühle, Emotionen haben keine Halbwertszeit!
Man kann Verdrängen nach allen Regeln der Kunst... ALLES bleibt gespeichert!

Als konkretes Beispiel nun:   Es ging in eingangs erwähnten Unterhaltung darum, dass die Freundin zum Dienst eingeteilt war. Wie oft, mit einem Kollegen.
Dieser Kollege nun sah seine Auffassung von Dienst tun etwas "lockerer"... befasste sich mit Zeitung, TV und Kaffee.
Sie nun ... ja sie widmete sich der arbeit, die mitunter aber überhand nahm.
Selbst wenn sie ihn um Unterstützung bat, geschah nur das Notwendigste... oder es kamen gar abwertende Kommentare.
Sie wurde wütend.
Denn es sei nicht gerecht... dass sie sich förmlich den Arsch aufreiße... während er einen Lenz schiebt.

Nun. Ist das dann rationale, "erwachsene" Reaktion?
Nein.

Worin liegt nun das Drama?
In dem das Gehirn... wohl schon aus weit früherer "Benachteiligung" Erinnerungen abruft... ausgelöst durch die Situation. Sie Arbeit - Er Lenz.
Die Situation ist nur Auslöser. Spiegel dessen, was da an "Verletzung" schlummert. Gesehen werden will.

In manchen Fällen dann - so wie auch eben früher "erlernt.. - spielt man dann auch heute jenes Muster ab... lässt neuerlich Gefühlseinfluss zu... und verstärkt so noch das Drama.
Alles unbewusst! Tunnelblick!

Warum wohl reagieren wir im heute, so wie wir reagieren? Warum reagieren wir - wenn man´s genau betrachtet - wie Kinder...?
Weil wir das Rad eben erst erfunden haben?
Wer hat´s sonst erfunden? Ricola? Die Schweizer...?
Nö!
Wir selbst. Schon vor langer Zeit.
Wir haben da irgendwann ... damals.... eine Situation aufgenommen, Gedanken und Gefühle dazu erschaffen, ein Erlebnis abgespeichert. Ob die Gedanken nun wahr waren... oder eben durch den Gefühlseinfluss verzerrt wurden.... DARÜBER klärte ja keiner auf.
Auf jeden Fall wurde abgespeichert bis ins letzte Detail.
Wir glauben nur, aus einem sehr ökonomisch arbeitenden Verstand heraus, vergessen zu haben. Es mitunter geschafft zu haben, zu vergessen!

QUATSCH !!!

Heute...ja da kommt dann alles .... wieder berührt, aufs Neue ausgelöst durch solche Boten, Arsch-Engel wieder hoch.
Die Abruf-Knöpfe werden betätigt!

Gut. Das Zweite nun, dessen ich bedarf, für eine Bewusstmachung, bin ich selbst!
Ich darf hinschauen!
Ich darf hinfühlen!

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Fragst Du Dich das?

Versuche mal an irgend etwas banales zu denken....    ohne zu fühlen!
Eine lecker Eiscreme zum Beispiel!

OHNE fühlen sagte ich...!

Oha! Du fühlst also direkt gleich, wie dieses köstliche Eis in Deinem Munde schmilzt...? Ohne, dass auch nur der geringste Ansatz für ein Eis weit und breit in Sicht ist...?

Na meinst Du nun, das würde nun bei komplexen oder vor allem grade bei unangenehmen Dingen anders funktionieren? Man macht hier genau für Dich natürlich eine Extra-Ausnahme???

FAAALSCH!


Leiden beginnt also IN uns!

"Gerechtigkeit" ist für mich nur ein schwammiger Begriff!
Kennt Leben "Gerechtigkeit"...
...oder IST Leben einfach vielmehr...?

Trennt, teilt, be- und verurteilt das Leben sein Geschehen...
...oder IST es einfach vielmehr...?

Macht Leben durch eine Gefühls- und Emotionseinbindung aus allem und jedem ein Drama...
...oder IST es einfach vielmehr...?


Und dann bekommt man - wieder als Seitenhieb auf das bunt schillernde Programm namens Anpassung - ständig was reingedrückt von wegen Schuld!

Entweder wurde man als Kind für irgendwas schuldig erklärt, oder es waren ständig andere! Denn wieso sollte man selbst "schuld sein"? Paaah!
Bishin zu Religionen, wo ständig von "Schuld" gelabert wird. Oder es sind die Politiker "schuld"... usw. usw. usw.


Ich war in Religion nie eine Leuchte... aber lautete da nicht einmal etwas.... so ungefähr:  "Als man Jesus ans Kreuz nagelte, nahm er für uns hinweg die Schuld...?"
Gehts noch???
Welche Schuld denn?
Und wieso soll der gute Mann nun mit all unserem Scheiß belastet werden? Hätte man wohl gerne...!
Abschiebung der Verantwortung.
Ich baue Scheiße... und dann bete ich ein bisschen zu dem lieben Herrgott da oben... schiebe schön meine Verantwortung dort oder da hin... und schon ist wieder gut!
Oder bitte den liebe Gott, dass er doch dies oder jenes richten möge... 
Gehts noch?

Oder da kürzlich wieder so eine Ansage in der Kirche, in DEM Gebet der Gebete:  "...denn ich bin nicht würdig, dass du einkehrst unter mein Dach..."
Hallooooo!?
Wer bin ich denn? Was will man mir damit sagen? Dass ich nur irgendwo ein unbedeutender Wurm bin? Schuld habe?
Da lässt sich schon ein Gottessohn für seine Gemeinde ans Kreuz nageln..., wir werden geboren als eine Schöpfung dieses Gottes... und dann wären wir nicht würdig...?
Wahrlich "Oh mein Gott" kann ich da nur sagen!


Was also ist Schuld?
Genauso wie "Gerechtigkeit" in meinen Augen eine Be- und Verurteilung!
Man gab dieser einen anderen Namen. Mitunter mit Aussprache der Schuldzuweisung ein Gesicht!

Was hat man uns noch begebracht?
Wenn man also Mist gebaut hatte... ob´s nun wirklich so war, oder nicht, sei im Moment dahin gestellt ...  dann wurde man be- und verurteilt. Zum Schuldigen erhoben.
Und gefälligst hatte man sich dann auch scheiße zu fühlen! Man war ja der Schuldige!

Also ich kann mich an meine Kindheit nur mehr sehr wenig erinnern. Doch mein späteres Erwachsenenleben spiegelte mir dann schon Einiges, woraus sich deutliche Rückschlüsse ziehen ließen!
Es ließ mich spät - aber doch - erkennen, dass ich tief in mir kein Problem hatte, wenn ich was Falschen getan hatte. So genannte Fehler passieren nun mal! Ja und!
Ich stand zu meiner Verantwortung, dies oder jenes getan oder unterlassen zu haben! Punkt.
Es kam - soweit ich mich erinnern kann - nie jemand persönlich zu Schaden.

Dies war vielen aber nicht ausreichend genug. Die Übernahme einer Verantwortung reichte nicht!  Es war teils förmlich zu beobachten, dass die eigentliche Anschuldigung des Faktes halber ins Leere ging - kein Drama erschuf. Der "Schuldige" musste "gebrandmarkt" werden. Zum Teil öffentlich "zur Schau gestellt" werden.
Der "Schuldige" muss leiden!

Das ging bei meinen Eltern los. Über´s weitere Umfeld, in Ausbildung, Beruf. Egal wo und was - Leiden musste entstehen. Dann erst galt die "Schuld" anerkennt, gesühnt.


Wie also nun... so frage ich Dich lieber Leser, liebe Leserin... wie sollte, ja könnte nun eigentlich Schuld entstehen? Wie Ungerechtigkeit...?

Wenn ich etwa meine Verantwortung NICHT übernähme...?

Wie ist das denn.... nehmen wir mal an... lassen wir mal das kleine Kind in uns "zu Wort" kommen...

Du hast jetzt irgend etwas "ausgefressen", irgend einen Mist gebaut... muss ja nichts Großes sein...
...und jetzt beobachte mal Deine Gedanken, Dein bisheriges Tun....?

Hat man sich da z.B. in der Regel nicht meist klammheimlich aus dem Staub gemacht...? Zumindest solange man sich noch in "Sicherheit" wähnte, unbeobachtet fühlte...?

"Ja ... ich war das nicht!"... lautete die "Devise"...

Weshalb aber?

Ich behaupte jetzt: Könnte man ganz einfach uns sachlich seine Verantwortung übernehmen, dann bleibt es beim Fakt ... und Ende. Oder - wiederum auf das Kind gemünzt - es lernt eben nach Möglichkeit zu seinem Denken und Tun zu stehen.

WASSSSSSS aber macht man in Wirklichkeit?
Man macht ein Drama draus!
In glimpflichen Fällen ist erstmal Schluss mit lustig. Liebe: Hahn zugedreht und ein strenges Wort!
In "nicht ganz so glimpflichen Fällen" setzt es nebst Beschimpfungen, Wut, Zorn eine kräftige Abreibung, Tracht Prügel...
So siehts aus im Schneckenhaus!
Und DAS prägt ein Kind. Traumatisiert ein Kind! Schafft Muster per excellance für´s spätere Leben!

Und jetzt springen wir ins Heute. Unmittelbar. Wie oft fährt jemand mit dem Auto bei einem anderen an? Mein Gott - kann eben passieren!
Und wie oft haut dieser Jemand dann aber schnellstmöglich einfach ab? Flüchtet vor seiner Verantwortung?
Obwohl er Monat für Monat in so eine Versicherung - genau für diesen Zweck - einbezahlt...? Und dennoch!?
Nicht weil er nun womöglich "Angst" hat, vor seiner Verantwortung zu stehen... sondern unbewusst vielmehr aus tierischer Angst, dass das Gegenüber nun ein riesen Theater draus machen könnte...? Ein Drama?  Genauso wie damals!
Diese Muster der Gedanken-Gefühlskombination überlagern also definitiv massiv ein allfälliges rationelles Denken. Der Mensch wird wieder zum "Fluchttier". Speicher wird abgerufen... sämtliches Verhalten auf Notprogramm gestellt... und ab die Post!
Plagt diesen Jemand dann am Ende ein "schlechtes Gewissen"...? Oder auch nicht? Abgehaun ist abgehaun. Verantwortung verweigert ist verweigert!


Haben wir uns dieses Gedanken- und Verhaltensmuster ... anwendbar auf jede Zeit, jede Person oder Sache, jede örtlichkeit - also mit dem Strohhalm aus dem Boden gesogen?

Also... ohne jetzt meine Eltern, mein langjähriges Umfeld nun erneut schon wieder "an den Pranger" stellen zu wollen...   (die thematische Anführung ist aber zu Zwecken der Verdeutlichung notwendig... und authentisch)...  ich wüsste nun nicht, wo ich trotz der spärlichen Erinnerungen anfangen und wo aufhören sollte, an dazu "passenden" Erlebnissen zu berichten.

Aber - und dies nun ein Seitenhieb in Richtung Polarität - ist es aber möglicherweise genau diesem massiven Erleben von Abschiebung der Verantwortung im Damals zu verdanken, dass ich heute sehr direkt zu meiner Verantwortung stehen kann...?  Polarität. Ausgleich.


Gedanken. Gefühle. Emotionen also.
Grundbausteine für jegliches Leid. Drama.

Mitunter Bausteine für jene Mauern, die wir innerlich hochziehen in einem Irrglauben des Schutzes.

Man erschafft dieses. Ein Verstand erhält unbewusst den Auftrag, genau dazu passend nach Beweisen zu suchen.
Und selbstverständlich werden diese auch gefunden!
Ausstahlung ... Resonanz!

Ist die Welt traurig, ungerecht, beschissen... in meinen Gedanken, meinem Glauben... mitunter meinem Tun...  dann wird sich die Welt genau so darstellen, reflektieren!
Es wird mir all das zeigen, was bis tief in mich verwurzelt ist!
Klar...: nicht immer genau 1:1... das wäre auch zu simpel. Aber mit nur ein bisschen Fantasie und Offenheit kann es mir gelingen, mich im Leben zu erkennen. Was ich selbst bin... oder zumindest zutiefst ablehne.

Ich will damit nun keinesfalls implizieren, dass man sich nur alles schönreden, schöndenken sollte!
Bullshit!
Das wäre das andere Extrem.

Wie vorhin schon gesagt:  Leben IST!
Aber es ist weder schön noch hässlich, gut noch böse, reich noch arm, gerecht oder ungerecht!
Leben IST!

Das Leben lädt uns jedoch ein... jede Sekunde des Seins ... es einfach anzunehmen!

Und damit auch das Mensch-Sein!

Wenn ich, Du... irgend jemand nun also wütend ist... dann IST er/sie. Wir sind keine Maschinen!
Wenn ich, Du... irgend jemand nun also traurig ist... dann IST er/sie.
Und wenn ich, Du... irgend jemand nun frühlich ist... auch dann IST er/sie.

Es liegt offenbar in der Bestimmung des Menschen, diese Emotionen und Gefühle zu erfahren, zu erleben.
Doch steht nirgends geschrieben, dass man diese Gefühle und Emotionen... zumindest ab einem gewissen Erkennen heraus - ständig und überall etwas, jemandem an die Backe hängen und ein Drama draus machen muss...


Nehmen wir - zu ganz klaren Verdeutlichung - ein krasses Beispiel:
Jemand "verliert" einen geliebten Menschen.

Toll!
Wie hat man - und ich formuliere nun bewusst in dieser geschlechtslosen Ausdrucksweise - bisher drauf reagiert?

Man hat einen geliebten Menschen verloren: Traurigkeit. Wut. Zorn. Hass aufs Leben, gar Hass auf einen ungerechten Gott… das ganze Repertoire an zumeist negativer Emotion tritt auf den Plan.

Lieber Leser, liebe Leserin... nimm mir nun meine folgenden Worte nicht übel! Es ist a) nicht gesagt, dass es genau Dich betreffen könnte,  b) aus meiner Lebenserfahrung kein Einzelbeispiel...

Der Mensch ist gestorben.
Wieso habe ich verloren?

Gemäß einer allgemeinen Definition zum "Verlust" stellt sich dies so dar:
"Der Ausdruck "Verlust" bezeichnet allgemein das "Verlorengehen" von etwas Materiellem, wie Eigentum... oder eine nahestehenden Person. Das Verb "Verlieren" bezeichnet dabei auch das Gegenteil des Sieges."

O.k. also.
Der materielle Besitz kann verloren gehen.
Im gleichen Atemzug aber nun wird hier auch davon gesprochen, einen nahestehenden Menschen "verlieren" zu können?

Ganz im Ernst:  Wie kommt man auf so eine Differenzierung? Eigentlich so einen Schwachsinn?

Wenn ich schon von verlieren spreche...   wieso dann nur einen Nahestehenden?  Dieser gehört mir also, ist in gewisser Sicht mein Besitz.... ein Nicht-Nahestehender aber nicht...?
Häh? Was?

Und wie wiederum komme ich drauf - wie ich es auch drehe und wende - dann ich jemals einen Menschen verlieren kann?
Hat der mir jemals "gehört"...?
Oder schieben wir´s zuletzt auf irgend eine "Verstümmelung" der Sprache...?

Könnte es also durchaus Sinn machen, vielleicht mal von der Seite heran zu gehen, dass mir ein Mensch niemals gehörte... ich ihn also auch nicht verlieren kann!
Ich mich nur vielmehr darüber freuen und feiern darf, wenn ich mit diesem Menschen Zeit und Leben teilen durfte...?
Noch besser: Ich dies bereits zu Lebzeiten freue und feiere...!?

So. Und jetzt noch das andere, oft miterlebte "Extrem":  Der ach so geliebte Mensch stirbt. 
Habe ich diesen Menschen wirklich so geliebt... zu 100%... und genau so wie er ist...?  Oder habe ich eher nur ständig nach meinen Vorstellungen zu ändern und manipulieren gesucht... und es mir zur Not halt nach meinen Vorstellungen in Gedanken gerichtet und den "Rest" des ganzen Ich dieses Menschen ausgeblendet? Verweigert?

So vieles heutzutage biedert sich an unter dem Deckmantel liebe... und doch ist es zuletzt meist nur die unbewusste Suche nach Erfüllung von Wünschen, Ausgleich von Mängeln!
Schon gar nicht mehr zu verurteilen wegen zutiefster Unbewusstheit als "Schuldausschließungsgrund" - wie es im Juristischen so schön heißt!

Oder mit einem Bibelvers:  "Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"

Menschen im Heute glauben. Sie glauben an so viel. An eine Gerechtigkeit, an eine Schuld, an eine Politik, eine Religion, ... ja mitunter an den Weihnachtsmann, an Außerirdische und Leuchten...

Doch glauben sie an das Leben, seine Gesetze, seine Bestimmung, sein Sein, seine Macht...?
Glauben die Menschen an sich selbst...?

Letzteres wohl kaum!

Also ich entwickle mich heute beinah zum Phrasendrescher... aber diese passte an dieser Stelle auch, wie die Faust auf´s Auge:

"Deinem Glauben nach geschehe Dir!"   .... vermeinte da einst ein sehr weiser Mann namens Jesus.

Und neuerlich ein deutlicher Hinweis auf Spiegel und Resonanz!

All dies - sieh Dich doch mal um...!  All dies, was im Außen tagtäglich geschieht... ist ein Konglumerat dessen, was in uns geschieht!
Das, was geschieht, basierend auf dem, was wir glauben!


So.
Und dann bringe ich noch ein mitunter heikles Thema ... zu dieser sogenannten Gerechtigkeit!

Der Mensch hat in seiner ach so großen Weisheit... und noch mehr in sein Vertrauen darin... gewisse Gesetze, Regeln u. dgl. geschaffen.
Gut.
Ist nun mal so im Heute. Im Jetzt.
Selbst mit größter Eigenverantwortung und Respekt zum Leben und dem Anderen nicht von einem Tag auf den anderen einfach zu entsorgen.

Jetzt besteht also zum Beispiel eine eindeutige und klare Rechtsvorschrift, dass dies oder jedes verboten ist. Ich sag jetzt zum Beispiel einmal in meinem Heimatland Österreich.

So. Dann tritt da zum Beispiel eine Person auf den Plan, erfindet irgendeine herzerweichende Story, wegen dem dies oder jenes wäre.
Erfindet dann dazu eine ganze Plattform, verschleiert schön die grundlegenden Tatsachen ... und letzten Endes läuft es auf einen Beschiss zu Kosten Anderer hinaus...

Wie also nun träfe hier eine sogenannte Gerechtigkeit zu?
Ist es "gerecht", dass diese Person die anderen in dieser Weise bescheißt?
Ist es "gerecht", wenn man dieses morbide Spiel durchschaute, dies zu melden? Denn wozu nun besteht ein Gesetz?
Ist es einzig eigenverantwortlich und "gerecht", für sich selbst die erforderlichen Schlüsse und Handlungen zu setzen... und ggf. nicht so bewusste Menschen weiterhin ins "offene Messer" laufen zu lassen...?

Es ist also durchaus so eine Sache mit der "Gerechtigkeit"... oder?!

Oder dann noch eine Frage, deren Erläuterung oder gar Beantwortung ganze Bände füllen könnte:
"Wie sehr vermögen Vorurteile eine sogenannte Gerechtigkeit verzerren...?"


Und wenn Du nun glaubst, dass alles wäre Müll, wäre nicht so... nun ... dann IST das auch ebenso... und wird Dir genau so begegnen.

Glauben bedeutet nur nicht, auch zu wissen!

Der Grat dazwischen ist allerdings oft nur imaginär dünn... 

Eine Bewusstheit gebiert keinen Glauben. Eine Bewusstheit gebiert Wissen. Eine Bewusstheit gebiert auch keine Gerechtigkeit oder Leid, kein Drama. Es empfindet auch keine Schuld oder Strafe. Es betrachtet das Geschehen einzig als logische Schlussfolgerung dessen, was die eigenen wirklichen Bewusstseinsinhalte angeht. Was - im größeren Rahmen - die Bewusstseinsinhalte von uns allen angeht.

Ein kleines Zahnrädchen ist noch kein Uhrwerk. Und doch... viele ergeben ein Uhrwerk. Und genau eines mag so ausschlaggebend sein, dass das gesamte Uhrwerk nicht funktioniert!

Welches dieser Rädchen glaubst also Du zu sein...?

Weißt Du, welches Du bist...?
Oder wäre dies ungerecht gegenüber den Anderen...?


Träfe Dich "Schuld" im Falle Du es wärst...?

Oder bist du wissend, in der Bewusstheit und Verantwortung eines jeden Einzelnen...? Belanglos, ob Du nun jene Eine bist...  Vielmehr von Bedeutung, dass Du ein Teil des Ganzen bist..?!


Es liegt also in unserer Macht!
Wir sind Schöpfer!

Wo also berühren sich nun in gewissem Maße Zeitlinien... wo können wir Berührung erschaffen... sodass eine Umkehr des bisherigen stattfinden, entstehen kann...?

In unserer Kindheit, im inneren Kind, dessen Beobachtung, Erkennen...Fühlen... liebevoller Annahme!


Begriffe wie "Gerechtigkeit", "Schuld" werden dann verblassen, werden uns loslassen...

Könnte es mitunter sein, dass die berühmte Göttin Justitia... mit den verbundenen Augen und der Waage im Ausgleich der Dinge nicht unbedingt einzig auf einen Ausgleich zwischen Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit.... Recht oder Unrecht hinweisen wollte...

...sondern dass man auch interpretieren könnte, dass die Ausgewogenheit jener des gesamten Lebens vielmehr entspräche...
...vor allem eben in der "Blindheit", der Nicht-Betrachtung, Nicht-Bewertung, Nicht-Be- und -Verurteilung einzelner Dinge...?


Ich wünsche Dir somit viel Bewusstheit, viel Verantwortung auf Deinem Weg!

Dein Prinzerl


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