Sonntag, 11. Dezember 2016

Die Lust am Erfahren... oder der Frust am Lernen


Hallo liebe Leser und Leserinnen!

Ihr habt den Titel zum heutigen Blog gelesen?

Dann habe ich gleich eine Bitte an Euch:
Lest den Titel noch einmal... langsam... bewusst... 
...und dann beobachtet doch bitte einmal, was bei den beiden Teilen des Titels so an Gefühlen in Euch hochsteigt...!

Lust...?         Oder Frust...?

Egal nun, ob man diese auf-kommenden Gefühle mit damaliger "Schulbildung" verbindet... oder es gerade darum ginge, dass man im Heute und Jetzt etwas "lernen" sollte.
Seien es nun wieder fachliche Dinge... wie z.B. etwas für einen Job... oder Dinge, die das Leben betreffen, die das Leben SIND!

Wie fühlst Du Dich dabei?

Glücklich?


Ich darf Dir lieber Leser, liebe Leserin, hier nur einmal einen kurzen textlichen Auszug aus einem Interview mit dem renommierten Hirnforscher Prof. Gerald Hüther zitieren:


STANDARD: Wenn Sie als Neurobiologe die Schule neu aufsetzen müssten, was würden Sie ändern? 

HÜTHER: Als Neurobiologe kann ich nur sagen, dass das Allerwichtigste, das ein Mensch besitzt, und das die Voraussetzung ist, dass er viel lernt und sich später im Leben zurechtfindet, die angeborene Lust am Entdecken und am gemeinsamen Gestalten ist. Wenn das nicht verginge, würden alle Kinder ganz viel lernen. Die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis ist: Wir sollten alles tun, dass dieser besondere Schatz, nämlich die Lust am Lernen, nicht verlorengeht. 

STANDARD: Wie geht das? Sie haben das Schlagwort von der "Gießkanne der Begeisterung" geprägt. 

HÜTHER: Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung ist, dass das Hirn nicht so funktioniert wie ein Muskel. Das kann man nicht trainieren durch Brainjogging oder stures Auswendiglernen. Damit im Hirn langfristig etwas verankert werden kann, muss das, was man lernen will, unter die Haut gehen. Neurobiologisch heißt das, es muss zu einer Aktivierung der emotionalen Zentren und damit zur Freisetzung neuroplastischer Botenstoffe im Hirn kommen, sodass das Neugelernte in Form von neuaufgebauten Netzwerken verankert wird. Dann bleibt es lange hängen. Wer einmal Fahrradfahren gelernt hat, vergisst das nie wieder. Die neuroplastischen Botenstoffe, die diese Umbauprozesse in Gang bringen, wirken wie Dünger im Hirn. Dass kaum etwas hängen bleibt, wenn es nicht unter die Haut geht, deckt sich mit Erkenntnissen der Bildungsforscher, wonach wir ein, zwei Jahre nach der Matura nur noch zehn Prozent von dem ganzen Schulstoff wissen.

(Der deutsche Neurobiologe Gerald Hüther über die Suche nach der verlorenen Lust am Lernen, jene zwei Dinge, die die Kinder in der Schule vor allem mitkriegen sollten, und das erfolgreichste Lernmodell der Evolution
Der Standard, Interview Lisa Nimmervoll, Nov. 2015)



Welche "Begriffe" fallen mir in der Aussage Prof. Hüthers auf im Zusammenhang mit dem Lernen?

Lust...
Begeisterung...
Unter die Haut gehen...

Oooohhhh!

Und jetzt wird sich so Mancher tatsächlich fragen, was hat DAS bitte mit Lernen zu tun? Am Lernen sollte man Lust haben, es mit Begeisterung tun, es soll unter die Haut gehen...???

Könnte es sein, dass just durch diese Attribute... ein Lernen zu einem Erleben transformiert...?!

Nun...
...selbst ein Professor Hüther hat im Zuge eines schon ziemlich überalterten Schulsystems einmal die Schulbank gedrückt.
Ja auch ein noch berühmterer Herr Einstein war an sich Schulabbrecher, holte später dann aber noch die Matura nach, um studieren zu können... und im weiteren Fachlehrer für Mathematik und Physik werden zu können.

Doch...
...hätte dieses "Schulbank-Drücken" ... ohne Lust, ohne Begeisterung, ohne unter die Haut gehen...
...je im Späteren zu solch fundamentalen Erkenntnissen wie einer bekannten Relatitivätstheorie geführt...?

Hätte dieses "Schulbank-Drücken" ... ohne Lust, ohne Begeisterung, ohne unter die Haut gehen... bei
einem Prof. Hüther je zu Erkenntnissen geführt, die zum Teil mittlerweile weit außerhalb dem bekannten Schulsystem liegen?


NEIIINNN!

Niemals!

Und somit sage ich:
Herzlich willkommen in... oder außerhalb der Komfortzone! Je nachdem, wo man sich gerne bewegt!

Nur eines würde ich mich festzumachen getrauen:
Wachstum... und somit Lust, Begeisterung, unter die Hautgehen... das wird sich IN der Komfortzone kaum finden lassen!


Und dann kommt am Ende der krampfhafte Versuch der Rechtfertigung, der Abschiebung der eigenen Ver-antwortung...
..."Ja das System ist schuld!"...

IST DAS SO...???


Begrenzte mich tatsächlich ein System in meinem Willen?

Begrenzte mich tatsächlich ein System in meiner Lust, meiner Begeisterung für etwas?
Oder ist diese fiktive Grenze nicht nur letztlich Einbildung, Konstrukt meines mangelnden, ängstlichen Gedankens...?
Verteidigung der Komfortzone eben...?




Nun...
...es ist in gewissem Sinne natürlich nicht zu bestreiten, dass schon über unzählige Generationen Systeme hochgezogen wurden, diese teils krampfhaft aufrecht erhalten werden...
...nicht zuletzt, um angeblich zu regeln und Chaos zu vermeiden, zu steuern, angebliche Sicherheit zu vermitteln...
So auch ein Schulsystem.

Freilich kann es nicht schaden, lesen - schreiben - rechnen zu können. Aber was ist mit all dem anderen Zeugs?
Wollten wir das Lernen, weils so lustig (kommt auch von Lust), so begeisternd war und ist? Wollen die Kinder das heute?

Wieviele Kinder wollen wir fragen, weshalb sie in die Schule gehen?
Und von wievielen werden wir die klare Antwort erhalten: "Weil ich muss!"...?

Wieviel sagt dies schon aus, ohne ins Detail zu gehen!?!?!?
Und das habe ich mir nicht mit dem Strohhalm aus dem Boden gesogen... sondern es gibt ausreichend Befragungen dazu.

Oder gehen wir bitte noch einmal kurz zu dem Interview mit Prof. Hüther:
Beispiel Matura. Bereits nach ein bis zwei Jahren ist das zuvor "angelernte" vermeintliche "Wissen" auf bis zu 10% des Gesamtwissens geschrumpft!

Was weißt Du noch von Deiner Schulbildung?


Im Vergleich:
Nimm jetzt aber bitte ein anderes Beispiel... es muss ja nicht ein im Interview erwähntes "Radfahren" sein..., sondern es kann irgend etwas sein, dass Du aber auf jeden Fall mit Begeisterung getan, womöglich für Dich "erlernt" hast!

Wieviel von dem Getanen, wie detailliert, wie lange kannst Du darüber in buntesten Farben berichten und erzählen. Und das Eine oder Andere sogar weitergeben...?

Weil Du es nur stump in Dich hineingepaukt hast?

Oder weil Du mit Lust, Begeisterung unter die Haut gehen hast lassen? Weil du förmlich gelebt hast darin und dafür, aufgegangen bist in Deinem Tun...?


Ich bringe Dir da noch ein interessantes Beispiel eines Jugendlichen.
Ich war erstaunt, wie abgeklärt der Knabe da auf einer Bühne steht und referiert.

Vielmehr noch war ich (freudig) erstaunt, wie klar der da mal diverse Dinge beim Namen nennt!

Das Video (11 Minuten) ist in Englisch...
...aber durchaus ganz gut zu verstehen, was das Kind, der Jugendliche hier zum Ausdruck bringen will...



Und nun...
...ohne dass ich erneut nun eine ehemalige Anpassung, Konditionierung durch Umfeld "vorschieben" oder verurteilen will...

Was geschah denn tatsächlich bei den Meisten von uns schon im Kindesalter???



Stellte nicht ein gewisser Musiker, namens John Lennon auf die Frage hin, was er denn einmal werden wollte, wenn er groß sei, als Antwort in den Raum:  "Ich möchte glücklich werden!"...?






BIST DU HEUTE GLÜCKLICH...???


Oder bei wievielen Menschen ist es vielmehr im Zuge der Anpassung ... auch Erziehung, Bildung genannt ... so geschehen, dass dieses "Glücklichsein" Stück für Stück demontiert wurde!

Das gesamte Umfeld setzte offenbar voraus, dass man als Kind ja doch schon glücklich sei!
Und wenn mal grade nicht, dann kamen solche Ansagen, wie "Das Leben ist kein Ponyhof", "...kein Wunschkonzert", "das ist die Schule des Lebens"... usw. usw. usw.

Wohl toll!

Oder doch nicht...?


Hatte es meine Eltern..., anderes Umfeld..., wie später auch Lehrer großartig interessiert, ob ich glücklich war?
Ob ich mit Lust lernte?
Gar mit Begeisterung...?
Ob mir das Lernen und Gelernte unter die Haut ging... also in Kombination mit den ersten beiden genannten Dingen dort prickelte bis heute...?
Dies am Ende gar noch Nährboden war, welches mich selbst die Lust und Begeisterung ausbauen ließ...?

Ich sag´s Dir:  Ich war heilfroh, als dieser ganze Mist vorüber war!
Ich wollte raus ins Leben. Denn selbst in meinen noch jungen Jahren, sagte mir damals schon etwas, dass dort die "wahre Schule" wartete.

Dass ich über viele Jahre hinweg dann letztlich unbewusst aber soooo gut angepasst worden war, dass ich diesem System in seinen Facetten blind folgte...
...nun...
...dies erkennen zu dürfen sollte sich erst viel später eröffnen.


Und jetzt...
...mit meinen fast 47 Lenzen am Buckel...
...jetzt kommt plötzlich die Lust, die Begeisterung voll zum Durchbruch.

Was ist mit dem System?

Es ist immer noch da.
Und teils scheint es mir geradezu Knüppel zwischen die Beine zu werfen!
Denn es hat sich in seiner Weise so verfeinert, dass mehr Wissen nicht mehr so einfach steuerbar macht. Mehr Wissen erzeugt Widerstand! Schlechtere oder gar keine Steuerbarkeit erzeugt Widerstand! Es passt nicht ins System. Es wird teils zum Fremdkörper.

Weshalb? Weil das System nicht mitwächst.
Man doktort zwar im Außen herum nach allen Regeln der Künste...
...aber im Inneren ist keine Neuerung in Sicht. Beziehungsweise klammert man sich noch zu sehr ans Alte...  Hallo erneut Komfortzone!

Leben lässt sich nicht festmachen, festschreiben, festhalten...

Nach wie vor scheint das "Erlernte" weit vor der "Erfahrung" zu stehen.
Buchstaben und Zahlen auf bedruckten Papieren mehr Gültigkeit zu haben, denn eine "Bescheinigung", die LEBEN heißt.
Vielfach aus einem einfachen Grund..., der da zurzeit lautet: KAPITALISMUS

Nichts bitte gegen jene, die solche Ausbildungen anstreben, durchführen! Das soll in keiner Weise missverstanden werden...! Ich tu´s ja auch - selbst jetzt noch!

Doch wer ist in der Regel ein "erfahrener" Mensch? Etwa ich, als ich 20 war?
Mensch, was hatte ich den Kopf voll mit Gesetzen, Vorschriften... dass er mir eigentlich hätte platzen müssen! Aber war ich deshalb für´s Leben ... vom Leben erfahren...?

Einen Dreck war ich... und wie es das Leben in seiner eigenen Weisheit so tut... sollte ich sehr bald die ersten wirklichen Lehrstunden erhalten...

Das Erlernte alleine ist nur die "halbe Miete".
Was hilft mir das Erlernte, wenn ich es nicht in Leben umwandelte...?


Und was interessiert mich heute ein System?

Nur insoweit, dass ich Möglichkeiten darin nutze... das System selbst aber nicht zum Sündenbock mache...! Denn letztlich wurde das System von Menschen geschaffen. Und einer davon bin ich selbst!

Ich habe mich jedoch entschieden "die rote Kapsel" zu schlucken...
...als bildliche Anlehnung an den Film "Matrix".


Es obliegt rein mir... meiner Bewussheit, meiner Verantwortung... meiner Lust, meiner Begeisterung zum Tun...
...etwas, "Dinge" also, die mir kein System vorschreiben, verbieten oder nehmen kann!

Ich will, dass es mir unter die Haut geht. Auch wenn sich so manche Situation als völlig "unsicher" im Außen darstellt...
...die einzige "Sicherheit" und Konstante bin ich selbst!

Ich kann, werde... und will kein Einstein sein. Denn ein Einstein war ein Einstein... und nicht ich.
Ich kann, werde... und will kein Prof. Hüther sein. Dein ein Prof. Hüther ist ein Prof. Hüther... und nicht ich! Obwohl ich diesen... wie auch viele Andere sehr schätze!


Damals ... als ich Kind war, da nahm man nicht zur Kenntnis, wenig bis gar keine Rücksicht darauf, ob ich glücklich sein wollte. Wie ich glücklich sein wollte... Der eigene Wunsch dazu wurde mir ver-lernt.

Heute...
...im Hier und Jetzt kann ich meine eigene Verantwortung wahrnehmen. Sie tragen. Sie leben.

Meine Verantwortung... nicht die Anderer!

Früher fürchtete ich - ob der Anpassung - Veränderung. Glaubte an Unsicherheit. Nahm lieber Frust in Kauf.
Heute... ja heute freue ich mich auf Erfahrung. Selbst wenn sie in manchen Momenten frustrierend scheint. Doch deckt sie just in diesen frustrierenden Momenten einzig unwahre Grundsatzgedanken auf... die damals vielleicht zu passen schienen, im Heute jedoch dies nicht mehr tun.
Altes bricht auf..., kommt in Fluss...

Starres wird zur Bewegung. Energie.


In diesem Sinne... lieber Leser, liebe Leserin...

...da wünsche ich Dir viele interessante Momente einer Bewusstheit, eines Erkennens, eines Erwachens...
...all dies dafür, um für Dich zu erfühlen, worin für Dich Lust steckt..., Begeisterung. Was Dir unter die Haut geht!

Und dann lade ich Dich herzlich dazu ein, dies für Dich zu einer Umsetzung zu bringen. Dich zu erfüllen!

Dazu gibt es kein Patent, kein Rezept, keine Anleitung...
...dazu gibt es Leben.

Setze Deine Segel...
...der Kompass dazu ist bereits in Dir...
...wartet darauf, dass Du ihn nutzt...

...Dein Herz...!


In Liebe
Dein Prinzerl

Quellen:
Bilder - Pixabay
Video - Youtube
Zitat Bloganfang: BenPaul, http://anti-uni.com/23-zitate-bildung/

Interviewauszug Prof. Hüther: Der Standard, Interview Lisa Nimmervoll, Nov. 2015