Sonntag, 24. Juli 2016

Midlife Chances: Worum gehts denn eigentlich wirklich? - Teil 3


Hallo liebe Freunde und Leser!

Im Beitrag 2 schloß ich ja mit einer kleinen "Hausaufgabe"...

Hat die irgendjemand auch wirklich gemacht...?


Wie gesagt - ich gehe nach wie vor nach dem Motto:

"Alles kann - nichts muss!"

So auch im Sinne des Mitmachens mit dieser "Hausaufgabe".


Ich gäbe allerdings nur mal so zu bedenken:
Es wird sich mitunter daraus erkennen lassen, ob jemand wirklich etwas auf den Grund gehen will, mitunter etwas verändern will, sich selbst zum Beispiel erkennen und dadurch Chance erhalten will...

...oder eben nicht!

Selbst dieses belanglos scheinende kleine "Kapitel" fällt unter Bewusstheit und Eigenverantwortung!
Denn...
...jemand anderer wirds nicht machen!

Nochmal als Gedanke:  "Alles was uns geschieht, ist selbst "eingebrockt"!"  Im Weiteren natürlich auch, was nicht geschieht.


Zurück zum Thema aber nun!

Ich kann nun zu dieser "Hausaufgabe" nun ein Beispiel aus meinem Leben bringen.

Ich wollte früher mal - als mein Traumberuf - entweder Tonstudiotechniker oder Bank-Mitarbeiter werden.

Was habe ich davon umgesetzt?

Nichts!

Oooohhhhh!

So.
Was hätte ich nun "in früherer Zeit" nun alles dazu angeführt, warum es nun nicht so gekommen ist...?

Nun... angefangen kann ich mich an Gedanken erinnern wie, meine Eltern hatten nicht genügend Geld, um mich auf eine entsprechende Schule zu schicken (damals gab es in Österreich eine Einzige in Wien).

Sachlich gesehen: Ja. Damals mag das durchaus auf der Verstandesebene so auch gewesen sein! Keine Frage! Meine Eltern kamen mit ihren Finanzen mal grade so über die Runden.

Doch... was hätte .. und hat mich tatsächlich gehindert, es später selbst zu ermöglichen?
Ich selbst! Meine Gedankenprägung! Verstrickung in Mängeln, Ängsten.


Oder Thema "Bank-Mitarbeiter":  ich erinnere mich an Aussagen, dass damals just vor meinem Schulabschluss "Lehrstellen zum Bankkaufmann" abgeschafft worden waren. Man nahm für längere Jahre nur Abgänger von Hochschulen auf.

Sachlich gesehen: Ja. Damals war dies wiederum Tatsache im Außen.

Doch... was hätte oder hat mich gehindert, es später selbst zu ermöglichen?
Neuerlich: Ich selbst! Meine Gedankenprägung! Verstrickung in Mängeln, Ängsten.


Kurz umrissen: Zu dieser Zeit griff bei mir schon voll die Anpassung in ein System mit all seinen Verstrickungen, Abhängigkeiten, Mängeln, Ängsten, vermeintlichen Sicherheiten!

Weshalb sage ich nun "vermeintlich"...?


Entschuldige, dass ich grade nun ein brandaktuelles Beispiel aus dem Tagesgeschehen - Amoklauf in München - verwende!
Aber ich will auf Folgendes hinaus: Hat all die Toten oder Verletzten irgend eine Regel, ein Gesetz, eine Vorgabe zur Sicherheit... ja was auch immer ... vor diesem Geschehen und den Folgen geschützt...???

NEIN !!!

Und so ist es in gewisser Weise in jede Richtung, in die man nur blicken kann und will...!

Gesetze, Regeln, Vorgaben und vieles mehr... all dies schafft keine Sicherheit! Sicherheit ist nur ein fiktiver Begriff!

Eine sogenannte "Sicherheit" würde ich dann gelten lassen, wenn jeder einzelne Mensch.... jeder von über 8 Milliarden Menschen ... zu allererst einmal sich selbst respektiert! Ein Leben und eine Schöpfung respektiert - egal welchen Namen (Religion) er dieser zu geben gedenkt!

Denn alleine schon dadurch... oder zusammen gefasst in einem kleinen Satz:  "Was Du nicht willst, dass Dir man tu´, dass füg´ auch keinem Andern zu!"...

...DADURCH, durch dessen Erkennen, Annehmen und Umsetzen bräuchte es mitunter keine Gesetze... und schon gar keine Drohungen bis hin zur Todesstrafe...!
Denn jeder würde in einer Bewusstheit und Verantwortung sozusagen erst auf gar keine "krummen Gedanken" kommen!!!

Aber is´ wohl nich´!


Gut.
Zurück zum Beispiel!

Ich hatte - nun ganz konkret - auf mehrfaches Zureden und "Empfehlen" hin die hinkünftige "sichere" Beamtenlaufbahn eingeschlagen!
Mit Sicherheit eines unkündbaren Jobs, Karrierechancen, und all dieses BlaBla!

Und "klein Ernold" mit seinen 15 Jahren strengster Anpassung und Knechterei folgte diesem Weg.
Und folgte diesem.... folgte... folgte... folgte.... Die Erwachsenen würden schon wissen...

Gewitter um Gewitter zog auf, wurde in seinen Auswirkungen immer heftiger...
...und endete dann letztlich im Chaos!
Beinahe 20 Jahre später.
Soviel also zur "Sicherheit"!
Pustekuchen!!!


Im Folgenden kamen dann noch andere Beschäftigungen, Tätigkeiten.
Teils Tätigkeiten, die vielleicht im Ansatz dann - betrachtet man es rückwirkend - schon eine gewisse Tendenz erkennen ließen.
Doch letztlich... es wurde aus vermeintlicher Notwendigkeit erneut immer wieder einem System gefolgt.
Bis hin zum erneuten Verlust meines Arbeitsplatzes zu Beginn diesen Jahres!


Wobei...

..."fairer Weise" könnte man nun durchaus festhalten, dass ein einfacher kompletter Ausstieg aus dem System Leben nicht möglich ist!
Ich kann nicht auf einmal auf dem Wasser gehen!

Denn: wie will man die Notwendigkeit einer Arbeit abschaffen, um täglich Brot zu verdienen? Es sei denn, ich bin schon unbegrenzt vermögend...

Wie will man die Notwendigkeit Geld abschaffen, so man besitzlos ist? Es sei denn erneut, man besitzt angefangen von Land, Unterkunft, etc. etc. auch Möglichkeit für absolut autarkes Leben! Und ich meine hier absolut autark!

Betteln gehen? Unter der Brücke leben?
Lässt sich damit in einer heutigen Zeit dies oder jenes umsetzen?

Ich spreche zum Beispiel noch gar nicht von materiellen Dingen..., sondern z.B. von einer Ausbildung. Einer Ausbildung, die selbst zu bezahlen ist ... und zwar in "viereckig Geld"!

Einer Ausbildung, die jedoch letztlich ermöglichen würde, einen großen Schritt weiter in jene Richtung zu tun, wohin das Herz einen zieht, leitet...


Wozu wiederum eine Ausbildung?
Ich für meinen Teil hielte es im gewissen Sinne für berechtigt, dass ich für einige Dinge keine Ausbildung brauchte.... bzw. anders ausgedrückt... mir auch eine Ausbildung gewisse persönliche Eignung, Fähigkeit niemals erbringen kann, so sie nicht ohnehin schon da ist!

Hier griffe aber wieder das System Leben: Ohne Ausbildung und dann so ein unterschriebenes Papier namens "Befähigungsnachweis" kannst Du in unseren Breiten  sch..... gehen!


Und damit stehe ich dann - wie der berühmte "Ochs vor dem Tor"!

Und dieses Tor... beziehungsweise das "Dahinter" heißt Objekt- und Bewertungsdenken!

Gleich hier im konkreten Beispiel:  Mit Nachweis bist Du wer, kannst Du was!
Ohne?
Gehen Sie zurück an den Start, gehen sie nicht über Los und ziehen sie keinen Bonus ein!

Der Mensch wird bewertet nach System. Wird bewertet nach Nachweis.

Mittlerweile nun gehen erste Unternehmen, Universitäten dazu über, von Bewerben alles zu verlangen... bloß keine Nachweise, Zeugnisse etc.!
Denn... und da pflichte ich bei... kann so ein Nachweis mitunter rein gar nichts über eine persönliche Eignung eines Menschen aussagen.

Ich könnte eigentlich auch durch Zufall, Mastdarmakrobatik oder sonstige Bemühungen durch eine Ausbildung gerutscht sein. Bin aber nach wie vor persönlich ungeeignet. Ein Fachidiot. Ein Vollpfosten mit Prädikat!

Und dann - wiederum ein Beispiel aus meinem aktuellen Leben nun - gerate ich an ein Unternehmen, welches für eine Jobbewerbung / Beurteilung / Bewertung (Zustelldienst) doch tatsächlich das Abschlusszeugnis aus meiner Grundschule - vor über 30 Jahren (!) - haben will!


Willkommen also auf der gesamten Länge an Objekt- und Bewertungsdenken. Und in der Folge zumeist unweigerlich -handeln!

Alles in unserem Leben wird - scheinbar automatisch - ständig einer Bewertung unterzogen!

Ob es nun um Menschen geht, um Dinge, um Situationen... egal was. ALLES wird bewertet!

Wir "verharmlosen" es viel eher bekannt als "gut oder schlecht", "gut und böse", "nützlich oder unnütz"... einfach in allen Varianten und Möglichkeiten wird trennenden Gedankes berwertet.

Angeblich unter der Vorgabe, dass der Mensch sonst orientierungslos "herumeiern" würde...


Ist das wirklich so?


Was, wenn ich dem Gedanken Raum verleihen würde, dass alles einfach IST...!?!?!?


Klänge das langweilig? Tatsächlich nicht mehr "einordenbar", "lebbar"...?

Oder kommt bei näherer, ehrlicher Betrachtung hier mitunter zum Vorschein, dass hinter dieser ganzen Bewertung und Klassifizierung immer ein gewisses Maß an Kontrolle mitschwingt...? Wenn auch nur eine eingebildete Kontrolle, in der ein Verstand tatsächlich glaubt, das Leben kontrollieren zu können...?

Noch einen anderen Gedanken... mal zum wirklichen Vertiefen...:

Bewertet Leben an und in sich...???

Oder IST Leben? Ohne "gut oder böse", "richtig oder falsch" ... und vieles mehr...?
Sind diese Bewertungen nicht wirklich einzig Erfindungen des Menschen.


Doch...
...wie kommt´s???


Hier spielt uns nun in gewisser Weise unser eigenes Gehirn in seiner Funktionsweise ein gewaltiges Schnippchen!
Denn - speziell nun der bewusste Arbeitsbereich im präfrontalen Cortex - scheint zwar abenteuerlich gewaltige Ressourcen zu haben...
Scheint!
Die Wahrheit sieht anders aus!

Denn schon ab 3 gleichzeitig aufnehmenden Reizen über unsere 5 Sinne gerät dieses Bewusstheit zusehends ins Schleudern!
Nix ist also mit großartigem Multitasking!
Und scheinbar ... und ich betone jetzt scheinbar! - käme das Gehirn in seiner Abspeicherung ohne dieser Bewertungen nicht über die Runden. Der Mensch würde nicht überleben...

Was also macht das Bewusstsein ... das Gehirn dann?
Es versucht mit größtmöglicher Effizienz aus jedem Aufgenommenen sofort Automatisierungsprozesse zu bilden und abzuspeichern. Ähnlich wie bei einem PC - Arbeitsspeicher und Festplatte.
An sich grundlegend genial!

Denn man kann nicht bestreiten gemäß einer schon alten Aussage: "Gebranntes Kind scheut das Feuer!"
Wahrlich... gewisse Dinge nun zu "unterscheiden", zu "bewerten" sind für ein körperliches Überleben mitunter unerlässlich! Denn wer griffe zum Beispiel gerne freiwillig wieder und wieder ins Feuer...?

Doch:
Wir leben heute nicht ausschließlich in einer Zeit, in der uns ständig Feuer, Katastrophen, hungrige Säbelzahntiger oder wütende Mammuts ... oder sonst Lebensbedrohliches hinter jeder Ecke auflauern!

Gewisse Dinge im Leben... die uns der Verstand samt Ego oftmals schönredet, also passend zu machen versucht, sind im Endeffekt nur einfach Folge von Tun oder Nichttun!


Der springende Punkt aber nun: Aufgrund dessen, dass immer wieder diese Prozesse verknüpft, gespeichert werden, entstehen - je nach Häufigkeit der Speicherung, Anzahl der Impulse - regelrechte "Datenautobahnen" im Gehirn!

Und ein sehr wichtiger Aspekt daran noch: Alles, was wir wahrnehmen und abspeichern, wird automatisch auch mit den jeweiligen Emotionen abgespeichert! Bis ins letzte Detail!
Nicht löschbar!

Einerseits sehr gut, denn so kann das Bewusstsein seine Ressourcen dann für vermeintlich "Neues" verwenden.
Andererseits noch ein weiteres "Handikap", da oftmals sehr aufgrund dieser mitgespeicherten Emotionen dann die Entscheidung ausfallen wird, ob oder wie ich eine an sich neue Begebenheit bewältigen bzw. neuerlich abspeichern werde!

Warum nun wiederum "vermeintlich Neues"...?

Das ist nun der "Knackpunkt"!
Es ist offenbar eine Eigenschaft des Gehirns... dass das Bewusstsein für kurze Momente eine Situation erfasst... dann jedoch diese mit dem schon Gespeicherten abgleicht... und umsetzt.
Dieses nun schon "Gespeicherte" ist aber - wenn man es sehr nüchtern betrachtet - niemals in jeder Einzelheit gleich, wie eben neu Erlebtes!

Da existiert dann einzig so eine Automatik und ein kleiner Diktator names Ego, der es fertigbringt, dass neu erlebte Geschehnisse dann eben "umgedacht", "schöngedacht" ... letztlich also "passend gemacht" werden...!

Wir leben also nicht wirklich im Jetzt! 
Sondern in der Vergangenheit!
Kleben mitunter daran!

Leben einzig Kopie!


Ich heiße an dieser Stelle nun das "Vorurteil" herzlich willkommen!

Der Mensch wird im Zuge seiner gesamten Anpassung nicht dazu ermuntert, ermutigt, inspiriert, sich - und vor allem jedes einzelne Mal - einen "neuen Eindruck" zu verschaffen..., mitunter selbst Erfahrung zu sammeln...

...sondern es wird ihm alles - zumindest sehr viel - vorgegeben.
Wir erinnern uns?
Regeln, Gesetzte, Normen einer Gesellschaft etc. etc. etc.?

Der Mensch wird nicht nur zum gedanklichen Wiederkäuer seiner eigenen sogenannten "Erfahrungen", sondern zugleich noch über Generationen hinweg zum Wiederkäuer derer Erfahrungen!


Und als "Sahnehäubchen" obendrauf kommt dann noch eben dieses Objekt- und Bewertungsdenken!

Begründet auf den "Erfahrungen", begründet in der Anpassung!


Was aber hat dies nun mit einer Midlife-Crisis zu tun?

Alles!

Denn ich persönlich halte genau dann dieses Erkennen, dass im bisherigen Leben vieles "falsch" gelaufen ist, man Angepasster ist, man Wiederkäuer ist...  und vieles mehr...
...genau für jene teils ... na ich sag mal vorsichtig ... schockierende Erfahrung und Feststellung!

Als jene Erkenntnis, Erfahrung, Anstoß... dass, wenn man mitunter so weitermacht, dann dieses "Auf die Fresse fallen... oder gelegt werden" unausweichlich ist!


Manche bedürfen dieses teils krassen "Anstoßes"...

Manche "kratzen schon früher die Kurve"...

Für mich letztlich nun erneut  schier eindeutiges Indiz, dass diese vermeintliche "Krise" definitiv eine riesen Chance ist!

Eine Chance zur Rückkehr zum eigenen, wirklichen Ich!
Einem Ich, in und an dem mitunter auch durchaus kindliche Züge, die bis dato "zu kurz" gekommen waren, Ausdruck finden!


Und ... ohne jetzt hier auch nur das Geringste "schwarzmalen" zu wollen...
...aber ich hielte es für möglich, dass wenn wirklich alle Menschen in voller Intensität diese - ich nenne es mal auch "Realitätskorrektur" - erleben, mitmachen, umsetzen würden...

... ALLE...

...dann würde das bisherige System an Abhängigkeiten, Verstrickungen vielleicht wirklich mit einem Schlag völlig zum erliegen kommen!

Und ich würde mich mal weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass damit keinesfalls das immer so propagierte "Chaos" ausbrechen würde!
Dies ist nur ein Manipulations- und Steuerungsgedanke von wenigen!

Damit will ich mich aber in Teil 4 noch einmal beispielhaft befassen, damit deutlicher erkennbar wird,
welcher "Karotte vor der Nase" wir tagtäglich nachlaufen...

...weshalb wir groß zur Kenntnis nehmen, jammern...

...aber letztlich nicht TUN!


In diesem Sinne also...
...habt noch einen schönen bewussten Wochenbeginn...!

Euer Prinzerl

Bildquelle: Pixabay